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JJ - like an overdose on heroin!

Veröffentlicht von John Ross Ewing auf 29. Januar 2012, 14:38pm

Kategorien: #Got my eyes on you - Ewings Kolumne

 

jj-trio-Kopie-1.jpg

 

JJ sind ein schwedisches Duo, Joakim Benon und Elin Kastlander. Bekannt sind sie nicht, obwohl sie mit den wunderbaren The XX auf US-Tour waren. Der Band-/Projektname soll sich auf Truffauts ‘Jules et Jim’ beziehen. Wenn das so ist, kann es wohl kaum eine bessere Nestwärme geben. Mich würde interessieren, wie Oskar Werner und Jeanne Moreau das so sehen.

 

Die beiden haben sich mit ihren ersten beiden Alben und EPs nicht nur bei mir, sondern bei meiner ganzen Familie einen musikalischen Ausnahmestatus in Sachen Verehrung erarbeitet. Wir sind alle immer wieder geflasht, gerührt und hingebungsvoll gefesselt, da das Zeug uns offenbar ins Mark trifft. JJ sind in der Lage musikalische Rauschzustände herauf zu beschwören und tragen einen in eine ergiebige eigene Welt. Ein Exempel des Dreampop.

 

‘Let go’ war der Überhit und der beste Song des Jahres 2010. Nachzuhören auf dem wunderbaren zweiten Album ‘jj no. 3’.

 

 

‚All I've left is my soul
Fall left me with this winter so cold
Take me away
Like an overdose on heroin‘

 

 

jj "Let Go" from aufgemischt! on VimeoOder hier anzuschauen with bloody tears.

 

 

Die ersten beiden LPs basieren vielseitig und unterschwellig auf HipHop Beats, was dazu führte, dass die Platten tatsächlich auch in HipHop Magazinen besprochen wurden, natürlich gedisst von den Hardlinern. Ihr größter Held ist offenbar Lil’ Wayne, der alte Gangsta. Das ganze kann man sich auf dem Download-Only Mixtape Kills untermauern lassen. JJ sehen sich als Popmusiker.


Die Faszination von JJ begründet sich vermutlich in der Tiefe, der durch Elins Stimme vorgetäuschten Unschuld und der Unergründlichkeit ihres Vorhabens. Einordnen kann und will ich das nicht. It’s outstanding.


Sowohl die Coverästhetik als auch die Videos bereiten mir manchmal große Sorgenfalten, da sie offenbar persönliche Grenzen austesten. Aber ich vermute, die beiden sind noch keine 27. Zwischenzeitlich hat mich die ‘Let them’ EP noch mehr in den Bann gezogen. Die Videos der Regisseurin Olivia Kastebring sind fulminant.


 

 

Und nun steht Neues an. Sie singen schwedisch. Angeblich soll das unglaublich dämonische Stück ‘VI’ auf der neuen Scheibe sein. JJ verbinden nun Schwermut, Dream Pop und Balearic Dance. Ich bin überwältigt. Addicted!

 

 

‘How I need you’ wiederum, ein The Embassy-Cover, calm down a little, bringt die düsteren Gedanken mit Liebe und Leidenschaft überein.

 

 

Irgendwie machen die alles auf einmal und es klappt. Sie erschaffen eine ever-charming imaginäre Traumwelt. Und das ist verdammt noch mal selten und wichtig und schön. Mit großer Vorfreude auf das neue Album,

John Ross Ewing

 


 

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