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Jay-Z – Rock am Ring 2010

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 18. Juni 2010, 08:28am

Kategorien: #Populäre Musik

jay-z1.jpg

 

Jay-Z wirkt konzentriert. Er ist ganz in schwarz gekleidet. Allerdings weniger aufdringlich, als mehr Old-School!. Jay-Z sucht die Herausforderung und er sucht den Beweis. Nämlich dafür, dass Gevatter Hip-Hop nicht Tod ist, sonder in Phasen zerlegt, auf jedes Genre und noch so dogmatische Publikumshorden anwend- und beeindruckbar ist.

 

Jay-Z ist ehrgeizig. Er hat seine 14-köpfige Band vorab zu einer 3-tägigen Session in eine (geheime) Halle nach Köln gebeten, um das komplette Live-Set, Stadion bzw. Festivaltauglich für ein rockendes und puristisches Publikum aufzubereiten.

 

Während der einstündigen Show am Freitagabend des 25zigsten Rock am Ring Festival,. übersteht Jay-Z seine Konzentration und floatet. Es funktioniert! Gib den Leuten was sie wollen und sie werden Dich lieben. Ein uraltes Entertainmentgesetz, welches der derzeit größte und kommerziell erfolgreichste Hip-Hop-Star verstanden hat.

 

Achtung, Alan, die Leute, die so was Lesen wollen Beweisführungen haben! Also, warum? Ganz einfach! Zeigt Jay-Z doch, welche Offenheit und Dehnbarkeit im Hip-Hop steckt. Im Anschluss treten Rage Against The Machine auf. Wegbereiter des Crossovers. Eine Klasse für sich, keine Frage, aber verhaftet in Dogmen, nur noch spielend um das Publikum hüpfen zu lassen, wie eine Karnevalskapelle. Und es geht weiter! Ich könnte alle Bands aufzählen, beschränke mich aber auf Slash. Dem ehemaligen Gitarristen der ewig überschätzen Band Guns N’ Roses. Die Leute feiern den Gitarristen. Sie denken, er ist einer von ihnen. Hart und Exzessiv. Tatsächlich ist er ein ideenloses Drogenwrack! Man hört Musik die irgendwo zwischen Led Zeppelin und Iggy Pop stehen geblieben ist. Er hat eine einzige Bühne um lange Gitarrensoli zu spielen und völlig inspirationslos zu agieren.

 

Kaum vorstellbar, dass der Typ (und ich nehme ihn mal für alle anderen auftretenden Festivalband am RaR) sein Set umschmeißt, um die Herausforderung der Musikinterpretation bei einem x-beliebigen Hip-Hop-Festival zu suchen.

 

Jay-Z ist modern! Er ist ein Künstler! Er ist ein Star! Er ist ein intellektueller Musiker! Er ist der Archetyp eines modernen Hip-Hop-Stars. Grandios vermarktet, glaubwürdig und schimmernd.

 

Am Ende des fantastischen Sets, welches mit „Can’t Knock The Hustle“ wieder mal seinen Höhepunkt erreicht hat (ein ähnlich famoses Finale, gibt es auch auf dem 2002er Unplugged Album zu hören. Hier spielt Jay-Z gemeinsam mit den legendären Roots und hat eine weitere wegweisende Schallplatte aufgenommen, die ich unbedingt jedem ans Herz legen möchte, der Neugierig auf diesen Typen geworden ist), steht Jay-Z breitbeinig vor dem unglaublich blöden Publikum, welches von Bierdosenhelmen, bis aufblasbaren Sexpuppen, die debile Aura des Ballermanns ausstrahlt. Sein Blick schweift kurz über seine Band, er blickt Richtung Sonnenuntergang in die Eifel. Über das brutal proletarische Publikum hinweg! Er weiß, dass die Show, seine Musik und sein Anspruch an seine Kunst perfekt waren. Er dreht sich kurz um, setzt sein Mikrophon an und sagt: „My Name ist Jay-Z, I’m from Brooklyn, New York City! Mir fehlen die Worte! Alan Lomax  

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