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Tucker and Dale vs Evil - Eli Craig

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 28. Oktober 2012, 15:15pm

Kategorien: #Filme

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Wie in keinem anderen Filmgenre ist die Handlungsstruktur so klar angelegt wie in Slasher-Filmen. Das bereits lange totgesagte Genre bäumt sich immer wieder auf. Menschen wie ich, die Filme wie "Blutgericht in Texas", Wes Cravens und John Carpenters Gesamtwerke, Cunnighams Freitag der 13., Muttertag, Nightmare, aber auch die Wiederentdeckung mit der Scream-Reihe und neuere Werke wie The Hills Have Eyes lieben und diesbezüglich nicht Erwachsen werden wollen, werden auch niemals aufgeben dieses Genre zu verteidigen.

Es ist Unsinn über die künstlerische Qualität oder gar über den Cinematographischen Charakter der Filme zu sprechen. Sie sind da, machen Spaß und haben etwas so grundsätzlich albernes, das jegliches Gehabe gleichgültig ist.

Videotape rein, Alltag raus. Dazu eine gewisse Affinität zur amerikanischen Gegenwartskultur und die Liebe zur US-Highschoolkultur. Geht es Ihnen auch so? ...dann wissen Sie was ich meine. 

Nichts in Hollywood und unter Filmliebhabern hat einen schlechteren Ruf als dieses Genre. Letztendlich natürlich auch wegen der ewigen Debatten  über Gewalt in den Medien und der Moralvorstellung der Gesellschaft. Das alles ist richtig und wichtig zu diskutieren! Trotzdem lasse ich mir diesen "Spaß" nicht nehmen und veranstalte weiterhin meine Slasherabende.

Humor ist ein ebenso wichtiger Bestandteil dieser Subkultur. Letztendlich wurde diese in der Interpretation der Neuzeit und beim Reboot der neusten Filme immer in den Vordergrund gestellt. Insbesondere das Spiel mit den Charakteren bzw. Milieus der Hauptdarsteller.

Das 21. Jahrhundert und die Homogenisierung der Gesellschaft erlaubt es nun die Milieus und damit die Opfer und die Täter zu verdrehen.

Die Splatterparodie "Tucker and Dale vs. Evil" tut dies grandios und macht den kleinen kanadischen Film damit zu einem der lustigsten Streifen des Jahres 2012! Denn in diesem Film ist alles anders.

wikipedia: Eine Gruppe von neun College-Studenten trifft auf dem Weg zum Camping in einer entlegenen Waldregion in den Appalacen auf die beiden leicht verwahrlosten Einheimischen Dale und Tucker, die auf die vorurteilsbeladenen Großstädter einen bedrohlichen Eindruck machen. Tatsächlich sind Dale und Tucker aber gutmütige Heimwerker, die nur ihre jüngst erworbene, heruntergekommene Ferienhütte renovieren und dort Urlaub machen wollen. Als die beiden beim nächtlichen Fischen auf einem Waldsee der Gruppe wiederbegegnen, retten sie die hübsche Allison, die bei dem Versuch, von einem Felsen aus ins Wasser zu steigen, verunglückt. Ihre Freunde, die im Dunkeln nicht genau sehen können, was passiert ist, glauben, dass Allison von den beiden entführt wurde.

Allison erwacht in der Hütte der beiden und merkt bald, dass sie sich nicht vor ihnen fürchten muss. Ihre Freunde hingegen versuchen, angefeuert vom fanatischen Chad, Allison gewaltsam aus den Händen der vermeintlichen Kidnapper zu befreien. Eine Verkettung unglücklicher Umstände führt dazu, dass ein tollpatschiger Student nach dem anderen ganz ohne Dale und Tuckers Zutun stirbt, während die Überlebenden immer überzeugter davon sind, es mit skrupellosen Mördern zu tun zu haben. Allison gelingt es nach weiteren blutigen Zwischenfällen, Chad sowie Tucker und Dale an einen Tisch zu bringen, um das fatale Missverständnis aufzuklären. Doch die Situation eskaliert erneut, die Hütte geht in Flammen auf. Chad, der mit schweren Verbrennungen überlebt, verfällt dem Wahnsinn und entführt nun seinerseits Allison, um Dale und Tucker in eine Falle zu locken. Schließlich gelingt es Dale, Chad zu stoppen.

Der Film hat ein offenes Ende. In einer kurzen Szene, die am Beginn des Films gezeigt wird, sieht man, wie es nach dem Showdown im Sägewerk weitergeht. Eine Reporterin betritt nachts mit einem Kameramann das Sägewerk, um Spuren der Vorgänge zu finden. Beide werden von einer zunächst nicht sichtbaren Person niedergeschlagen. Die Person nimmt die Kamera auf und filmt sich für einen kurzen Moment selbst - es handelt sich um Chad, der die Auseinandersetzung mit Dale offenbar überlebt hat. Zudem wird mehrfach angedeutet, dass Chad der Sohn des in Rückblenden erwähnten “Killers vom Volkstrauertag” ist.

Die kulturellen Missverständnisse und die alltäglichen tatsächlichen Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Menschen verleihen diesem Streifen einen goldenen Glanz an komischen Situation, wie sie tatsächlich noch nie da gewesen sind.


ALLERDINGS WARNE ICH VOR ZWEI DINGEN!

Wenn Sie kein Slasherfan sind, lassen Sie die Finger von diesem Streifen!

Möchten Sie einer werden, sehen Sie sich diesen Film ganz zum Schluss an. Und fangen Sie bei den frühen Meisterwerken der 1970er Jahre an, sonst werden Sie keinen Sinn mehr in dem Genre erkennen.

Tucker and Dale vs. Evil ist auch ein Abgesang an das Genre. Schwierig, dass da noch etwas folgen wird, was auch nur Ansatzweise so parodistisch und schlau ist.

Aber mal sehen, wie wir alle uns verändern. Slasherfilme stehen auch immer Pate für die kulturelle Veränderung in der Gesellschaft...

Aus meinem Gartenhaus, dabei den Gartenhexler zu verstauen und "winterfest" zu machen....

Alan Lomax  

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