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Musik, Kino, Kultur, Radio


Die Tribute von Panem (The Hunger Games) - Gary Ross

Veröffentlicht von Rick Deckard auf 25. November 2012, 08:14am

Kategorien: #Filme

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Ein erstaunlich unterhaltsamer Film. Eine Utopie, die zum Teil schon wahr geworden ist. Wann fällt das letzte Tabu im Fernsehen?

In einer fernen Zukunft hat es einen Bürgerkrieg gegeben. Der Gewinner lebt in futuristischen Städten in Pomp und Luxus, während die Verlierer (Verräter) in Distrikten aufgeteilt ihr erbärmliches Dasein fristen, gequält von Hunger, Not und Leid. Einmal im Jahr macht sich das diktatorische Regime einen Spass daraus, Tribute in Menschenform zu fordern: Kinder zwischen 12-18 Jahren, je eins männlich und weiblich, werden durch Losverfahren ausgesucht und sollen an den Hunger Games teilnehmen. Am Ende darf nur einer überleben.

The Hunger Games ist der erste Teil einer Trilogie nach der Roman-Vorlage der Autorin Suzanne Collins. Regisseur Gary Ross macht daraus einen sehenswerten und in Teilen auch tiefgründigen Science-Fiction-Thriller, der in seiner Machart, gerade in der ersten Hälfte, an Filme aus den 70'er Jahren erinnert, wie z.B. 'Flucht ins 23 Jahrhundert'. Die Atmosphäre ist bedrückend, von der ersten Minute an wird der Zuschauer gefesselt. Der Regisseur und das Drehbuchteam nehmen sich viel Zeit um die Charaktere und die Geschichte aufzubauen.

Die Zukunft, besser das Capitol, der Hauptsitz von Panem, das frühere Amerika, wird mit verschwenderischem Dekor dargestellt. Das Set Design ist eine Mischung aus Antike, den Ideen eines spleenigen Designers und visionären Architekten. Kostüme und Frisuren sind äusserst schrill und an der Grenze zum optischen Schmerz. Inmitten dieser Diktatur dominiert das Fernsehen. Mit Akribie und einem ausgetüftelten System wird dem Voyeurismus der Menschen Rechnung getragen, die Zuhause und in der Öffentlichkeit in jeder Minute mit ansehen können, wie sich Menschen gegenseitig vor laufender Kamera umbringen.

Utopie? Blättert man durch hiesige Fernsehzeitschriften kann einem Angst und Bange werden. Formate dieser Art, ohne Mord und Totschlag (noch), gibt es zuhauf. Scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

The Hunger Games ist ein überraschend guter Film. Der Spannungsbogen ist vom Timing perfekt , der Film bietet viele Schauwerte und hat mit Jennifer Lawrence eine einnehmende und gute Schauspielerin, die mit ihrer Leistung zu begeistern weiss. Eine Aktrice mit einer verheissungsvollen Zukunft, Leinwandpotential hat sie genug. Eine echte Entdeckung. Unterhaltsam ist er auch deswegen, da sich die Macher neben Action und Dramatik auch Zeit nehmen, um menschliche Schicksale auszuloten. Das geschieht durchaus ernsthaft ohne Pathos oder Kitsch und ist deswegen auch in Teilen berührend.

Der Film war so erfolgreich, dass bereits an einer Fortsetzung gedreht wird.

Rick Deckard

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