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Musik, Kino, Kultur, Radio


Snarky Puppy - Eine Stilkritische Untersuchung zum musikalischen Genre Jazzfusion!

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 6. November 2015, 13:17pm

Kategorien: #Jazz

Snarky Puppy - Eine Stilkritische Untersuchung zum musikalischen Genre Jazzfusion!

Die Jazzwelt ändert sich…! Ein scheinbar profaner Satz, der aber natürlich entsprechend fortgesetzt werden will. Auf diesen Seiten haben wir uns schon seit je her mit diesem Thema beschäftigt. Einige Male sehr unsanft, manchmal unfair und auch schon mal vernichtend. 

Es liegt daran, dass uns diese Musikgattung sehr am Herzen liegt und wir im Prinzip Bewahrer sind, aber auch immer Befürworter von authentischer, handwerklich perfekter und frei-geistigem Ansatz. Sicherlich mit einer Portion Arroganz ausgestattet, aber eben auch mit der Reflektion und dem Humor der notwendig ist, über der Jazzpolizei zu stehen und mit wachenden Auge die Entwicklung zu beobachten. 

Der „Jazz ist Tod“, der „Jazz ist meine Hure“ oder „Jazz, meinetwegen“ waren Aussagen der Vergangenheit, die durchaus ernst gemeint waren. Natürlich kommt so eine Bewahrerhaltung nicht von ungefähr. Es ist die persönliche Musiksozialisierung, die einem zu das macht, was man hört, was man bewahrt und persönlich in seinem Umkreis immer wieder aufwertet, um sich damit zu identifizieren zu können oder persönlich ein stückweit erklären möchte.

Randbeobachter könnte so eine Haltung als Arrogant oder gar Besserwisserisch abtun. Mitspieler, egal welcher musikalischer Gattung (also Sammler, Käufer, Leser, Hörer und Enthusiasten) werden verstehen, dass es ebenso nicht gemeint ist.

Fantum ist eine Sache, Musik als Lebensform zu begreifen, eine völlig andere! 

Ich höre bewusst Jazzmusik seit 1984. Als mir von meinem späteren Mentor eine Musikkassette mit Musik von Weather Report und Steely Dan überreicht wurde.

„Jazzmusik musst Du Dir erarbeiten!“  Waren damals die Worte mit denen ich konfrontiert wurde.  „Man kann nicht anfangen Miles Davis und John Coltrane“ zu hören, wenn man nicht die Unterstützung des Gehirns bekommt, um Jazz zu verstehen!“ War ein weiterer Satz. Und ich kann mich noch an „…Du bist ein 14-jähriger Rotzlöffel der sich zufällig für Musik interessiert. Glaube bloß nicht, dass Du jetzt was Besseres wirst. Hör weiter Deine englischen Bands und vergiss es bloß elitär, kompliziert oder intellektuell abgehoben zu werden.“

Der Versuch meines Mentors war ein erklärter Anspruch, mit allen Vorbehalten des Jazz aufzuräumen. Für das Jahr 1984 ziemlich visionär mit Assoziationen die wir (Rick Deckard und ich) hier heute noch vertreten um mit Klischees aufzuräumen.

Also hörte ich wochenlang  „Heavy Weather“ von Weather Report und Steely Dan’s Masterpiece „Aja“. Beides Platten mit einem ausgeprägten Jazzeinfluss und einer unfassbarer Ästhetik. 

Donald Fagen sagte einmal zu seinem Produktionsstil „To loosen it up a little bit“ und meinte damit ganze Tracks erneut einzuspielen, obwohl sie schon scheinbar perfekt waren. Mit dieser Haltung erzog mich auch mein Jazzmentor. Erst Monate später erhielt ich ein neues Tape! Diesmal mit Musik von Chick Corea und Herbie Hancock. Wie es weiter ging, kann sich jeder vorstellen, der sich selbst sozialisiert hat oder das Glück gehabt hat musikalisch erzogen worden zu sein.

Donald Fagen

Diese kleine Anekdote, soll daran erinnern, dass Jazz, egal wie man ihn heute versteht oder nicht verstehen will, mit Tradition zu tun hat. Ebenso wie die Legende erzählt, dass asiatische Kampfkunststile die Lebenswege unterstreichen sollen und in ihrer Bedeutung und philosophischen Hintergrund der Kunst von Meister zu Meister weitergegeben darf und Schüler bzw. Meister eines ständigen Prüfungsgrades unterliegen, verhält es sich im Jazz. 

