Alan Lomax und Rick Deckard –die im echten Leben echte Namen haben– trafen sich das erste Mal 1991 im Kino. Es wurde der Film „Kafka“ von Steven Soderbergh gezeigt.
Eine unwichtige Information, wie wir sie heute tausendfach am Tag erfahren. Das Entscheidende aber war, dass sich an diesem Tag zwei Menschen getroffen haben, die eine geistige Seelenverwandtschaft vereint.
Die Sicht auf das Leben, die unterschiedliche Liebe zur Musik, die gleiche Haltung zum Kino und die Definition einer Freundschaft ist ihnen gleich gewesen und geblieben.
Unterschiedliche Lebensphasen, andere Lebensorte, verschiedene Ansichten torpedierten die Zeit. Eines blieb aber immer bestehen - der Kontakt und der Austausch über unsere Leidenschaften.
Erst in klassischer Briefform, später über einen unendlichen Emailbriefwechsel, dann ein kurzer Stillstand.
Man wurde älter, die Zeit war schneller als man selbst! Durch einen Zufall entdeckte Alan Lomax folgendes Zitat des Filmregisseurs Martin Scorsese:
„Ich werde nie vergessen, wie ich Lead Belly zum ersten Mal „C.C. Rider“ habe singen hören. Ich war in Trance. Wie die meisten Leute meiner Generation bin ich mit Rock’n’Roll aufgewachsen. Plötzlich, völlig überraschend, konnte ich hören, wo all das herkommt. Und ich konnte fühlen, dass der Geist hinter dieser Musik, hinter dieser Stimme und dieser Gitarre einer viel weiter zurückliegenden Zeit entspringt.
Wir stellen uns alle gerne vor, dass Kunst plötzlich von irgendwo her kommt und uns schockiert wie nichts, was wir zuvor gesehen, gelesen oder gehört haben.
Die größte Wahrheit ist, dass alles – jedes Bild, jeder Film, jedes Theaterstück, jedes Lied –aus einem vorlaufenden entsteht. Es ist eine Kette menschlicher Antworten. Die Schönheit der Kunst und die Kraft der Kunst liegt darin, dass sie nie standardisiert oder mechanisiert werden kann. Sie muss Austausch unter Menschen sein, weitergegeben von Hand zu Hand, sonst ist sie keine Kunst.
Sie ist zeitgleich unendlich alt und unendlich neu, weil es immer junge Künstler gibt, die Werke sehen und hören, die vor ihrer Zeit entstanden sind, die inspiriert werden und etwas erschaffen aus dem, was sie in sich aufgenommen haben.“
Durch diese Zeilen wurde dieser Blog geboren. Leidenschaften und Euphorien zu sammeln, zu archivieren und zu dokumentieren. Vielleicht Zusammenhänge darzustellen, vielleicht ab und zu mal sich selbst darzustellen!
Alan Lomax, der alte Songarchivar und Musikforscher, war der eine ideale Namenspartner und Rick Deckard, der Wanderer zwischen den Welten, der beste andere.
Beide Namenswahlen beschreiben auch sehr gut die Charaktere der beiden Autoren dieser Seite. Aber: „Jeder ist seines eigen' Glückes Schmied“ (Gaius Sallustius Crispus). Dies ist, wenn man so will eine weitere Parole, ein weiteres Motiv des Blogs. Vielleicht drückt dieser Satz auch die pragmatische Seite der Autoren aus.
Es ist diese Mischung aus Coolness und Nerdness, aus Euphorie und Skepsis, die die Inhalte dieser Seiten ausmacht (leider kein Zitat und wer sich selbst als cool oder als Nerd beschreibt, ist weder das eine noch das andere). Was bleibt sind 1.000.000 von Wörtern und fast nun ebenso vielen Besuchern! Aus einem Tagebuch, einer Archivierungsidee, ist ein Riesenspaß geworden. Für uns, für unsere regelmäßigen Leser, für die Beobachtung, als das eigenes Tagebuch, für unsere Seelenverwandtschaft!
P.S.: Die orangenen Zeilen sind die lomax'schen, die blauen die deckard'schen! Die eine oder die andere Pille!? ...wenn man so will! Im Sommer 2011 wurde dieser belog neugestaltet und hat eine eigene Domain bekommen: www.lomax-deckard.de. Außerdem sind die sogenannten Social-Feeds dem Mainstream der Information angepasst worden.
Erreichen können Sie uns unter feedback@lomax-deckard.de oder alan.lomax@web.de
Neueste Kommentare