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Hereafter - Clint Eastwood

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 29. Juni 2011, 22:29pm

Kategorien: #Filme

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Eine Frage, die sich mit Sicherheit jeder von uns gestellt hat: Was passiert danach? Diese Frage filmisch anzugehen haben viele versucht, aber keiner mit der notwendigen Distanz und Sensibilität eines Clint Eastwood. An solchen Themen scheiden sich immer die Geister und Rationalität trifft auf ihr Gegenteil. Zu gross die Versuchung sich in Hokus Pokus zu ergehen oder ins Fantastische abzudriften.

Eastwood umschifft alle diese Fallen auf eine höchst elegante Weise. Sein Film ist fast wie eine Meditation mit einer für dieses Thema beeindruckenden Leichtigkeit. Keine Spekulationen, keine Erklärungen, kein Aha-Effekt am Ende. Im Gegenteil, dem Zuschauer bleibt viel selbst überlassen. Das mag man als Manko empfinden oder aber auch als Stärke. Ich tendiere eher zum letzt genannten, denn an dem Punkt was nach dem Tod folgt kommt alles an seine Grenzen, selbst die Wissenschaft.

Drei Handlungen verlaufen parallel zueinander und finden gegen Ende eine mehr oder minder versöhnliche Auflösung. Alle Darsteller bieten sehr gute und v.a. glaubwürdige Leistungen, allen voran Matt Damon und Cécile de France. Jede Motivation der handelnden Akteure ist nachvollziehbar. Die Bilder strahlen eine enorme Ruhe aus und der Schnitt ist fast schwebend.

Viel wichtiger als dieser Film ist jedoch der Inhalt im Kontext mit dem filmischen Schaffen dieses einzigartigen Schauspielers und v.a. Regisseurs. Würde man den Privatmann Eastwood nicht kennen, bräuchte man nur seine Filme zu sehen als (filmische) Verbildlichung seines Curriculum vitae. Mit all den Jahren hat sich ein Wandel im Schaffen dieses Regisseurs vollzogen, der einzigartig ist. Wie Eastwood selbst zu diesem sensiblen Thema steht weiss man am Ende nicht, braucht man aber auch nicht, denn eines reicht zu wissen: Er macht sich seine Gedanken darüber.

Und das verbindet ihn vielleicht auf eine weit hergezogene aber nicht unbegründete Weise mit einem der grössten und wirklich genialsten (dieses Adjektiv passt hier!) Regisseure aller Zeiten: Sergio Leone. Denn der hat mit 'Once Upon A Time In The West' nichts anderes versucht: Was passiert in den letzten Sekunden eines Menschen vor dem Tod.

Leone bleibt im Diesseits, Eastwood wagt den Schritt für Sekunden ins Jenseits.

Ein sehr nachdenklicher Film.

Rick Deckard

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