„Um Gottes Willen“, verstehen Sie mich nicht falsch. Jazz ist das frei-geistigste künstlerische, musikalische Element, welches es gibt und darf nicht in Lernrituale des Hörens gepresst werden. Ich will sagen, dass es sich empfiehlt „klein“ anzufangen bevor man sich der totalen Interpretation und Freiheit eines Miles Davis oder John Coltrane hingibt. Kopf, Herz und Ohr muss dafür geschult werden. Niemand, wird sich an einer sehr guten frei-interpretierten Jazzplatte erfreuen, wenn er nicht bewusst oder unterbewusst die musikalischen Formen verstanden hat und wie Melodik und Harmonien funktionieren, auch wenn sich daraus ergibt, dass man es sich selbst nicht erklären kann, weil es wiederum zunehmend schwierig wird.

Und klar! Verstehen Sie mich auch hier nicht falsch! Keinem Menschen muss vorgeschrieben werden, was und wie er oder sie Musik hört. Jeder ist sich auch hier seines Glückes Schmied! Aber denken Sie immer daran. Jazz ist vielfältig, kompliziert und nichts für jedermann! Ich persönlich habe mehr Respekt vor Menschen die sagen, dass sie Jazz hassen, als Menschen die sagen, dass sie Jazz hören, aber nicht verstehen was dort passiert und auch nicht die Intension haben sich damit auseinander zusetzen. 

Am allerschlimmsten finde ich es aber, wenn man leichtfertig mit der Musik umgeht und Jazz dazu nutz um eine neotraditionalistische Atmosphäre zu schaffen oder Jazzmusik mit Freizeitbeschäftigungs- oder Genussattributen versehen wird, wie Dinner-Jazz oder Lounge-Jazz oder Walking-Jazz oder Cocktail-Jazz. 

Sie sehen schon, Menschen die den Jazz lieben sind schon merkwürdig. Aber es ist auch ein merkwürdiges Genre, welches so viele Eigenheiten hat, dass das Thema an sich immer speziell bleiben wird und sich gegen den Mainstream auflehnt.

In der Popmusik sind Hypes alltäglich. Vieles wird dadurch interessant, nachhaltig aber auch eben leider vergänglich. Anders in der Jazzmusik. Hier sind weniger die tendenziell Bescheidwisser unterwegs, den es um Gegenwartsversessenheit und Zukunftsvernarrtheit geht, sondern ehr der besserwissende Vergangenheitsträumer. Humorlos sind beide Fraktionen.

Das amerikanische Musikerkollektiv Snarky Puppy aus Texas ist für Jazzverhältnisse ein Hype. Volle Konzerte, ein heterogenes Publikum zwischen 15 und 65, unglaubliche Verkaufszahlen, Grammy und frenetisch gefeierte Konzerte überall auf der Welt, sprechen dafür.

Auch ihre Musik spricht für sich! Die Grooves sind perfekt und wenn man nicht von der oftmals zitierten und hier schon fast zementierten Begrifflichkeit der „atemberaubenden Virtuosität“ der Musiker sprechen würde, müsste man schon Nachhilfe in Sachen Jazzmusik bekommen.

Initiator der ganzen Geschichte ist Michael League der aus North Texas stammt. Es gibt grob zwei Duzend wechselnde Mitglieder. Die aktuellen Besetzungen variieren. 2005 veröffentlichte die Band das Album „Live at Uncommon Ground“. Jährliche Neuerscheinungen folgten bis zur letzten VÖ Snarky Puppy – Metropole Orkest: Sylva. Einer Live-CD inkl. Film (DVD). Übrigens meisterhaft, fast hypnotisch in Szene gesetzt. Absolute Empfehlung!

Der europäische Durchbruch erfolgte auf dem North Sea Jazz Festival. Verbunden mit einer Reihe von Konzerten in Utrecht, Workshops und dem Album „We like it Here“ wurden die richtigen Kontakte generiert und offensichtlich alles richtig gemacht, ohne eine großartige Marketingstrategie zu haben. 

