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Boardwalk Empire – Staffel 3

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 24. September 2013, 08:14am

Kategorien: #Filme

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Rick Deckard hat sich nach der zweiten Staffel eine straffere Inszenierung gewünscht. Außerdem haben ihn die vielen Handlungsstränge gestört. Mir wiederum haben gerade dieser diffuse Zeitkolorit und die scheinbar wahllosen, fast soapartigen Erzählstränge gut gefallen, weil ich die Hoffnung dahinter vermutet habe, dass Terence Winter den Zuschauer bis zur Auflösung der Plots hinhalten will.

Einerseits um die Charaktere zu schärfen, mehr ans Publikum zu binden, andererseits auch um die reizvolle epische klassische Inszenierung für die perfekte Justierung des perfekten Moments zu nutzen, falls die Serie doch noch die vierte Staffel überleben sollte; …zusammengefasst also die Bremse loslässt und Vollgas gibt.

Und tatsächlich! Die dritte Staffel schlägt die Erste und Zweite um Längen.  Ich unterstelle Mastermind Terence Winter tiefgründige Genialität, aber zumindest die Sensibilität, dass er mit der Entscheidung von Jimmys Tod gemerkt hat, dass er andere Figuren mehr emanzipieren und somit auch klarere Strukturen schaffen muss. Im Prinzip sind es nur noch die Geschichten von Richard Harrow und Nelson van Alden, die von der Mainline abweichen. Aber ich bin mir sicher, dass es zu den Puzzleteilen gehört diese beiden starken Charaktere parallel laufen zu lassen und der Masterplan bzw. das Finale längst in Winter’s Kopf abgelegt ist. Ein Drehbuchautor mit der Erfahrung wird sich die Fusion mit dem Hauptleitmotiv nicht nehmen lassen.

Die Luft für Nucky wird extrem dünn. Die ganze Unterwelt der Vereinigten Staaten möchten den einstigen Stargangster mobben. Es sind kaum Freunde übrig geblieben.  Letztendlich werden es sein Bruder Elias und der ewig schlechtgelaunte Chalky White sein, die zu Nucky stehen werden.

Aber nicht nur die Figuren emanzipieren sich. New York steht vor einer neuen Ära. Alkoholschmuggel ist kaum noch ein Thema, Heroin kommt ins Spiel. Auch Margaret versteht, dass Sie sich emanzipieren sollte. Ihre Bemühungen eine Beratungsstelle für „Frauenhygiene“ einzurichten, gehören zu den kleinen angenehmen Nebenschauplätzen der Serie.

Und dann ist da Gyp Rosetti. Es ist kaum gespoilt, wenn ich hier verrate, dass Rosetti die 12 Folgen nicht überleben wird, trotzdem ist die Einführung dieses Charakters der Hauptgewinn der Staffel und MUSS gleichzeitig  ein Grund sein, die Serie weiterzusehen. Denn mit dem Zwischenspiel des Italieners bahnt sich das furiose Gewaltfinale an. Somit geht die letzte Folge (Regie: Tim van Patten) „Margate Sands“ wohl auch in die Film- und Fernsehgeschichte ein. Diese Folge und die Idee bzw. der kurze aber unvergessliche Gastauftritt von Gyp Rosetti, ist der Grund warum man weiterhin zu dieser Serie stehen sollte.

Die Folge „Margate Sands“ hat am Sonntag bei der Emmy-Verleihung leider nicht gewonnen. Aber Bobby Cannavale (Gyp Rosetti) hat den Emmy für seine Darstellung bekommen. Und genauso muss es gewesen sein, als damals Leute wie De Niro oder Al Pacino entdeckt worden sind.

Alan Lomax

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alan.lomax@web.de 11/20/2013 11:11


VORLÄUFIG beschlossen aufzuhören! Vorsicht, dann, wenn der Spoiler-Men kommt!!!

Rick Deckard 11/18/2013 21:30


Im Großen stimme ich Ihren Ausführungen zu.


Die Inszenierung und auch der erzählerische Stil ist kraftvoll.


Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack, weil bei jeder Folge und schlußendlich in der Summe ersichtlich ist, was aus dieser grossartigen Serie hätte werden können, bzw. vielleicht auch
noch werden kann.


Gerade diese unsinnigen Nebenhandlungen verwässern den Geschmack und blähen hier und dort die einzelnen Folgen unnötig auf. Die Ausgangslage der 3. Staffel ist erstklassig und aus dem Genre
bekannt. Hätten die Macher auf Romanzen von ehemaligen Kriegsteilnehmern und Aufklärungen von Frauen in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts verzichtet, dann wäre die 3. Staffel: Furios. So
ärgert man sich immer wieder über die zahlreichen Subplots. Sinnlos.


Auf der Haben-Seite allerdings gibt es sensationelle Charakterzeichnungen.


Allen voran Michael Shannon als N. v. Alden. Was für ein Charakter, was für eine schauspielerische Leistung! Shannon schlägt sie alle und führte immer wieder zu grossen Lachanfällen. Allein
diesen Charakter müsste man ausbauen und gegen Thompson antreten lassen. Hätte Scorsese aus der Serie einen Film gemacht, wäre es dazu gekommen. Ein unglaublich interessanter Charakter dieser v.
Alden: Vom Paulus zum Saulus.


Auch Weltklasse: Chalky White. Auch hier ergäbe sich Potential ohne Ende ... .


Aber klar und da stimme ich ein in den Kanon: Gyp Rosetti. Einer der ganz grossen Psychopathen der Fernsehgeschichte und Bobby C. gibt alles. Vollkommen durchgeknallt und mit Hingabe spielend, so
gut, dass man diesen Charakter in jeder Minute hasst. Erstklassige Leistung.


Wenn man dann sieht, was die Autoren aus diesen Möglichkeiten machen, bzw. wie viel sie liegen lassen, man könnte weinen.


B.E. hätte das Zeug zum Kultklassiker, doch ich glaube, die werden eine Staffel drehen und noch eine und noch eine, solange die Quoten stimmen ... . Schade, denn ich habe vorläufig beschlossen
hier aufzuhören. Das macht keinen Sinn, wenn auch, wie Sie zurecht sagen, es sich hier um Serien handelt.


Noch ein Charakter, noch einige Subplots mehr usw. und so fort. 


Das ist schlicht zuviel.


Nichtsdestotrotz eine erstklassige Staffel, die wiederholt zu asthmatischen Lachattacken geführt hat mit schlicht sensationellen Szenen, siehe das Lamentieren in der Kirche, die Hundehalsbänder
und das Essen bei Rosetti zuhause während ds Osterfestes. Kult!

Rick Deckard 09/24/2013 17:46


Sie greifen an, das gefällt mir.


Ohne Zweifel kann ich Ihre Besprechung nachvollziehen, denn im Regelfall wird Ihre Euphorie stets von Beweisen untermauert.


Ich muss noch ein wenig warten, bis ich mir die Staffel werde ansehen können.


Nachfolgend werde auch ich die Staffel kommentieren. Wenn Sie Recht behalten, ist der Aufstieg in den Olymp nur noch Formsache, wenn nicht, dann wird es vernichtende Kritik hageln.


Ich bin gespannt, auch bezüglich Ihres Vergleiches mit den zuletzt genannten Legenden ... .

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