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Vergessene Helden - Jürgen Kramer

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 23. November 2011, 19:04pm

Kategorien: #Vergessene Helden

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Die Genrebezeichnung "Neue Deutsche Welle" dürfte den meisten zeitgenössischen Musikliebhabern quer im Magen liegen. Wie immer gibt es gallische Dörfer. So auch in diesem Fall. Diesmal leben dort aber vorwiegend Menschen die Musik auch als Kunst verstehen oder sich historisch interessiert damit auseinandersetzen.

Müssig ist es wer den Begriff "Neue Deutsche Welle" geprägt hat. Es wird somit ein Alfred Hilsberg Lager und ein Jürgen Kramer Lager geben. Der "große Graben" ist geschaffen. Da wir aber nun leider vom Tod eines Menschen sprechen müssen, bleiben wir doch heute lieber bei der Jürgen Kramer Version und ehren den ebenso bedeutenden Alfred Hilsberg einmal später.

Ende der siebziger Jahre gab es eine interessante deutsche Untergrund Szene. Bands wie DAF, Mittagspause, Der Plan, FSK oder S.Y.P.H prägten das gute Gewissen der Alternative.

"Verschwende Deine Jugend" sollte man schon einmal gehört haben, um sich überhaupt mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sonst steigen Sie nun lieber wieder aus und hören weiter Ihre Nena und Markus Scheiben.

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Jürgen Kramer ist gestorben und war einer der Urväter für den ganzheitlichen Rahmen von subkultureller deutscher Musik und Kunst. Er war Schüler von Joseph Beuys, radikaler Künstler und einer der ersten Musikfanzineschreiber in Deutschland. Bereits 1977 erwähnte er in seinem Heft "Die 80er Jahre" den Begriff "Neue Deutsche Welle".

Interessant in dem Zusammenhang und leicht verzehrend ist es Kramer auf diese Begrifflichkeit zu reduzieren. Schliesslich war ein freier Geist der jegliches Schubladendenken verabscheute. Somit wahrscheinlich auch die Tatsache als Namensgeber für ein Genre zu stehen.

Solche Leute wie Jürgen Kramer muss man in den heutigen Zeiten würdigen, erwähnen und gedenken. Alleine die Tatsache, dass er weit vor der Erfindung des Wortes "Netzwerken" ein unglaubliches Netzwerk von weltweiten Kunst- und Musikkontakten herstellte und es lebte und liebte Konstruktionen zu schaffen, die unsere Generation vom musikalischen Verständnis noch lange nicht verstanden haben.

Nun gibt es sicherlich die Chance mehr über den Künstler und Philosophen zu erfahren. Ein schöne private Betrachtung kann man hier nachlesen: http://www.herrkules-magazin.de/2011/11/23/jurgen-kramer-ist-tot-oder-die-einschlage-rucken-naher/

Ich bewundere so Männer wie Jürgen Kramer für ihre Visionsfähigkeit und der wunderbaren Eigenschaft auf der ständigen Suche zu sein um diese Welt ein wenig anders zu verstehen, darzustellen und somit auch besser zu machen.

Alan Lomax


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