Der Reigen an Veröffentlichungen und Konzerten geht weiter. Für 2016 ist das Album „Family Dinner – Volume 2“ geplant, Festivalauftritte werden folgen.

Interessant ist die Tatsache, dass die Band offensichtlich etwas vermittelt, was keinen stört. Ohne kritisch zu sein, würde ich die Musik grundsätzlich mit dem etwas angestaubten Begriff Fusion oder noch schlimmer Jazzrock beschreiben. 

Ich kann nicht genau erklären, wie es dazu gekommen ist, das Jazzrock oder Fusion seit je her einen/diesen negativen Begleitgeschmack auf die Musikinteressierten Nicht-Jazzhörer und –Musiker gehabt hat. 

Wie in jedem musikalischen Genre gibt es natürlich unendlich langweilige Beispiele. Aber im Prinzip ist diese Musik nichts anderes als die logische Verschmelzung der Stile Jazz, Funk und Rock.

Der wesentlichste Unterschied zu anderen musikalischen Stilen ist übrigens die Mehrstimmigkeit bzw. Polyphonie, also die Gleichberechtigung der Instrumente. Wahrscheinlich sind es die scheinbar endlosen Solos und die liberale, scheinbare aufkommende Langweile deren Solisten, die im Gegensatz zum Pop, Rock und seinen Spielarten, nicht auf Selbstdarstellung zielt, sondern auf Handwerk. Und zugegebener Weise, einige Beispiele erschienen heute ehr wie ein sportlicher Wettkampf als ein künstlerischer Ansatz. Insbesondere bei bekannteren Gruppen wie Soft Machine, Blood, Sweat & Tears oder Colosseum. 

Außerdem hatte Fusion auch einen großen Anteil an der Weiterentwicklung in anderen Gattungen, was an der zunehmenden Perfektionierung der komplizierten Arrangements lag und dem ständigen Wunsch der Musiker etwas weiter zu entwickeln. 

Doch irgendwann war Schluss! Noch heute gibt es Truppen wie z. B. TOWER OF POWER, AVERAGE WHITE BAND oder dem sehr umtriebigen, ständig geistesanwesenden und treibenden MACEO PARKER die kleinere Hallen voll machen, aber weitestgehend sind echte Klassiker wie z. B. die THE BLACKBYRDS, TROUBLE FUNK, NIAGARA oder THE CRUSADERS weitestgehend vergessen.

Klassiker wie Stanley Clarke, Herbie Hancock, Weather Report (sic! Members) und Chick Corea sind in den Sammlungen manifestiert und inzwischen weltmarktführend was Jazz angeht.

Hört man sich also das bisherige Werk von Snarky Puppy als langjähriger Enthusiast an, wird man sich, wie ich freuen, dass es junge Musiker gibt, die sich dieser Musik hingeben und auch noch ein Publikum dafür finden und ja letztendlich (hoffentlich) aufbauen, welches eine Affinität oder einen Zugang zum Jazz bekommen könnte oder man wird gelangweilt feststellen, dass diese Platten zwar von Meistern gespielte Musik ist, aber eben keinen einzigen Ära-definierenden Meilenstein setzen können, wie es andere in diesem Segment geschafft haben.

Wer das ist und sein könnte erkläre ich Ihnen gerne am Schluss des Eintrags, unter meinen TOP5 Fusion Jazzplatten, beginnend hier mit dem was ich eigentlich erwarte, wenn ich eine Band wie SNARKY PUPPY entdecke, die sich letztendlich musikalisch nur um sich selbst dreht.

2011 veröffentlichte Chick Corea das Album RETURN TO FOREVER IV. Auf der Tour waren u. a. Stanley Clarke, Lenny White, Jean-Luc Ponty und Frank Gambale vertreten. Bis dahin war das Genre, wie oben beschrieben, komplett falsch verstanden worden vom Publikum und Aufnahmen von Bands die versuchten an alte Grooves zu kommen, waren meist blutleer und hatten nichts mehr zu tun, mit den komplexen Grooves der frühen 1970ziger Jahre. Unter anderem sollte man sich mal die neue Interpretation von HYMN OF THE SEVENTH GALAXY anhören. Einem alten RETRUN TO FOREVER Klassiker. Man hört genau das Fusionjazz und Fusionjazz nicht gleich Fusionjazz ist. Das Zusammenspiel auf sehr guten Platten dieser Richtung ist geprägt von Kommunikation in Perfektion, ohne Wort, und Gesten. Einfach nur Musiker die sich dialogisch ohne Worte unterhalten und eine neue Sprache erfinden und nicht nur dem Reiz-Reaktions-Prinzip der Vorgabe folgen und wahnwitzige Kompositionsphrasen raushauen, die in der Interpretation einen Sinn ergeben.

