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Musik, Kino, Kultur und Radiosendung musikabend 674.fm


PRIMAVERA SOUND 2018 - Barcelona 30. Mai - 03. Juni 2018 - Festivalbericht

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 4. Juni 2018, 09:33am

Kategorien: #Konzerte, #Populäre Musik, #Kommunikation, #Orchestrale Musik

PRIMAVERA SOUND 2018 - Barcelona 30. Mai - 03. Juni 2018 - Festivalbericht

"Man kann von einer Frau alles bekommen, wenn man nichts von ihr haben will."

Serge Gainsbourg

(Autor Alan Lomax / Alle Fotos by Pixel DMC, John Ross Picture, www.loudandquiet.com und Alan Lomo)

Am Samstagabend stand Jane Birkin, die eigentlich bereits 1991, nach dem Tod von Gainsbourg, beschloss ihre Gesangs-Karriere zu beenden, auf der großen SEAT-Bühne direkt am Mittelmeer. Barcelona, die wahrscheinlich schönste Stadt Europas im Rücken und einem sinfonischen Orchester davor, blickte in den Himmel und nahm Kontakt zu dem toten Chansonnier auf. Für diese Momente hat er seine Songs geschrieben, für diesen Moment, hat die englische Sängerin und Schauspielerin ihn, den Über-Künstler geliebt....

Und es sind diese Momente, die einen selbst betäubt machen und die einem selbst viel bestätigen und gleichzeitig, die vielen dummen Momente und Menschen seines eigenen Lebens ausblenden lässt.

Natürlich ist es kein Zufall, dass Jane Birkin zu dieser Zeit auf einem sogenannten Rockfestival die Musik und Texte des Provokateurs vorträgt. Denn Gainsbourg war nicht nur ein Lebemann, sondern auch genialer Künstler, der also weder in der Realität, noch in der Kunst Grenzen kannte.

Bereits 1966 sang er mit FRANCE GALL über Oralverkehr, die Platte JE t'ahme....non plus wird in Frankreich von Erwachsenen noch immer vor deren Kindern im Schrank versteckt und über den Song, LEMON INCEST, gemeinsam mit seiner damaligen 15 alten Tochter Charlotte aufgenommen, ist alles über Inzest geschrieben worden, was man über das Thema sagen kann oder eben nicht. Nun wäre es natürlich interessant, seine Meinung über GENDER EQUALITY zu erfahren, aber vielleicht reicht es auch, wenn JANE BIRKIN und Ihre Tochter CHARLOTTE GAINSBOURG uns auf ihre Art zeigen, dass ein Mensch, wie er es gewesen ist, mehr Facetten hat, als die billige Provokation. Denn die dient ja bekanntlich dazu, sich die Bürgerlichkeit vom Leib zu halten.

(Wer mehr wissen will: PK BIRKIN GAINSBOURG ...die Pressekonferenz mit beiden und ihren Antworten auf die zum Teil, grenzdebilen Fragen der Journalisten.)

Gainsbourg überschattet dieses Festival also. Wenn man davon ausgeht, dass all' die Musik die wir dort heute hören, ja mal irgendwann aus der Rebellion und der Provokation, also dem Rock'n'Roll, des Punkrocks und dem Blues entwachsen ist. Viele haben das offensichtlich vergessen, aber ohne Typen wie Gainsbourg, würde es wohl viele Bands und Musiker heute nicht geben. Und viele der auftreten Akts fehlt ja eben genau das, was so ein Gainsbourg war. Ein gesamt Kunstwerk.

Der zweite wesentliche Geist der über dem Festival lag, ist wohl die Idee der Gleichstellung der Geschlechter. Ob es nun Zufall des Bookings war oder kurative Kunst. Wohl selten hat man soviel gute, ikonische und wichtige Musik von Frauen auf einem Festival gesehen und gehört.

Für mich unverständlich, dass dies erst im Jahre 2018 bemerkt wird, aber vielleicht ist es ja bald so weit und wir müssen uns mit diesem Thema gar nicht mehr beschäftigen, weil alles so geworden ist, wie es sein soll.

