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Musik, Kino, Kultur, Radio


WHITNEY - Light Upon The Lake

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 15. Juni 2017, 10:06am

WHITNEY - Light Upon The Lake

So ist es immer bei bleibenden Schallplatten die man für sich gefunden hat. Auf einmal sind sie da! Und man hat das Gefühl, dass das schon immer so war und immer so bleiben wird.

 

WHITNEY haben eine klare Referenz. Die Musik ihrer Eltern! Und das sind gute Amerikaner, die gute amerikanische Musik hören. Man kann es noch in den jungen Gesichtern des Gitarristen Kakacek und dem singenden Schlagzeuger Julien Ehrlich ablesen:. …wie sie vor den Plattensammlungen ihrer Eltern in irgendeinem Vorort von Chicago saßen und die Scheiben der EAGLES, der BEACH BOYS, STEELY DAN, CROSBY, STILLS AND NASH und den DOOBIE BROTHERS gehört haben. Wahrscheinlich kamen ein paar alternativen aus der eigenen Welt zusammen. Und dann? Aufregung und ab in die Garage und nachgespielt.

 

Es stellte sich schnell raus, dass die beiden talentiert sind. Nicht nur intelligent zu verstehen, dass Popmusik nicht nur innovativ sein muss, sondern man aus der Vorlage auch etwas neues und glückliches schaffen kann. 

 

Drei Dinge fallen sofort auf, wenn man LIGHT UPON THE LAKE das erste Mal hört: Da ist erstmal Ehrlichs wunderbare Kopfstimme, die ständig eine Oktave über dem Arrangement schwingt, welches als zweites besonderes Merkmal aufgeführt werden muss. Hören Sie hierzu den ersten Track des Albums NO WOMAN. Der recht folkloristische Beginn lässt erstmal nicht viel vermuten. Das Pianostagegemurmel des Rhodes verspricht mehr, bevor Kakacek wunderbaren an Walter Beckers (Steely Dan) besten Pattern erinnernden Muster beginnen. Streicher hinzu, ein toller Bass, durchmischen und ab der Bridge jubilierende Trompeten hinzu. Wer nun nicht imaginär in einem Cabriolet sitzt und an einem wunderbaren Samstagvormittag eine Straße am Pazifik in Kalifornien langt fährt, ohne irgendwelche Sorgen zu haben, dem kann man auch nicht mehr helfen.

 

Nehmen sie mal vergleichbare Jungs aus Deutschland. AMK aus Köln zum Beispiel. Die zweifelsohne gute Musiker sind, aber immer im Rahmen ihrer Möglichkeiten agieren werden, weil sie nicht verstanden haben, dass es bei bleibender und nachhaltiger Musik darum geht, die Möglichkeiten der Harmonie zu nutzen, aber auch nicht mit Musik aufgewachsen sind, die dieses Attribut von einem fordert, wenn man sich nicht musikalisch im Kreis drehen will, sondern den Anspruch hat, die deutsch Rock Bühne zu verlassen um musikalisch etwas progressiver zu werden. Vier Akkorde und ein gute Stimme reichen nicht für immer.

 

WHITNEY machen natürlich hoffnungslos romantische Musik, für hoffnungslose Romantiker. Man muss zudem die Klassiker aus den 1970ziger Jahren verstehen und eine Affinität zur Countrymusik, eine Leidenschaft für den Soul und den Humor haben zu verstehen, dass Yachtrock kein Genre ist, sondern eine fiedele Lebenshaltung.

 

Diese Platte macht glücklich und sie ist zeitlos. Damit stehen WHITNEY in einem Kontrast zu vielen anderen temporären Bands. Aber das ist alles subjektive Gerede. Wichtig bei dieser Platte ist, dass man nicht von ihr los kommt, weil sie so nichtstörend und glücklich machend ist.

 

Jetzt schon ein Klassiker!

 

Golden Days

 

Alan Lomax

 

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