Es sind viele Faktoren die so eine Band wie SNARKY PUPPY ausmacht. Im Laufe der Zeit aber werden sie sich leer spielen, musikalische Blutarmut bekommen und wie so viele taumeln. 

Hoffentlich kommt es nicht so!

Und dann noch was! Wenn Sie meinen, dass dieser Artikel hier in irgendeiner Weise, eine Arrogante Haltung darstellt, dann möchte ich bereits jetzt schon mit einer Anekdote aus der Miles Davis Autobiographie respondieren. Und zeitgleich eine wichtige Sache in meinem Anliegen klarstellen. 

Egal, wie man über Musik, Kunst, Film oder ein abstraktes Thema schreibt, es bleibt immer eine persönliche subjektive Sicht, da Einflüsse, Erlebnisse und Dinge wie sie sich entwickeln immer mit dem Autor der über etwas schreibt zu tun hat.

Deswegen bleibt ein blog, auch immer ein subjektives, privates, intimes Medium! Niemals werde ich jemanden vorschreiben was man hören soll. Ich will mit diesem Eintrag nur für mich selbst rekapitulieren, wie es bei mir selbst war und warum ich eine tolle Jazzformation wie Snarky Puppy einfach nicht ernst nehmen kann, da sie zu konservativ ist und zeitgleich anmerken, dass man trotzdem Freude an dem Stil und Respekt vor dem Können der Musiker haben sollte. 

Scheinbar eine einfache Sache!

Aber auf Grund der Subjektivität und der intimen und privaten Beziehung zu dieser Musik dann doch wieder nicht!

Aber! Mann sollte nicht alles so ernst nehmen, wie man es im ersten Augenblick versteht!

„Ich erinnere mich noch an einen Kurs in Musikgeschichte. Die Lehrerin war eine Weiße. Sie stand vor der Klasse und erklärte, dass die Schwarzen den Blues spielen, weil sie arm sind und Baumwolle pflücken müssen. Deshalb seien sie traurig und daher käme der Blues, von ihrer Traurigkeit. Meine Hand schoss hoch wie der Blitz, ich stand auf und sagte: „Ich komme aus East St. Louis und habe einen reichen Vater, er ist Zahnarzt. Ich spiel aber auch den Blues. Mein Vater hat in seinem ganzen Leben keine Baumwolle gepflückt und ich bin heute früh kein bisschen traurig aufgewacht und hab dann einen Blues gespielt. Da steckt schon ein bisschen mehr dahinter.“ Die Tante wurde richtig grün im Gesicht und sagte kein Wort mehr. Mann, was die uns erzählt hat, kam aus einem Buch, das muss einer geschrieben haben, der keine Ahnung von dem hatte, worüber er sich ausließ.“

– Miles Davis, Quincy Troupe: Miles Davis. Die Autobiographie.[7]

Weshalb also dieses Zitat? Nun ganz einfach! Miles Davis interessierte sich bereits als Jugendlicher für Strawinski oder Sergei Prokofiew. Erhielt sehr früh eine klassische Trompetenausbildung und umgab sich immer mit allen Stilen der Musik, war auf der Suche und für alles offen und interessierte sich immer für neue musikalische Richtungen. 

Er scheute sich nicht die alten Klassiker zu spielen und trotzdem mit Elektronik zu experimentieren, um neue Klangfarben zu erforschen. Er wollte immer nur eins: Musikalische Freiheit! Und diese scheinbar banale Erkenntnis ist mein Ansatz Musik zu verstehen und zu beurteilen!

Eine Erkenntnis mit Reifegrad. Denn diese Freiheit benötigt man auch beim Hören von Jazzmusik. Erst dann fällt einem auf, dass es unterschiedliche virtuose Spielweisen, komplexe Rhytmiken und musikalische Bedeutungen gibt die sich von anderen unterscheiden.

