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www.lomax-deckard.de

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Everyday Life

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 19. Juli 2009, 16:12pm

Kategorien: #Kommunikation

Hello! How are you?

Nach ca. 1,5 bis 2 Wochen stellt sich der zirkadiane Rhythmus eines Menschen langsam um und ich beginne nach Jetlag und der ueblichen Urlaubs-Euphorie den Alltag wieder wahr zu nehmen. Der besteht darin, dass man morgens aufsteht und je nach Gusto, Charkater und Style fruehstueckt. Ich vermisse hier erstklassige Broetchen, weil ich mich im Laufe der letzten 30 Jahre daran gewoehnt habe und der Mensch ist ein ... Richtig! Aber es gibt sehr gute Alternativen, wobei man anmerken muss, dass die Fruehstuecks-Subkultur hier leicht eine andere ist: entweder nimmt man Cerealien (!) zu sich, oder als Alternative Bagels, oder trinkt nur einen Kaffee. Als weitere Alternative bieten sich French Toast, Pfannkuchen mit Sirup, Eier mit Bacon und Toast oder andere leichte Variationen an. Dazu einen Kaffee, wobei sich diese Pad-Manie hier anscheinend noch nicht durchgesetzt hat. Man bevorzugt einen guten alten Filter Kaffee, den es hier wie ueblich in unzaehligen Variationen gibt.


Wenn man hier in die grossen Malls einkaufen geht, es gibt auch 'kleine Tante Emma Laeden', dann gibt es zu einen Produkt XY eine schier unglaubliche Variation, aehnlich der Aufzaehlung des sekundaeren weiblichen Geschlechtsorgans, welches Cheech Marin am Eingang vom 'Titty Twister' in 'From Dusk till Dawn' aufzaehlt. Die Uebersicht ist schier unuebersichtlich und die Regale sind ca. 150 m lang. Man muss, eigentlich wie immer im Leben, genau wissen was man will.

Da ich ein Zeitschriften Liebhaber bin, habe ich auch eine Runde zu diesem Regal gedreht und musste feststellen, dass die Print Medien in den USA im Vergleich zum United Kingdom und uns eher mickrig ausfallen. Es gibt eine Reihe von Musik-Magazinen, welche im Vergleich zu den unseren aber gelinde gesagt erbaermlich sind, viel Werbung, viel Nonsense, wenig Inhalt. Die beruehmte Ausgabe des rollenden Steines in etwa kommt einem vor wie ein Misch-Masch aus Schueler-Zeitung und Werbebroschuere, da "lobe" ich mir unsere Ausgabe. Ich war erstaunt, dachte ich doch der 'Big Brother' wuerde hier sitzen. Da sind die Magazine, sowohl zum Medium Film/ Kino und eben auch Musik in England und bei uns um Laengen besser.

In diesem Land wird ein unglaublicher Muell produziert, es ist gar nicht 'gang und gebe' seine eigene Einkaufstasche zum Einkauf mitzubringen. Wenn ich sehe wieviele Plastiktueten jeden Tag ueber den Tresen gehen, dann wird einem hochgerechnet mulmig. Auch sonst gibt es hier keine gelben Beutel. Glas und Papier als auch Alltags Muell werden getrennt, das war es dann. Aber ich weiss, dass es auch hierzu bei uns zuhause diverse und kontraere Ansichten gibt.

Die Menschen hier essen mittags entweder bei der Arbeit warm in der Kantine, meistens aber kalt (Sandwiches) etc. und das meistens 'at the desk', dass heisst direkt am Arbeitsplatz und abends dann warm. Es wuerde sie nicht stoeren das direkt am Arbeitsplatz zu tun, so wuerden sie eine Menge Zeit sparen.

Vertrauen ist hier nicht nur ein grosses Wort. In Restaurants gibt man dem Kellner zwischen 10-20% Trinkgeld und was mir ausserordentlich gut gefallen hat und gefaellt: wenn man bar bezahlt, kann man die Scheine in das Lederetui am Tisch legen und gehen. Herrlich! Auch die Kreditkarte die der Immigrant an der Tankstelle entgegen nimmt um zum einen zu tanken und es auf der Karte zu verbuchen, kann man diesem getrost in die Hand geben ohne Angst haben zu muessen, dass dieser Unfug damit treibt.

Noch immer muss man seinen Alkohol in braunen Papiertueten aus dem Laden tragen, da hat sich weiterhin nichts geaendert. Nach einem klassischen Schnaps musste ich in einem dieser Laeden lange suchen, die mich uebrigens immer wieder an die Wells Fargo Posten aus den Western erinnert haben. Man subtrahiere die ganze Technik und das moderne Equipment und prompt waere man an irgendeinem der Aussenposten. Ich fand einen Jaegermeister fuer 15.00 $ als Importware, sonst gab es nichts. Der Jack Daniels und Makers Mark kosten genauso viel und schmecken auch genauso ... .

Nach oeffentlichen Verkehrsmitteln sucht man hier vergebens, bis auf Buslinien hier und da, die fast ausschliesslich von Afroamerikanern und Hispancis benutzt werden und man ist hier ohne ein Automobil wirklich vollkommen aufgeschmissen. Zu Fuss sieht man hier niemanden herumlaufen und die Faulheit der Amerikaner was das betrifft kennt keine Grenzen. Wenn man bei uns einiges und vieles mit dem Fahrrad oder zu Fuss erreicht und erreichen will, wird hier fast alles mit dem Auto erledigt. Der Ressourcen Verbrauch nebenbei bemerkt ist hier immens und die Menschen gehen sehr unachtsam mit den Guetern der Mutter Erde um, dass kann man im Alltag sehr haeufig beobachten. Es ist kein Wunder, dass Druck auf die Staaten ausgeuebt wird seitens der anderen Nationen, was den Umweltschutz betrifft.

