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INVINCIBLE: Staffel 1 (Amazon Original) - Erinnerungen an vergangene Zeiten

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 22. Mai 2021, 11:17am

Kategorien: #Fernsehen

INVINCIBLE: Staffel 1 (Amazon Original) - Erinnerungen an vergangene Zeiten

Die Begeisterung für diese Zeichentrickserie kommt nicht von ungefähr. Die Leidenschaft für Comics und sukzessive Zeichentrickserien reicht weit zurück in die eigene Kindheit und Jugendalter: Das Phantom, Mandrake, der Zauberer, Tim & Struppi, Superman, Batman, Asterix & Obelix, Judge Dredd, Michel Vaillant, Zendo, der Hai. Captain Future, Biene Maja, Heidi.

Comics und Zeichentrickserien haben immer schon eine Faszination auf mich ausgeübt. Eskapismus im besten Sinne. Gut erzählte Geschichten. Auf Papier wahr werdende Fantasien. Der Wunsch nach "Larger Than Life". Diese und noch viel mehr Gründe werden es sein, weshalb die Begeisterung für diese Sparte der Kultur entflammte und die Flamme noch immer nicht erloschen ist.

INVINCIBLE schlägt genau in diese Kerbe ein, die erste Staffel war ein voller (persönlicher) Erfolg. Die Serie vereinigt alles in sich, was ich im vorhergehenden Absatz erwähnte. Es wird eine Coming Of Age Geschichte erzählt, allerdings nicht im realen Sitcom Modus, sondern in der Welt von Superhelden. 

Mark Grayson ist ein Heranwachsender, der entdeckt, dass er Superkräfte besitzt und lernen muss, mit ihnen umzugehen. Sein Vater ist kein Erdenmensch, sondern ein Alien und stammt vom Planeten Viltrum. Warum er auf der Erde ist, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Als "Omniman" ist Marks Vater der mächtigste Superheld und beschützt die Erde vor feindlichen Angriffen und Alien-Invasionen. Sein Sohn Mark soll ihn dabei unterstützen, doch die Sache hat einen Haken.

Die erste Staffel ist meines Erachtens ein phänomenaler Erfolg, der mehrere Gründe hat. INVINCIBLE vereint in sich eine Stimmung, eine Aura, die ich so zuletzt in den beginnenden 80er Jahren erlebt habe. Es war eine Zeit, in der man in Videotheken Filme auf Kassetten leihen konnte, Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone, später auch Michael Dudikoff und Jean-Claude van Damme das Licht der Leinwand erblickten. Diese filmische Ära war geprägt von einem sehr spezifischen Stil in der Inszenierung von Action-Szenen gepaart mit einem Humor in den Dialogen, den es so danach nie wieder gab. Charaktere, Handlungen und Humor vereinten in sich einen gewissen Anarchismus.

INVINCIBLE erinnert exakt an diese Zeit. Es sind die Dialoge, die mich immer wieder zum Lachen brachten, weil sie in sich den Keim eines proletarischen Humors tragen, der stilistisch weit entfernt ist von dem plebejischen Humor dieser Tage (ich werde an anderer Stelle darauf zurückkommen). Insbesondere in den Dialogen vermischen sich Realität und Fiktion, die diese Serie (bislang) so sehenswert machen.

Aber ist es nicht nur der Humor, sondern es sind die fantastisch inszenierten Actionszenen und die Fights Mann gegen Mann, die Begeisterung hervorrufen. Die Kämpfe mit Splatter- und Gore-Elementen sind (für eine Zeichentrickserie) so unfassbar brutal, dass hier (und das ist selten), endlich einmal "comichafte Gewalt" wirklich zutrifft. Die Unnachgiebigkeit, mit der sich die Protagonisten prügeln, sucht ihresgleichen und führte zu asthmatischen Lachkrämpfen. 

Doch INVINCIBLE weiß, und das ist der Hauptgrund, in allererster Linie mit einer guten Geschichte zu überzeugen, die in Form eines Kriminalfilms erzählt wird und die Spannung bis zum Schluss hält. Man fiebert der Auflösung entgegen und das Finale ist furios inszeniert. Spektakuläre Actionszenen kombiniert mit einem dramatischen Finale und schauspielerischen Glanzleistungen, das sind die Gründe für den Erfolg.

Comicautor Robert Kirkman vereint in INVINCIBLE in der finalen Folge alles in einem: Science-Fiction, Per Anhalter durch die Galaxis, Horror, Action, Satire auf den Faschismus, was wiederum an Paul Verhoeven und Starship Troopers denken lässt, 80s Humor und Pathos. Zugegeben, die Coming Of Age Story nervt gelegentlich ein wenig, aber darüber muss man als Erwachsener hinwegsehen. Die Absurdität geisteskranker Charaktere sucht in dieser Serie ihresgleichen und erinnert an Meisterwerke des Trash.

Kein Wunder, dass der legendäre Seth Rogen an einer Realversion als Kinofilm arbeitet.

Ich freue mich auf die 2. Staffel.

Von Viltrum,

Rick Deckard

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