Insbesondere letzteres wird heut zu tage gerne vergessen. Denn bleiben wir bei Miles Davis. Die Bedeutung seines Werkes, auch für Fusionierung von schwarzer und weißer Musik ist wahrscheinlich gar nicht greifbar. Denn wer Fusion -über den ich hier immernoch philosophieren- mag, hat ein Ohr für’s Ganze!

 

Aus der Reihe der Bläsersätze

Alan Lomax

TOP 5 – Jazzfusion Platten der Weltgeschichte

 

Some Skunk Funk – WDR BIG BAND feat. MICHAEL und RANDY BRECKER (2005)

In dieser BIG BAND Formation findet der sog. Fusion seine beste Entfaltungsform. Jeder Ton, jeder Groove, jeder Takt ist perfekt. Dabei aber nicht stumpf handwerklich, sondern extrem kreativ und ironisch.

Romantic Warrior – RETURN TO FOREVER

Die Besetzung Corea / White / Di Meola / Clarke spricht für sich selbst und waren wahrscheinlich die besten Musiker ihrer Zeit. Im Vergleich zu den vielen anderen RETRURN TO FOREVER Scheiben zeichnet sich RW durch eine gewisse Leichtigkeit aus, was auch daran liegen mag, dass nicht alle Kompositionen von Corea kommen. Von Eingängigkeit zu sprechen wäre gelogen, aber die Scheibe ist vielleicht traditioneller als viele andere zeitgenössische Werke. Diese Platte ist ein Meilenstein der Musikgeschichte.

Aja – STEELY DAN

Puristen und Historiker werden mich lynchen, da dieses grandiose Album natürlich kein klassisches Fusion-Album ist. Aber was beschreibt Donald Fagen denn hier? Die Odyssee eines Verlierers mit den Worten des Blues, des Jazz, dem Rock und letztendlich im Sinne der verzweifelten Texte und romantischer Punkattitüde noch so vieles mehr. Natürlich ist AJA mehr als Musik. Diese Platte beschreibt ähnlich wie Sallinger’s „Der Fänger im Roggen“ eine Haltung, die man erst mal verstehen muss, bevor man sie nicht sagend bei Seite legt!

Head Hunters – HERBIE HANCOCK

Natürlich haben solche Platten auch immer etwas mit der Zeit zu tun, als sie entstanden sind. Diese ganze Jazz-/Rocktypen –egal ob in L.A. oder New York– hatten damals einige Fetische. Reduziert gesagt SPACE und LSD. Hancock wollte mit diesen Album seine etwas esoterische Richtung verlassen und komponierte zufällig mit CHAMELEON und WATERMELON MAN zwei klassische Songs für die Ewigkeit. Zu Recht zitiert und widmet er sich auf der B Side dem unglaublichen SLY und seinen FAMILY STONE’s die hier eigentlich auch genannt werden müssten. HEAD HUNTERS taucht häufig in solchen Listen nicht auf, da es das meistverkaufte Jazz-Album aller Zeiten ist. Auch das ist Arroganz!

Bitches Brew – MILES DAVIS

Natürlich ist es Miles Davis gewesen der als einer der ersten Jazz und Rock mischte und zwar auf dieser Scheibe. Auch hier werden „Kenner“ stöhnen, da sie das Vorgänger Album SILENT WAY aufrufen werden. Mein Ansinnen dieses Album auf Platz 5 zu setzen besteht aber nicht in dem Wettkampfgedanke „Erster, Erster“, sondern „Bester, Bester“. Miles Davis war zu etwas höherem geboren. Seine Art Musik zu verstehen, diese zu filtern und wieder auszulassen ist mit niemanden zu vergleichen. 

Hören Sie sich nur mal MILES RUNS THE VOODOO DOWN an. Sein Biograph Peter Wießmüller hat dafür die einzigen richtigen Worte gefunden: „Miles’ technische Fähigkeiten erreichen hier einen neuen ungewöhnlichen Reifegrad: In den tiefen Registern beschwört er in lebendigem Spiel mit gezogenen Noten, Rufen, Raunzen und Schreien in langer, linearer, aber auch in kurzer, abgehackter Phrasierung die ganze rituelle Kraft seines afrikanischen Erbes

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