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Musik, Kino, Kultur, Radio


Jonas – Stell Dir vor, es ist Schule und Du musst wieder hin! – Robert Wilde

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 16. August 2012, 12:42pm

Kategorien: #Filme

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Charme und Leichtigkeit, Übertreibung und Slapstick, Groteske und Farce, all diese Spielarten des Komischen treten hervor "...which can only be described as a state of comic ecstasy". So beschrieb Stanley Kubrick einst die Schauspielkunst des Peter Sellers in „The Party“.

Das Wesen der Schauspielkunst ist die Wandlungsfähigkeit. Natürlich ist es einfach hinter einer Maske oder einem Kostüm zu verschwinden und zu spielen. Aber es bleibt trotzdem die Paradedisziplin eines jeden Komikers. Und um es vorweg zu nehmen Christian Ulmen gehört zu den Meistern der Vielspielerei.

Ulmen zog mit 20 Jahren nach London und moderierte einige europaweit Ausgestrahlte Sendungen. Brillierte dabei mit amerikanischer Komik und Leichtigkeit, bis zum britisch Absurden. Dabei vergaß er nie seine deutsche Herkunft und nutzte den deutschen Akzent kongenial für seine Moderationen. Neben inzwischen unzähligen Film- und Fernsehproduktionen als Schauspieler, glänzte er immer wieder mit Aufsehenerregenden Fernsehexperimenten. Für die famose Serie „Mein neuer Freund“ erhielt er 2005 den deutschen Fernsehpreis. In Medien-Kolumnen und Interviews beweist er immer wieder, dass er zu den führenden deutschen Sympathieträgern im Unterhaltungsmainstream gehört.

In dem Film „Jonas – Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! …spielt der inzwischen 38-jährige Ulmen, den 18 Jahre alten Jonas Slooth, der schon einige Male sitzengeblieben ist. In einer Gesamtschule bekommt er die letzte Chance auf einen Schulabschluss. Unter diesem Vorwand wird Jonas von einem Kamerateam begleitet. Dass es sich bei Jonas um den Schauspieler Ulmen handelt, bekommt keiner der echten Akteure mit.

Aber im Prinzip ist das egal. Den Ulmen und die Produzenten werden,  in diesem für alle Generationen geeigneten Film, nicht provozieren und auch nicht blamieren. Es geht um die Realität. Um den Schulalltag, wie wir er derzeitig ist und wie wir ihn alle kennen.

Genau das ist auch der traumatische Punkt an dem Film. Denn wir „alten“ Schüler verstehen sehr schnell, dass sich NICHTS geändert hat. Der reale Schulalltage ist der gleiche geblieben, die Lehrer ebenfalls. Nämlich die gleiche große Katastrophe. Es bleibt ein Wunder, dass dieses Land immer noch funktioniert, bei so einem System, mit solchen Lehrern.

Der Film hat unglaublich viele warme, schöne Momente und entfaltet sich durch seine Authentizität und durch Ulmens unglaubliche Fähigkeit in eine andere Welt einzutauchen und ein anderer Mensch zu sein.

Jonas ist Schlagzeuger und „macht“ eine Schulband „auf“. Eine gut ausgedachte Countergeschichte, die mit dem darin verwobenen Soundtrack eine gewisse Zeitlosigkeit vermittelt. Der von der Schulband gespielte Song ist „Wer hat Dich bloß so ruiniert“, von den furiosen Die Sterne.

Selten wurde die Wahrheit in einem zeitgenössischen deutschen Film so gut vermittelt, wie in diesem Streifen aus dem Jahr 2011

„Schule ist doof“ Helge Schneider

Aus der Raucherecke

Alan Lomax

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