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Blood Diamond - Edward Zwick

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 23. April 2011, 09:40am

Kategorien: #Filme

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Woran liegt es, dass ich von Zeit zu Zeit immer wieder auf die Filme dieses Regisseurs zurückgreife? So geschehen in den letzten 3 Monaten mit 'Last Samurai' und gestern mit 'Blood Diamond'. Es ist wahrscheinlich die Kombination von Unterhaltung und Anspruch, die Zwick immer wieder gelingt, diese schwierige Gratwanderung einerseits das Publikum unterhalten zu wollen und ihm andererseits eine Botschaft mitzugeben ohne den erhobenen Zeigefinger. Letzteres zumindest ist ihm bei 'Blood Diamond' gelungen, einem Abenteuer-Thriller mit Leonardo DiCaprio, Djimon Hounsou und Jennifer Connelly in den Hauptrollen aus dem Jahr 2006. Es geht um den Handel mit Blutdiamanten vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges in Sierra Leone.

So wie auch 'Last Samurai' ist 'Blood Diamond' exquisit fotografiert und bietet neben Action und (grossen) Schauwerten auch eine spannende Handlung, die einen zum nachdenken anregt. Ich habe längst die Illusion aufgegeben, nach solchen Filmen ein besserer Mensch zu sein, aber gelegentlich schaffen es Filme aus Hollywood das Bewusstsein für Vorkommnisse auf diesem Planeten zu schärfen, was die ewig negativ konnotierten Nachrichten nicht erreichen. Das mag vielleicht daran liegen, dass das Medium Film dazu in der Lage ist, so wie kaum eine andere Kunst, v.a. Emotionen mit Inhalten zu verknüpfen. Dass man dabei Gefahr laufen kann einseitig zu werden, liegt in der Natur der Sache, aber Zwick schafft es die nötige Distanz aufrecht zu halten.

Im Film wird man der Tatsache gewahr, was es mit den Kindersoldaten auf sich hat, wie die Menschen unter den Bürgerkriegen leiden, auf welchem Wege die Blutdiamanten den Weg in unsere Welt finden und wer schlussendlich dafür bezahlen muss. Das alles weiss man zwar auch aus den Nachrichten, aber durch den Film wird man unmittelbar damit konfrontiert, für über 2 Stunden. Pathos und Action garnieren das hehre Vorhaben, schmälern aber die Aussage keineswegs, weil eben gekonnt gemacht. Ich besitze zwar keine Diamanten, sehe aber die Auslagen in den Schaufenstern mit anderen Augen. Immerhin.

Leonardo DiCaprio und Djimon Hounsou spielen perfekt zusammen und beiden nimmt man ihre Rollen ab. Besonders DiCaprio schafft es einen Typus des Abenteurers zu kreieren, der gelegentlich an die Rollenausformungen vieler alter Helden aus den 50'ern und 60'ern erinnert. Hounsou ist schlicht überragend. Famos! Die 'Bösen' werden etwas plakativ dargestellt, aber nur so funktioniert wahrscheinlich die Dramaturgie. Wohltuend auch, dass Regisseur und Drehbuchautor (Charles Leavitt) auf eine Love Story zwischen DiCaprio und Connelly verzichteten und viel mehr auf eine sich langsam entwickelnde romantische Beziehung setzten.

Es lohnt sich mit den Filmen dieses Regisseurs zu beschäftigen. Einer der wenigen, der die Hollywood Epik vergangener Jahrzehnte aufrecht hält und grosses Kino dabei hervorbringt. Insbesondere sein 'Last Samurai' hat mich in dieser Hinsicht ausserordentlich fasziniert: grandioses und überwältigendes Kino mit atemberaubenden Aufnahmen und einem besonders im Mittelteil faszinierenden Rhythmus, sowie einer Musik von Hans Zimmer, die mal wieder gefiel. Pathetisches und emotionales Kino!

Rick Deckard

link zu der Musik von James Newton Howard auf YouTube

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