Im Fernsehen gibt es ich weiss nicht wieviel Kanaele mit allem was das Herz begehrt. Wenn ich den flachen Bildschirm mal einschalte, Kasten kann man ja nicht mehr sagen, dann bleibe ich meistens bei den Sportsendungen, beim Baseball haengen. Football verstehe ich nicht und Basketball habe ich zuhause genug. Auch hier ist die Werbung omnipraesent und damit der Kapitalismus: Es wird wirklich fuer alles geworben was man sich vorstellen kann. Es gibt aber auch Kanaele auf denen die Streifen ohne Werbung laufen. Auf einem Kanal laeuft 'Spongebob Squarepants' sage und schreibe 6h jeden Tag. Serien sind hier nichts 'Besonderes' und werden auf allen Kanaelen von allen gesehen. Ich unterhielt mich letztens ueber 'Lost' mit einer Americanerin Puerto Rica'nischer Abstammung an der Kasse eines Supermarktes und sie war begeistert sowohl ueber das Prinzip als auch ueber J.J.! Die Sender hier produzieren hier unglaublich gute und spannende Serien. The show must go on!

Letztens habe ich meine Schwester nach Philadelphia zum Flughafen gebracht, eine imposante Anfahrt auf diese Metropole mit vielen Suburbs und eine klassischen Skyline und im Player legte ich eine Scheibe von Mos Def ein "Black On Both Sides" mit dem grandiosen "Umi Says" (Lomax!). Die ganze Scheibe ist absolute Spitze und es ist schon ein komisches Gefuehl, welche Emotionen Musik in einem ausloesen kann, wenn man diese losgeloest von seinem Alltag und seiner gewohnten Umgebung woanders hoert. Ich kann dieses Gefuehl schlecht umschreiben.

Hier auf der Anlage wo ich wohne gibt es einen Pool den man als Bewohner des Komplexes benuzten darf, daran angliedert ist ein Fitness Raum. Am Rand des Pools in der Mitte sitzt "Lieselotte Pulver" so will ich sie mal nennen, weil schoen gewisse Aehnlichkeiten vorhanden sind. "Lieselotte" ist russische Studentin und studiert 'Amerikanismus' in Ihrer Heimat. Ueber eine Anzeige bekam sie den Job als Pool Waerterin, denn hier muss der Pool beaufsichtigt sein um einem Regress entgegen wirken zu koennen, sollte jemand absaufen. Sie hat im Mai angefangen und muss den Job bis Mitte Oktober durchziehen. Um 10:00 Uhr oeffnet sie den Pool und setzt sich auf den Stuhl bis 20:00 Abends ohne Pausen, hoechstens mal unterbrochen fuer ein menschliches Beduerfniss. In diesem Moment muessen alle den Pool verlassen und erst dann betreten, wenn sie wieder da ist. Sie verdient also in den Semesterferien ihr Geld damit, dass sie 10h am Schwimmbecken sitzt und darauf achtet, dass niemand untergeht. Einen Tag in der 7 Tage Woche hat "Lieselotte" frei, in der darauffolgenden dann 2. Ihre Vertretung ist ein Typ mit einer Mischung aus Jon Bon Jovi und dem All American Guy. Wenn sie sich unbeobachtet fuehlt geht "Lieselotte" hinter einen Busch um eine zu rauchen. Mir tut sie irgendwie leid, andererseits verdient sie ihr Geld im sitzen an der Sonne.

Die Amerikaner und auch die Einwanderer schaetzen deutsche Autos ueber alles. Die, die es sich leisten koennen sind momentan auf dem BMW Trip, hier in Princeton habe ich bereits 2 Haendler gesehen, ansonsten faehrt man auch gerne VW, Mercedes und Audi. Die einheimischen Produktionen "taugen nichts" wie sie selbst sagen und da ist technisch und qualitativ durchaus etwas dran.

Wenn man hier essen geht, dann gibt es entweder die Fast Food Restaurants, das Mischding aus einem klassischen Restaurant und Fast Food oder etwas 'gehobeneres', wobei letztere versuchen einen krampfthaft auf 'Style' zu machen, in dem sie, auch tagsueber, den Laden komplett abdunkeln in der Annahme das wuerde das Ambiente etwas veraendern und zu etwas besonderem machen. Man muss es gesehen haben. Der Keller ist immer sehr freundlich, aus besagten Gruenden, kommt an den Tisch und erzaehlt erst einmal etwas zu den Tagesmenues, manchmal in einem englisch, das selbst die Einheimischen nicht verstehen, dann gibt es immer Wasser und Brot mit Butter, was angenehm ist. Da die Kellner von der Anzahl der Gaeste leben liegt auch schon die Rechnung auf dem Tisch, noch bevor man seinen letzten Bissen hinunter geschluckt hat, was weniger angenehm aber durchaus verstaendlich ist.

Ich trinke gerade ein Getraenk was weder Zucker noch Coffein enthaelt auf 3 Eiswuerfeln.

Morgen fahre ich mit dem Zug nach N.Y. und werde bei 'Footlight' nachfragen, ob die einen 'John Ross' kennen, der sich manchmal auch als 'Ewing' ausgibt.

Ganz ganz gross!

Euer,



Bildquelle: geocities.com, Copyright Jose Leal, Ladd Company

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