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Darondo – Let My People Go

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 22. Dezember 2011, 18:10pm

Kategorien: #Populäre Musik

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Es regnet, Sie sind im Wald! Alleine! Mitten im Wald! Es riecht gut, nach Natur! Kaum Geräusche, angenehme Stille. Sie können es kaum fassen! Leise summen Sie ein Lied, dann lauter! Der Regen ist angenehm, es ist etwas kalt, aber in der Summe fühlen Sie sich wieder wie ein Mensch. Sie sind angekommen. Angekommen in der Ursprünglichkeit. So fühlen sich die Wurzeln an... 

Wer diesen blog aufmerksam liest, dem wird der Name William Pulliam, Darondo und das grandiose Label Ubiquity Records ein Begriff sein!  Wer tiefere Einblicke bekommen möchte, sollte unter meinen, wirren gedanklichen Ausflüge in die Welt des Clutchy Hopkins nachlesen. Oder zumindest unter der Lieblingsmusik 2011, den Youtube Ausschnitt aus der Serie Breaking Bad ansehen. Dort sieht man den Protagonisten der Serie –Walter White- bei einem „Falling Down“. Die Musik dazu stammt von Darondo, der Song „Didn’t I“ läuft dazu im Hintergrund. 

Es ist ein famosen zartes, erdiges, souliges und angenehmes bekanntes Stück, dass völlig unbekannt ist. Eben wie dieser William Pulliam selbst. 

Pulliam war in den siebziger Jahren ein Zuhälter in San Francisco. Kein Zufall also, dass sich der Ortsansässige Plattenladen Ubiquity seiner angenommen hat. 

Seine künstlerische Laufbahn war kurz. Er eröffnete ein paar James Brown Shows, veröffentliche einige rare Scheiben und arbeitete später als Physiotherapeut. Es gibt ähnliche Geschichten in der Popwelt. Eine vergleichbare schreibt das Leben von Terry Callier. Der inzwischen eine zweite Karriere als anerkannter ernsthafter Musiker gestartet hat. Nachdem auch ihn, Gilles Peterson entdeckt hat. Und zwar als Programmierer in einer New Yorker Softwarebude. Gilles Peterson hat das unfassbare „Didn’t I“ zuerst in seiner Radioshow auf BBC Radio 1 gespielt. Das Feedback war umwerfend. Ähnliche Erfolge werden Sie erzielen, wenn Sie nicht gerade ursprünglich im Wald wandeln, sondern ihren Lieben mal wieder beweisen wollen, was für ein Musikfuchs sie sind. Der Star auf jeder Compilation und bei jedem Amateuer DJ-Set werden sie mit Darondo sein. Versprochen! 

Darondos Stimme ist zwischen den Isley Brothers und Al Green einzuordnen. Sein fast leicht wirkender Funkstil erinnert ehr an Curtis Mayfield, vielleicht an Sly Stone . Alle genannten Musiker und insbesondere Curtis Mayfield waren Darondo ein Tick voraus. Wenn man sich Mayfields „Do Do Wap is Strong in Here“ von 1977 anhört wird man verstehen was ich meine! 

Let My People Go ist feinster Low-Rider-Soul den es gilt erneut zu entdecken. Wer die Vinylscheibe aufm Flohmarkt entdeckt sollte, zu welchem Preis auch immer, sollte zugreifen. Das ist sehr rares Zeug und wird unter Plattisten fast heilig gedealt. Abgesehen davon ist die von Blues, Jazz und Latin angehauchte Scheibe einfach wundervoll, glatt und Atem beraubend süchtig machend, wundervoll! 

Das der Mann noch am Start ist und was es bedeutet diese wieder entdeckte Legende live zu sehen, kann man hier vielleicht nachvollziehen und wer will kann Clutchy Hopkins im Line-Up der Band suchen und finden. Es hört nicht auf....

 

Alan Lomax 

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