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Musik, Kino, Kultur, Radio


Billy Bragg – Tooth & Nail

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 19. März 2013, 13:56pm

Kategorien: #Populäre Musik

Billy-Bragg.jpg

USA, Kanada, England! Meine Wünsche für die Festivalbesuche in Barcelona und Haldern hat Stephen William Bragg 2013 nicht erhört. Tourdaten für Europa sind nicht bekannt, aber sicherlich kommt der ewig sympathische Barde, wie immer erst, im November zu uns.

http://www.lomax-deckard.de/article-billy-bragg-tooth-nail-114526899.html

Dafür ist nun endlich (zumindest als Download-Version) sein neues Studioalbum Tooth & Nail erschienen. Am 22. März 2013 gibt es auch alle analogen und digitalen Diversifikationen inkl. Special-Edition mit DVD.

Tooth & Nail ist kein Überraschungsalbum und schon gar nicht eines der Besten oder so was.Aber es macht zufrieden und es ist schön. Mit den ersten vier Songs January Song, No One Knows Nothing Any More, Handyman Blues (immer  noch als kostenfreier Download erhältlich) und I Ain’t Got Home stimmt uns der neu-bärtige Mann aus Essex auf eine entspannte, weitestgehend unaufgeregte Platte ein.

Wer dann die alten progressiven Patriotischen Songs von einst erwartet, wird enttäuscht. Wer meint , dass es noch mal so schöne lyrische und naive Liebessongs wie Greetings to the new Brunette oder  She’s leaving Home gibt, irrt. Billy Bragg ist alt geworden. Man kann einen Mann  wie ihm nicht seine zufriedene Lebensphase vorwerfen. Das sich diese auch in seiner Kunst wiederspiegelt oder eben nicht, kann man nun altersmilde oder langweilig nennen.

Obwohl Billy nun einen Bart trägt, ist er immerhin kein nöliger Langweiler geworden. Er hat sich eine anständige Band um seinen neuen Kumpanen Joe Henry gesucht, hat sich das schöne Haus von Henry in den USA verkrochen und hat ein fast ausschließliches, amerikanisches Radioalbum aufgenommen. Selbst die Texte bleiben weitestgehend unpolitisch und erzeugen ehr eine warmherzige, friedvolle Stimmung.

Im Vorfeld sah man viele Videos und einige Live-Auftritte, wo die neue Band um den ewigen Protestsänger, sehr ergreifend den Klassiker „Ideology“ gespielt hat. Billy Bragg ist ein selbstkritischer Mann. Ihm ist zum Jubiläum ein schönes, von Folk, Country, Soul und wurzeligen US-Sounds beeinflusstes Album gelungen, welches aber keine Wellen erzeugen wird und seine Zweifel als Sänger, nicht eliminieren wird. Mit „Ideology“ beweist Bragg uns, dass er ein gesamtes Werk geschaffen hat. Welches tiefgehend, erinnerungswürdig, gehaltvoll, politisch und bleibend ist. Was also kann man von sich selbst und seinen Zuhörer noch mehr erwarten?

Billy Bragg ist und bleibt für die Ewigkeit und ist keine Session für eine Nacht! War noch nie so...

“When one voice rules the nation
Just because they're top of the pile
Doesn't mean their vision is the clearest
The voices of the people
Are falling on deaf ears”

Alan Lomax   

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