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Stromberg – Preview Staffel 5 Düsseldorf

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 27. Oktober 2011, 10:08am

Kategorien: #Fernsehen

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„Nein, ich liebe Stromberg, sonst könnte ich ihn gar nicht spielen“, sagt Christoph Maria Herbst an diesem Mittwochabend im Düsseldorfer UCI-Kino.

 

Gezeigt werden die ersten 4 Folgen der neuen Staffel, die ab dem 11. November 2011 auf Pro7 zu sehen sind. In der Halbzeit hatte das Premierenpublikum die Gelegenheit, einige Fragen an den Schauspieler und an den Autor Ralf Hussmann zu stellen. Bemerkenswert fand ich die einleitende Antwort.

 

Aus Sicht des Schauspielers nachvollziehbar, aber was ist es, das die Serie so komplett macht? Stromberg ist Satire! Ein Wort was unter den Umständen „Comedy“ leider häufig verloren geht. Der unfassbar detailverliebte Blick in die spießigen Büroetagen unseres Landes und die grandiose Beobachtungsgabe von Ralf Hussmann machen Stromberg wertvoll.

 

Und wenn man sich mit Ralf Hussmann etwas beschäftigt, erhält man auch schnell den Schlüssel für Stomberg und dem merkwürdigen liebes-, verachtungs- und Fremdschämverhältnis zwischen der Serie „Stromberg“ und seinem Publikum.

 

Hussmann ist Misanthrop und die Erkenntnis, dass die gezeigt Welt eigentlich nur von Kleinbürgerlichkeit, Hass und Neid geprägt ist macht ihn zu einem interessanten Erzähler.

 

"Erst bei der Suche nach dem Lustigen im Erbärmlichen habe ich entdeckt, wie nah sich beides ist. Mir geht's darum, dass das Komische so nah neben dem Tragischen liegt wie sonst nur Ehepaare auf dem Friedhof.“, sagte der Mann, der auch schon Autor für die Harald Schmidt Show war, in einem Interview. Gemeinsam mit seiner agnostischen und sozialverachtenden Hauptfigur, setzt er genau diesen intelligenten Ansatz in eine unterhaltsame Spottdichtung um.

 

Die ersten vier gezeigten Folgen führen die erfolgreiche Serie nun ins nächste Qualitätslevel. Stromberg ist zurück aus dem Exil und wird leitender Manager in der Capitol Versicherung. Interessant dabei ist –ich gebe es gerne zu- dass man sich für den „Papa“ freut. Schließlich hat jede Demütigung seine Grenzen! Die kontrastierten Widersprüche und gar nicht mal so sehr übertriebenen Erlebnisse in der Chefetage enden in Formlosigkeit, weil die moralische Übertreibung längst überschritten ist.

 

Die Einbindung der dokumentierenden Kamera in das Handlungsgeschehen wird auch weitergedacht und –entwickelt. Das heimliche Beobachten und der damit offensichtliche Voyeurismus macht den Wahnsinn des Alltags und des Beruflebens damit noch offensichtlicher.

 

Das aufeinander und gegeneinander führen der Figuren, das unglaublich komisch bis tragisch aufspielende Ensemble und letztendlich die schmerzende Wirklichkeit in Deutschlands Büroetagen, machen diese Fernsehserie zur derzeit besten Fernsehunterhaltung in Deutschland.

 

 Alan Lomax

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