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Shuko – Jazzterfield

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 18. September 2020, 10:58am

Kategorien: #674.fm, #Alan Lomax Blog, #Elektronische Musik, #Essay, #Feuilleton, #Popmusik, #album

Shuko – Jazzterfield

Dieser Herbst ist so voll geknallt mit Musikveröffentlichungen, dass es mir schwer fällt zu folgen. Meine Einkaufsliste wird immer länger. Meine Playlist hat das hörbare Limit erreicht. Hinzu kommen noch die ganzen Pre-Orders der im Oktober und November erscheinenden Platten und dann dieser Sonder-Edition bzw. Bundle Wahnsinn! Die Preise steigen! Und die Musik, der Künstler steht wieder mal in der zweiten Reihe. Die Zeiten sind hart genug.

Ein Grund mehr in diesem qualitativ starken Herbst, der auch einen miesen Geschmack von quantitativen Musikkommerz-Wahnsinn hinterlässt, ein ehr unbekanntes deutsches Projekt zu supporten. Auch weil mit der erstaunlichen neuen Ära der britischen Jazzszene und den wichtigen US -Einflüssen für die Reinkarnation des Begriffs Fusion und der Musik von Kamasi Washington, Thundercat, Flying Lotus bis hin zu Kendrick Lamar erneut blockierte Türen öffnen lassen.

Also wieso immer soweit Reisen? ...wenn doch das Gute vor der Haustüre liegt. SHUKO ist Kennern der deutschen Hip-Hop Szene ein Begriff. Als MC und Produzent, hat er sich insbesondere mit seinen knarrenden Beats einen Namen gemacht. Nun hat er sein zweites reines Produzenten-Album unter eigenem Namen veröffentlicht.

Das Album fliest und gerillt so vor sich hin, dass es nur in bedeutsamer Dauerschleife laufen kann. Es rotiert und die Beats und Samples, lassen uns in eine längst vergessene Zeit reisen, als die klassische Jazzmelodien vielleicht noch für sich alleine standen und aus dem Wohnzimmer unserer Eltern rüber schwappten, während wir mit einem billigen Telefunken Plattenspieler und einer alten Kurtis Blow Platte versucht haben, Musikkunst wie unsere Helden Grandmaster oder Bambaataa zu erzeugen.

SHUKO stellt den Sampler E-me SP-1200 in den Zenit seiner Produktion, des also unverwechselbaren Sound und als Kulturrelikt. Es wird Zeit, dass einzelne Workstations aus der Vergangenheit, als eigenständiges Instrument gewürdigt werden. Natürlich ist das alles sehr nahe am HipHop dran und der grobkörnige Sound und seine 12-Bit Sampling Auflösung, sind warm und analog. Diese Platte ist für Sound- und Beats Liebhaber ein MUST HAVE.

Eine überaus doppelt erwähnungswürdige nationale Produktion die OUTSTANDING ist. Denke ich nur an den Track MOTEL HOURS (feat. Kid Taro), so ist da aber viel mehr, als mein musikalische Herz, mit Worten zum Ausdruck bringen kann.

Sehr fett, sehr fett

Aus den trüben Gründen der gefilterten Basslines

Alan Lomax

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