PRIMAVERA SOUND ist ein Geschenk an Menschen, die sich leidenschaftlich mit Musik beschäftigen. Es ist fast alles dazu geschrieben worden und auch das Attribut "Das beste Festival der Welt" ist häufig von der internationalen Presse genannt worden. Nun, wahrscheinlich muss das jeder Besucher für sich selbst entscheiden, für mich wird es zum vierten Mal unvergesslich bleiben und vielleicht war es diesmal so, dass die Konstellation der gesehen Musiker und meine Selektion für mich die idealste war. Ich habe jetzt noch Tränen in den Augen, wenn ich an all' die unfassbaren Momente denke, die keine Kamera der Welt fest halten kann. Auch wenn das jeder mit seiner Handycam versucht. Aber es klappt einfach nicht! Zum Glück gibt es ja aber auch Worte, daher in der Folge, ein paar Fotos und ein paar Worte zu den Konzerten die ich sehen durfte. Ja, durfte! Man wird ja bei diesen Namen, sehr demütig.....und weiß zu dem überhaupt nicht was man alles verpasst hat! 

Spiritualized

Jason Pierce sitzt wie immer rechts in der Ecke. Sichtlich wohl, versteckt, weil neben ihn ein Chor, ein Orchester und eine Band platziert ist. Über PIERCE und seinen Werdegang ist alles gesagt. Drogen und chronische Lungenentzündung liegen hinter ihm. Seine charakteristische spirituelle, psychedelische Musik ist bekannt. Da gab und wird es wohl keine Überraschungen mehr geben. Aber in dem Auditorium, mit dem Set-Up, Sound und als erstes Konzert des Wochendes, will keiner mehr erwarten und genau das haben. Und die melancholischen. gleichzeitig aggressiven Soulnummern, zwischen Shoegazing, Country und Pink Floyd sind nicht nur nicht von dieser Welt, sondern beeindrucken dann auch bodenständig mit einer grandiosen Rhythmik und tollem Arrangement zwischen Band, Orchester und Chor. Die volle Wucht sozusagen! Alleine dieses Konzert hätte die Reise nach Barcelona gerechtfertigt.

Belle & Sebastian

Danach dann raus aus der Konzerthalle, direkt vor die PRIMAVERA Bühne, war ich noch leicht skeptisch, ob ich die ja von Grund auf fröhliche Musik von BELLE & SEBASTIAN nach dem Trip ins Weltall und zu Gott überhaupt ertragen konnte. Konnte ich aber! Ich gefühltes achtzigstes BELLE & SEBASTIAN Konzert, mit einer zudem geringen Erwartungshaltung, weil ich diese Band bisher Live nicht ertragen konnte. Denn noch gibt es soviel Hits der Schotten die sich aufgrund der Stilistik ihrer Musik in mein Herz gebrannt hat. Die musikalische live Umsetzung war aber immer ein Schritt zu viel. Nun ist es aber vollends gelungen. Was auch bestimmt an der neuen unglaublichen Tanzplatte (bzw. 3 EPs-Tanzplatte)  HOW TO SOLVE OUR HUMAN PROBLEMS liegt. Murdoch und Isobel Campbell verzichten etwas mehr auf Blockflöte und merkwürdiger Kleinkind-Ästhetik und klingen rauher, funkiger und haben mehr Schmiß. Ein wirklich schönes, tanzbares Konzert, dass die frühere Niedlichkeit etwas vergessen lässt.

Warpaint

Bereits vor 10 Jahren drängte sich die kalifornische Mädchenband in mein Interesse, da JOHN FRUSCIANTE die erste EP produzierte. Aus diversen Gründen, habe ich sie dann wieder aus den Augen verloren. Die Post-Punk-Schwere und der gute mehrstimmige Gesang inkl. gelernter Harmonielehre (bei solchen Bands ja ehr ungewöhnlich), das Wetter und der Zauber des Momentes, war einfach grandios. Zudem gibt es ja nicht so viele Allgirls-Combos -womit wir wieder beim Thema sind- und die Hoffnung bleibt natürlich, dass sich das endlich ändert. Aber! Das hatte ich auch vor 2 Jahren an gleicher Stelle gedacht als ich die famosen SAVAGES gesehen hatte.

