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DJ KOZE . KNOCK KNOCK

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 9. Mai 2018, 20:35pm

Kategorien: #Populäre Musik, #Kommunikation, #Konzerte

DJ KOZE . KNOCK KNOCK

Schreibt man Plattenkritiken, so hat das einen Grund. Der Grund dieser Plattenkritik ist es, Sie davon zu überzeugen, dass KNOCK KNOCK ein Meisterwerk ist!

Vergessen Sie alles was Sie wissen über Musik. Vergessen Sie wer Brian Eno ist, wer Brian Wilson, Jon Hopkins oder die Beatles sind! Vergessen Sie Ihre Plattensammlung, Ihre eigenen Ansprüche, den Stellenwert, den Sie bei Freunden oder in der Szene haben, weil Sie mehr wissen als Andere. Vergessen Sie einfach alles und stellen Sie sich vor, sie stehen nackt im Wald. Die Japaner nennen das im Wald baden!

 

Riechen Sie den die Rinde der Bäume, den frischen Klee, den Farn, die Kräuter und den Waldmeister. Umarmen Sie die alten Freunde, die Geschichte erlebt haben, weil sie so alt sind und hochgewachsen. Atmen Sie durch. Fühlen Sie sich wie Ihre Vorfahren die jagen und sammeln waren. Lassen Sie zwischendurch Ihren Gefühlen Raum. Schreien Sie! Weinen Sie! Denken Sie nach wer Sie sind! Überlegen Sie, ob es immer das Meer, der Luxus, der Abfall, die Verachtung oder die nicht ausgelebte Liebe in Ihnen ist, die Sie jeden Tag davon abhält, dass zu tun, was Ihr Körper, Ihr Geist eigentlich tun will. Nämlich sich wohl zu fühlen, zu hinterfragen, zu leben, zu spüren, zu atmen. Und ausgelassen zu tanzen und vielleicht mal zu zuhören.

 

Was sich wie ein spirituelles Manifest einer neuen Sekte klingt, ist in Wirklich der Verve dieser wunderbaren Platte des -ich lehne mich weit hinaus- Genies Stefan Kozalla alias DJ KOZE der seit einiger Zeit dabei ist, mit seiner Musik, den Grenzgang zwischen Ambient, House, Electronica und Pop zu gehen.

 

Was doch gleich der Grund für diese Betrachtung? Ach ja! Überzeugung! Wie bekommt man die hin! Nun ebenso wie KOZE bin ich extrem ambivalent was Platten- oder andere Kritiken angeht. Manchmal finde ich diese kurzen Abrisse gut! Manchmal aber auch die ewigen Vergleiche und Versuche der Herleitung zu all’ dem die ein Künstler veranlasst haben könnte, sein Kunstwerk entstehen zu lassen!

 

Ab und zu, aber finde ich es treffend eine Szenario zu beschreiben. Weil es eben bezeichnender ist. Und diesmal ist es der Wald. Der tiefe, manchmal angsteinflössende Wald oder eben die Lichtung die dieses unglaubliches Licht macht, wenn die Sonne durch die Waldwipfel scheint.

 

Ach ja die Musik! Nun, was soll es!? Jeder macht sich da so seine eigenen Gedanken. Und KOZE gelingt es wirklich, dass jeder Mensch mit musikalischen Sachverstand an ihm scheitert. Weil seine Tracks eben zu komplex sind, auch um sie beschreiben oder tatsächlich die schönsten Stellen des Albums mit Worten nicht zu beschreiben sind.

 

Superlative gerne! Sie wissen, dass ich dazu neige! Aber in dem Fall ist es unbedingt notwendig sich frei zu machen. Zuzuhören, zu entdecken und sich einfach darüber zu freuen, dass es Künstler gibt, die so freigeistig, agil, positiv unbedarft sind und sich mit ihrem Talent und ihrer Haltung über alles hinweg setzen, was man vorher gehört hat.

 

Aus einem deutschen Mittelgebirge, nackt, Baum umarmend und die unfassbare Platte hörend! Und darauf wartend mit DJ KOZE beim Primavera Sound, beim Last Slot direkt in die aufgehende Sonne mit ein paar verstrahlten Spaniern zu tanzen und davon zu träumen im Wald zu sein. Denn manchmal reicht auch das Mittelmeer nicht aus, um seinen Gefühlen stand zu halten.

 

Alan Lomax

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