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Wilco - The Whole Love

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 1. Oktober 2011, 10:32am

Kategorien: #Populäre Musik

The-Whole-Love.jpg

Immer wieder stellt sich die Frage, warum man Musik hört, im Speziellen PoP Musik.

Die Antwort auf eine solche Frage ist meistens nahe liegend und einfach, nur ... man muss erst einmal darauf kommen. Jeff Tweedy gab eine sehr plausible Erklärung: Man findet Trost. So banal das klingen mag, so bedeutend ist die Aussage auf der anderen Seite. Ich habe lange darüber nachgedacht.

Auf meinem Weg zur popmusikalischen Sozialisation bin ich diverse Wege gegangen, habe viele Bands gehört, hier und dort flackerten Helden auf und gingen wieder unter. Geblieben sind nur sehr wenige. Warum? Das führt wieder zurück zu der eingangs gestellten Frage und der Antwort.

Man sucht doch auch immer etwas in dem was man hört, liest und sieht.

Im Grunde ist es ein sehr egoistisches Vorgehen. Natürlich besteht ein wahrhaftiges Interesse daran zu entdecken, zu respektieren, aber unterbewusst ist man auf der Suche nach dem 'letzten etwas', dem 'i-Tüpfelchen', was einen in seinen Ansichten, seiner Denke und vielleicht am Ende auch Weltanschauung bestätigt.

Manchmal findet man es in der Musik, manchmal nicht. Im ersteren Fall besteht Deckungsgleichheit, die Schnittmenge um es unemotional mathematisch auszudrücken, ist gross, fast gleich. Dann tritt der Effekt ein, von dem Tweedy spricht: Trost! Sich dessen gewahr sein, dass es Menschen gibt, die denken und vermutlich fühlen wie man selbst. Irgendwann kommen die eigenen Gedanken an eine Grenze und an diesem Punkt erscheint die Musik auf der Bühne.

Die Musik von Wilco. Die ganze Liebe in Worten und Musik:

'The Whole Love'

Ein Album voll an unglaublich schönen Melodien. Die Texte, die Zeilen sind reine Poesie. 'Sunloathe' ist z.B. so ein Song:

link (YouTube)

Es ist die Art wie Tweedy singt, die Weise in der die Musik erklingt. Allein durch diesen betörend schönen Song werden Erinnerungen und Gefühle in solchem Maße erweckt, dass es in Worten kaum zu beschreiben ist. Nicht nur Trost Mr. Tweedy, sondern auch Erfüllung!

Es gibt aber auch die dunkle Seite, vielleicht als direkter Kontrast zur Sonne: 'Black Moon'

link (YouTube)

Was soll ich eigentlich einzelne Songs hervorheben?

Das Album beginnend mit 'The Art Of Almost' bis zum Ende mit 'One Sunday Morning' ist ein Erlebnis sondergleichen. Die Band zaubert einen geilen Song nach dem anderen aus dem Ärmel und man staunt und staunt. Was muss das für eine fantastische Aufnahme-Session im Loft gewesen sein!

Wie immer war ich skeptisch, ob Wilco ihr Niveau würden halten können?

Mit den ersten Takten von 'The Art Of Almost' war jeder Zweifel verflogen. Ich wusste intuitiv, dass das Album keine Enttäuschung wird. Alle menschlichen Regungen finden sich in den Texten und der Musik der Band wieder und kein Song ist langweilig.

'The Whole Love' ist ausserordentlich abwechslungsreich. Nicht nur in den zum Teil surrealistischen Welten, die Tweedy mit seinen Texten erschafft, sondern auch was die Musik und die Stile, Genres, ja Zeiten angeht. Das Album ist auch eine stilvolle Remineszenz an alte, glorreiche Zeiten, eine Würdigung grosser Musiker. Nein, keine blosse Kopie oder Hommage, sondern eine Weiterentwicklung auf eigene Weise, mit den eigenen Mitteln der Band.

Menschen die leidenschaftlich pOp mUsIk hören werden grosse Freude beim Hören empfinden. Stets ist neben aller Ernsthaftigkeit auch eine grosse Portion Humor zugegen. Hinhören!

Eine Empfehlung sei an dieser Stelle noch ausgesprochen, für die, die über itunes hören: Die Deluxe Variante als Album ist absolut empfehlenswert. Man kann die Songs mit den Texten zeitgleich hören, was meines Erachtens essentiell ist. Die 5 Bonus Tracks haben es übrigens in sich und sind keine blosse Beigabe!

Es ist soweit, es ist Zeit abzufeiern, der grenzenlosen Euphorie freien Lauf zu lassen, es ist Zeit einen Menschen, eine Band endgültig in den persönlichen Olymp aufzunehmen.

God, what a great guy, what a marvellous musician!!!

Jeff-Tweedy.jpg

 Foto/ Copyright: ZORAN ORLIC/ Rolling Stone Magazine.

Man kennt es beim Film. Da ist es einfach dieses Wort zu benutzen. In der Musik ist es weitaus schwerer, aber bei einem Song musste ich dieses (leider inflationär gebrauchte) Wort verwenden: Kult!

Was?

Der Song 'One Sunday Morning' (Song for Jane Smiley's Boyfriend).

@ legendary Alan Lomax: You have to listen to this album, play the songs on your guitar und sing 'em!

In einem Zustand vollkommener Glückseligkeit,

Rick Deckard

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