BJÖRK

Nach 20 Millionen verkauften Alben und einem Herz aus Gold, sowie einer künstlerischen Seele aus Feuer und Eis, muss man sich nicht mehr selbst erklären. BJÖRK Superstar beeindruckt mit einer Aufführung zwischen SOMMERNACHTSTRAUM und MIDAS MIT ESELSOHREN. Auf der Bühne gab es soviel zu sehen, dass man die ersten 15 Minuten erstmal klar kommen musste, bis man für sich selbst festgestellt hat, dass diese BJÖRK uns da provokativ keinen Kitsch vorträgt, sondern hoffnungsvolle, feministische und zum Teil ausufernd-optimistische Musik vorträgt. Und sie hat sich radikal neuerfunden. Wie eigentlich permanent auf ihrem Weg zum Superstar, der weiblichen Superstars. 

Nick Cave

Der große Nick Cave! Nun ja, ich gebe es zu: Ich hatte ihn noch nie live gesehen, obwohl ich den Mann seit meiner Geburt verehre! So richtig sollte es auch an diesem Donnerstagabend nicht klappen! Eigene Ansprüche, durchkreuzt von körperlichen Anstrengungen und Anforderungen! Somit auch kein kritisch oder euphorisches Wort zu diesem Konzert! Aber die kurze Anmerkung, dass ich es sehr faszinierend finde, wie er seinen Schmerz und sein Leiden auf den Punkt vortragen kann. 

Vince Staples

Kommen wir nach Nick Cave also zum nächsten Pessimisten: Vince Staples. Und der hat überhaupt keine gute Laune! Raus, kantig, nervös, klagend und aufbrausend ist sein Set. DIE WELT hat ihn sogar den IAN CURTIS des Hip Hop s genannt. Was ich lustig finde...; ...aber nun ja, auch gleichzeitig schwierig ist! Paranoid ist aber sein Auftritt! Eine Videoleinwand mit einem wechselnden Mosaikvideoangebot, weiße Spots, Nebel und der Mann aus Long Beach in schwarz. Alleine! Kein DJ, kein Shit! Der Mann hat das Selbstbewusstsein eines Kayne West, hat aber wenig mit ihm zu tun. Denn Staples ist real! Der 23-jährige trägt seinen richtigen Namen, was schon in dem Geschäft schon mal ungewöhnlich ist und schreit seine Ängste und Träume in die spanische Nacht, als wenn es kein morgen gibt. Durchtrainiert, drogenfrei (bewusste Aussage, was lustig ist vor einem Publikum welches zu 80 % alles eingeworfen hat, was möglich ist) und unfassbar körperlich. Einer der bemerkenswertesten Gigs des Festivals....

John Maus

John Maus ist ausgebildet in politischer Philosophie. Seine Musik produziert er an einem Ort den er FUNNY FARM nennt und mit tausenden von Synthesizern rumspielt. "Rumspielt" von wegen! Er produzierte sechs Jahre an diesem aktuellen unfassbaren Album rum, welches er auf Basis von neuronalen Vorlagen und ausbaldoverten Algorithmen produziert hat. Seine Interviews sind völlig abgedreht, denn er spricht eigentlich nur von Verschwörungen und der Apokalypse. Auch sein Vortrag auf der Pitchfork-Bühne am frühen Freitagabend ist alles andere als leichte Kost. Der wirklich nach einem jungen Philosophieprofessor aussehende Maus, schreit sich den Teufel aus der Seele und kloppt sich dabei permanent das Mikro auf den Kopf. Zwischendurch haut er sich mit den Fäusten auf die Brust, schreit und fleht, während die Band versucht seine seltsame und unwirkliche Musik zu spielen. 

Was für ein nachhaltiger und interessanter Künstler! Ich bin froh, ihn bei einem seiner seltenen Auftritte gesehen zu haben, torkelte aber nach auch ein wenig fassungslos zur Rhye Ban Bühne (!)

