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Musik, Kino, Kultur, Radio


Love Is Blue (L’Amour est bleu) – Paul Mauriat

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 16. Oktober 2013, 12:20pm

Kategorien: #Populäre Musik

Don-and-Bobby-Draper-010.jpg

Ein Leben lang läuft man mit einer Melodie im Kopf rum und kann sie nicht zu ordnen. Ich bin froh, dass das immer noch passiert und man sich dann auf die Suche nach der Herkunft begibt.

Der Komplex Zeitgeschichte, Dramatik und persönliche Entwicklung der liebgewonnen Hauptcharaktere war immer die Stärke von Mad Men. In Episode 5 „Die Sinnflut“ der sechsten Staffel, orientieren sich die persönlichen Meilensteine des Mad Men Protagonisten an der Ermordung von Dr. Martin Luther King Jr. Bisher das Staffelhighlight und ein kleines Juwel in der gesamten Betrachtung. Aber das soll hier und heute nicht Thema sein.

In der letzten Sequenz der Folge sieht man Don Draper im Bett seines Sohnes liegen. Zuvor haben die beiden zweimal hintereinander Franklin J. Schaffners Meisterwerk „Planet der Affen“ im Kino gesehen. Draper denkt noch über seine Liebe zu seinem Sohn Bobby nach bevor der Abspann beginnt und die bekannte Melodie von „Love Is Blue“ einsetzt.

Die instrumentale Orchesterversion von Paul Mauriat ist die wohl bekannteste Auflage in den USA. Vicky Leandros sang den Song 1967 für Luxemburg auf dem Eurovision Songcontest. Danach wurde die Melodie von Bing Crosby bis Scooter gecovert und immer wieder in den Köpfen der Menschen dieser Welt manifestiert. Die wenigsten wissen wohl woher dieser Song eigentlich stammt. Die Schublade „Evergreen“ ist wohl die beste Bezeichnung für diese Art von Songs zu dem man auch „Close To You“, „Moonriver“ und „Mas Que Nada“ usw. legen kann. Pfeifen kann sie jeder, wer ihn geschrieben hat weiß kaum jemand.

Die Komposition stammt von André Popp der nachgelagerte Text von Pierre Cour. Beide sind weitestgehend unbekannte Songschreier für europäische Schlagerstars der 1960ziger Jahre von Nana Mouskouri bis Petula Clark.

Der Song ist ein kitschiges melodisches Rührstück dem man sich kaum entziehen kann, auch wenn einen die samtigen, geschmeidigen vom Cembalo getragene Orchestration ehr an einen David Hamilton Film oder ein Bild von Bob Ross erinnert.

Ja, vielleicht ist das sogar die perfekte Bezeichnung, für diesen durch die Nutzung der Barockmusikalischen Instrumente sehr alt wirkenden Song. Die Melodie drückt auf geheimnisvolle klassische Art und Weise die polyphone Struktur der drei selbstständig geführten Melodielinien aus. Das nach dem gefühlten ersten Strophenteil gefühlte Couplet ist hingegen sehr modern, poppig und unvergesslich.

Ein wundervolles kurzes Stück Musikgeschichte, welches irgendwie mehr eine kommentierende Funktion hat, als ein Stimmung vermittelt. Insofern genial gewählt Ihr „Mad Men“-Autoren.

Alan Lomax ("Couplet!?" ...das merke ich mir!)

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