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„Die Welt des Clutchy Hopkins“ - Ubiquity Records oder warum darf ich dort nicht arbeiten bzw. Alan Lomax warum bist Du immer noch nicht in San Francisco?- Teil 2 – New Sounds

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 24. September 2011, 12:59pm

Kategorien: #Populäre Musik

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Teil 2

d.)  Sound of.... 

"This one goes out to my man the Groove Merchant, comin' through with the beats that I've been searchin'," rappt Mike D. auf dem 1992's Check Your Head album im Song „Professor Booty. 

Hannah Mathilde von Rothschild, Henri Nannen, Reinhard Mohn, Irene Ludwig! Bestimmt bin ich  der  erste Mensch der diese Namen mit den Beastie Boys vereint. Letztendlich um meine Story zu erzählen. Die Welt des Clutchy Hopkins, die mir derzeit soviel bedeutet und die so spannend ist. 

Mäzen sind Personen die Kunst fördern, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Für unser heutiges persönliches Verhältnis zu Geld wahrscheinlich für viele unverständlich. Aber Mäzen handeln aus reinem Individualismus. Natürlich kann man solchen Leuten auch immer Euergetismus unterstellen, aber diese Geschichte hier soll positiv bleiben. 

Ein Plattenlabel zu gründen hat immer etwas mit Mäzentum zu tun. Insbesondere wenn der ursprüngliche Plan ein anderer war. Michael und Jody McFadin eröffneten 1983 in San Fransisco ein auf Funk und Soul spezialisiertes Plattengeschäft. Der Laden hieß „The Groove Merchant“. Schnell erreichten sie unter Sammlern einen legendären Ruf. Seltene Platten und modernes Zeug wurde ein El Dorado für Produzenten und DJs. Ein wörtlicher Beweis ist obige Aussage von Mike D. 

Inzwischen hat das Label über 400 Releases herausgebracht, die ungehörte Musik für jeden zugänglich macht. 

Fängt man an sich in die Welt von Clutchy Hopkins zu begeben, kommt man an den anderen Künstlern des Labels nicht vorbei. Und das ist vielleicht schon das vorweggenommene Geheimnis. Wir sprechen hier von einem der besten, weil unkommerziellsten, PR-Feldzüge der Schallplattengeschichte. Eine Vereinigung von Leidenschaft, professionellem Business und jeder Menge Freaktum, um der Welt bessere Musik zugänglich zu machen. 

e.) Tune Traveler 

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem heutigen Zustand Musik zu finden. Clutchy Hopkins hat auf seinem 2009er Album „Music is my Medicine“ dafür die richtige Bezeichnung gefunden. Denn wir sind schon lange keine Schallplattenjäger mehr, wir alle sind „Tune Traveler“ geworden. Das Problem beim Reisen ist, dass man selten länger an einem Ort bleibt. So ist es auch mit der Suche nach Songs. 

Wir können uns zwar Gigabytes von Tracks auf unsere Festplatte schnallen, der Keller ist sowieso voll von CDs, Tapes und Schallplatten, aber es fehlt die ordnende Hand. Man muss schon Musikologe sein, sich selbst disziplinieren und lernen, damit das alles einen Sinn ergibt. 

In diesem blog haben wir bereits oft die Frage nach der Sinnhaftigkeit, der ganzen Genres und Schubladen gestellt. Menschen mit ähnlicher Sozialisierung verstehen das, Menschen die „nur“ Musik hören wollen und auch noch andere Freizeitbeschäftigungen haben, ist das alles zu anstrengend bzw. nicht nachvollziehbar. 

Letzte Woche sah ich in der WDR Lokalzeit einen merkwürdigen Bericht über das Jools Holland Konzert in Dortmund. Dort waren 3.000 Menschen wegen Herbert Grönemeyer gekommen, den Holland (schlau wie er ist) schnell für seine Konzerttour und vier Songs buchte. Alle Deutschland Konzerte waren in Minuten ausgebucht. Und das nachdem diese Reihe zum zweiten Mal angesetzt war! Der Reporter fragte die Menschen in der Warteschlange nach dem Grund des Konzertbesuchs. Alle antworteten: „Wegen Herbie, wer dieser Jools Holland ist oder Marc Almond (der auch Gaststar gewesen) wissen wir nicht“. 

So soll es sein, aber es ist ein gutes Beispiel für die Oberflächlichkeit und das Unwissen der normalen Musikkäufer in Deutschland. Die bleiben in ihrer Kaste, hören ihre Schublade, machen sich nicht auf die Suche, müssen aber Angestoßen werden, um neue Eindrücke zu bekommen, damit sich neue Horizonte öffnen. Sicherlich gibt es nun ein paar Menschen mehr, die sich vielleicht eine alte Soft Cell Scheibe kaufen oder vielleicht sogar ihre alte Squeeze Scheibe aus dem Keller holen oder auf die atemberaubenden Partituren des ewig groovenden Holland achten. 

Und wenn das dann der Erfolg des Abends war, so ist das gut! Im kleinen Rahmen stellt die Jools Holland Idee, mit einem Motor wie Grönemeyer die Halle voll zu bekommen, um den dogmatisierten Hörern auch andere Musikstile zugänglich zu machen, der Idee des Labels Ubiquity Records, eine Figur wie Clutchy zu erfinden. Eine Geschichte zu erzählen, um so die Zuhörerschaft zu erhöhen, natürlich mehr Platten zu verkaufen, aber auch einen Anker zu liefern. 

Andreas Dorau erzählte gestern in der famosen Sendung „Konspirative Küchenkonzerte“, dass er sich nie als Musiker gesehen hat, sondern nur als ein Teil des Ganzen. Denn ein Album heraus zu bringen ist mehr als Musik. Es handelt sich ebenso um das Artwork, um die Aussage, um das Marketing, um das Gesamte. 

Die McFadins haben also das nahe liegende umgesetzt und liefern ein gesamt Konzept, welches es nun gilt zu entdecken. 

Was mir an der gesamten Sache von Beginn gefiel, ist die Lust des habtischen Kaufs. Man möchte die Alben des Labels auf Vinyl zumindest auf Silerbling besitzen. 

f.) Swap Meet Me At The Corner

Wäre es nicht erstrebenswert in so einem Kosmos zu arbeiten. Veröffentlichungen vorzubereiten, Künstler und Bands zu entdecken, der Welt gute Musik zu präsentieren und davon leben zu können. Es ist mein Traum! Die Frage, was ich mit einem möglichen Millionengewinn machen würde, wäre damit geklärt. Bis dahin werde ich aber von San Francisco träumen und jede Platte des Labels gesondert hören und stolz zwischen den Talkings Heads und The Verve einordnen.

Lesen Sie demnächst mehr! Der dritte Teil von „Die Welt des Clutchy Hopkins“ – Wie nutzt man Macht oder wie kann ich noch schnell ein Mitglied bei den Beastie Boys werden erscheint in Kürze! 

Alan Lomax

http://www.ubiquityrecords.com/


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