Rhye

Nach dieser philosophischen Erfahrung, ausgestattet mir mehr Fragen als Antworten, tat der folgende Auftritt von RHYE mal richtig gut! So muss sich jemand fühlen, der nach einem harten Arbeitstag nach Hause kommt, dass Radio einschaltet und die Füße hoch legt, um in der Folge seines Lebens die ewig gleiche Antwort auf die Frage (was hörst Du so für Musik?) zu geben (alles was im Radio läuft). Das soll aber das dänische-kanadische Duo RHYE nicht stören. Denn die machen sehr angenehme Popmusik, basierend auf einer reduzierten Spielart des R'n'Bs. Auffallend dabei ist MIKE MILOSHS androgyne Stimme, die toll zu den sehr gut arrangierten Songs passen. Man fängt an zu tanzen! Wünscht sich zwar noch etwas mehr die Band THE PARCELS, aber das reicht schon, um einen zumindest daran erinnert, dass man ja schließlich auch im Urlaub ist und nicht auf einer Lesung über PLATON. 

MOGWAI

Es ist kein Geheimnis, dass MOGWAI zu meinen Allzeit Lieblingsbands der Welt gehören. Es gibt kaum Musik bei der ich mich besser ausklinken kann, wie bei dieser! Viel zu lange habe ich sie nicht live gesehen und leider ist auch dieser Slot etwas getrieben von Hektik, da gleich danach RIDE auf einer versteckten Bühne mit eingeschränktem Zuschauerzugang spielen werden. Dennoch die erste Hälfte ist famos. Mit HUNTED BY A FREAK und CROSSING THE ROAD MATERIAL starten die Schotten auch noch mit meinem derzeitigen Lieblingshits. Das elegische RANO PANO folgt in der Mitte bevor ich bei AUTO ROCK aufbrechen muss. Die schockierend einfachen Melodien und die schöne Melancholie, ist die perfekte Gitarrenmusik. Ich glaube es war Stephen Malkmus der gesagt hat, dass MOGWAI die Gitarren-Band für das 21. Jahrhundert ist. Er hat recht! Aber so was von!

RIDE

Als Enthusiast verwendet man häufig Superlativen. Und leider führt das natürlich dazu, dass das Wortelager von ausufernden Euphorismen irgendwann verbraucht ist. Leider! Ich versuche es also mal sachlich/faktisch: Ich besuche seit 1980 Musikkonzerte. Und sage mal, dass ich Bereich der Gitarrenmusik so ziemlich jede gute Band gesehen habe. Es gab Konzerte die mich von der technischen Seite beeindruckt haben und häufiger von der emotionalen Seite. Bei einem RIDE Konzert in der dritten Reihe vor MARK GARDENER und ANDY BELL stehen zu dürfen, ist einer Krönung gleich! Und ja es gibt viele Gitarrenbands, aber wohl kaum eine, die so eine intensive und hohe Sounddichte hinbekommt. Phil Spector kniete neben mir auf dem Boden  Ich habe seinen Geist beobachten können. ANDY BELLS Interpretation der Rockgitarre beeindruckt mich dabei am meisten. Und sagen wir es mal so: Auf einem Wah-Wah-Pedal rum treten können viele. Und eine sinnvolle modulare Soundstruktur dahinter schaffen auch! Aber das ganze konzeptuell in die Historie der britischen und amerikanischen Gitarrenbands einzubetten, dabei cool as fuck zu bleiben, davon gibt es wohl wenige. Gardener sieht so glücklich aus, spielen zu dürfen und ist so was von präsent und sympathisch, dass dieses Konzert auch ohne allem funktionieren würde. Zusammen aber, in diesem Moment, mit diesen Freunden um mich herum und mit dieser Blaupause bleibt das für immer historisch.

Charlotte Gainsbourg

Und nach all' diesen Eindrücken dann Charlotte. In die ich bereits als 14-jähriger verliebt war. Und die mit REST das Album des letzten Jahres für mich aufgenommen hat. Die FAZ hat vor einiger Zeit so schön geschrieben, dass sie mit dieser Platte die letzten Tage des Discos heraufbeschwört. Das kann man so stehen lassen. Aber auch der Geist von John Carpenter schwebt über dieser Primavera Stage. Carpenter trat vor 2 Jahren hier auf und hinterließ mit seinen synthetischen, meist minimalistischen Filmmusiken ein unsichtbares Geflecht, welches nicht mehr wegzunehmen ist. Charlotte und ihre Musiker verwoben sich da ganz schön, schön. Die tolle Lichtinstallation rückte dabei alles dezent ins beste Licht. Dabei hat mir die Tochter von Jane Birkin und Serge das Herz gebrochen. Ihre fiselige, zerbrochene Art, zerbrach mich. Und auch der geniale Bezug von Moroder hin zu Daft Punk (die einige Stücke auf REST produziert haben) und diese kindliche, niedliche, nicht perfekte, aber perfide Stimme! Boah! Alles passiert fast in Zeitlupe und als sie zum Schluß LEMON INCEST singt, sind alle Dämme gebrochen und die Tränen fließen. Das Bier leider nicht, da zu diesem Zeitpunkt keins mehr zu kaufen war! Nicht schlimm, mal früh ins Bett!

