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Greenfield Approach

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 22. September 2009, 13:57pm

Kategorien: #Kommunikation



Heute habe ich von meinem Chef die Aufgabe bekommen ein Marketingkonzept nach dem Greenfield Approach zu entwickeln. Der Grüne-Wiese-Ansatz ist eine Planungsart, bei der nochmals von Grund auf, ohne belastende Voraussetzung und Rahmenbedingungen geplant werden kann. Man plant gedanklich eine Idee oder ein Ansatz ganz neu, von Anfang an.

 

Erst einmal eine schöne Aufgabe. Etwas drüber nachgedacht, aber auch mit bitterem Beigeschmack. Denn offensichtlich wurde bei dem Unternehmen, für das ich das Konzept entwickele ja alles falsch gemacht.

 

Oder sind die Strukturen so fest eingefahren, dass es überhaupt keine andere Möglichkeit mehr gibt, als das Alte einfach zu vergessen?

 

Theodor Fontane hat einmal gesagt: „Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben“.

 

Ich arbeite seit vielen Jahren in der Marketingberatung. Insbesondere bei Unternehmen aus dem Handel oder aus der Markenindustrie ist es so, dass man ständigen Hypes und Trends hinterher jagt. Oftmals wird diese Jagd aber viel zu spät begonnen. Das Internet wurde erst viel zu spät von den großen Unternehmen als Werbeplattform verstanden. Intelligente Lösungen erst viel zu spät mit integrativen Maßnahmen verbunden.

 

Neuster Hype ist es die Internet-Plattform „Twitter“ zuverwenden. Zahlreiche meiner Kunden sprechen mich darauf an. Wir müssen auch „Twittern“. Wir brauchen auch Einträge, wir wollen auch dabei sein!

 

Meine Antworten daraufhin sind ehr reserviert. Denn was wollen die Unternehmen mitteilen, wenn sie nichts zu sagen haben. Und glaubt mir, es gibt kaum Unternehmen bzw. Produkte in Deutschland die eine gute Geschichte erzählen. Wenn es dann aber eine Story gibt, fehlt der integrative Ansatz, ohne den der beste Medienkanal keinen Sinn macht.

 

Das diese Geschichten nicht vorhanden sind/es keine integrativen Ansätze gibt, liegt zum größten Teil an den Managern in den Unternehmen. Diese Leute bewegen sich nicht auf grünen Wiesen. Sie haben Angst! Angst vor dem Neuen, vor dem Scheitern und Angst vor Mut. Sie laufen ehr in dichten Fichtenwäldern rum und Verstecken sich hinter den Bäumen. Finden sie aber eine Lichtung, rufen sie laut und beschweren sich, dass sie nicht richtig beraten wurden.

 

Am Sonntag ist Bundestagswahl. Wer den Wahlkampf aufmerksam beobachtet hat, wird festgestellt haben, dass auch bei politischen Spitzenkräften Vorsicht und Mutlosigkeit im Spiel ist. Auch dort wird versucht thematisch auf allen Zügen mit zufahren, aber es werden keine Geschichten erzählt.

 

Macht die Idee der „schöpferischen Zerstörung“ also Sinn, damit eine Neuordnung stattfinden kann?

 

Man ist bei diesen Überlegungen schnell bei Nietschze. Der der postmodernen Gesellschaft ein großes Zerstörungspotenzial und einen „destruktiven Gesamtcharakter“, der aus Ziel- und Inhaltslosigkeit unserer Zeit resultiert, attestiert hat. „Der destruktive Charakter ist jung und heiter. (…) Zu solchem apollinischen Zerstörungsbilde führt erst recht die Einsicht, wie ungeheuer sich die Welt vereinfacht, wenn sie auf ihre Zerstörungswürdigkeit geprüft wird.“ Eine solche Prüfung nahmen bereits die Nationalsozialisten vor, und ihr Resultat ist allgemein bekannt.

 

Ich fange mal lieber mit der Arbeit an, sonst, drehe ich noch durch!!!

 

Alan Lomax bei der Arbeit!

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