Peter Perrett

Der letzte Tag beginnt eben so sensationell, wie der vorherige geendet hat! Peter Perrett der im letzten Jahr nach 40 Jahren und mit seinen beiden Söhnen, die unglaublich großartige Platte HOW THE WEST WAS WON aufgenommen hat, beehrt uns auf der Ray-Ban-Bühne bei schönstem Wetter, mit kristallklarem Sound und einer grenzenlosen Sympathie. Der alte Punk und Frontmann der ONLY ONES präsentiert mit Augenzwinkern und beissender Schärfe seine Sicht der Dinge. Sein Leben hier darzustellen wäre ausufernd. Aber bestimmt ist er eine der größten Ikonen, die zwischen den ganzen Helden hier am Mittelmeer rumlaufen. ANOTHER GIRL, ANOTHER PLANET spielt er tatsächlich zum Schluß. Ich wollte gerade anfangen mir Bier über den Kopf zu kippen und meinen lieben JOHN ROSS EWING mit einem liebevollen Pogoschubs auf den Boden zwingen, als es auch schon wieder vorbei war. Keine Zugabe, dass gibt es hier nicht! Also auf zum Platz der Freude und zu Jane Birkin....

INTERLUDE

Jane Birkin

Ich glaube jedem dürfte klar sein, dass das zu diesem Zeitpunkt, mit der Skyline, der Atmosphäre, der Stimmung und der Musik niemals zu toppen sein dürfte. Daher auch keine weiteren Worte und nur noch dieses Video....immer und immer wieder!

SLOWDIVE

Neil Halstead komplettiert den Reigen der britischen Gitarrenhelden der Neuzeit am Samstagabend. Mit der tollen Rachel Goswell und den restlichen Slowdivern liefert die Band ein tolles, klassisches Set zwischen Sonic Youth und My Bloody Valentine. Interessanter Weise können sie nicht so ganz bestechen, mit allen anderen aus dieser Liga. Was aber auch einfach an dem vielleicht nicht so ganz perfekten Slot lag. Der Samstag und das Publikum fordert Party und wird zunehmend unruhiger. Da haben Bands wie Slowdive es ehr schwer mit ihren atmosphärischen Soundteppichen. Die aber trotzdem überragen und viele dumpfe Menschen Mundtod machen. Mehr Respekt bitte! Danke!!!

DEAD CROSS

Dead Cross ist die Band von MIKE PATTON (FAITH NO MORE), DAVE LOMBARDO (SLAYER) und JUSTIN PEARSON (THE LOCUST). Und somit eine offizielle Supergroup! Und ein feierliches Ende für mein Primavera des Jahres 2018. Musikalisch übrigens eine Art Offenbarung, da DEAD CROSS den Hardcore neu erfinden! Rotzig, auf den Punkt und sehr gerade aus nach vorne gespielt. Ehrlich gesagt kann ich Lombardos Schlagzeugspiel nicht beschreiben, ohne meine Hände dafür zu nutzen. Aber sagen wir es mal so wie es gewesen ist und wie ich es noch nie gesehen habe: Die Drumsticks haben gequalmt. Kein Scheiß.../ Ein völlig abgedrehtes Set von 35 Minuten, mit Songs die zum Teil nur 30 Sekunden lang waren und Mike Patton, der einem atemlos zurück lässt. Echte Helden! Echte Männermusik, am Ende dieses grandiosen gleichberechtigten und friedlichen Festivals!

Aus der Hölle des lombardischen Schlagzeugs und des Himmels der Geigen der Gainsbourg Chansons. 

Alan Lomax

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