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Musik, Kino, Kultur, Radio


Gilles Peterson presents: Melanie De Biasio - No Deal Remixed

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 14. März 2015, 14:44pm

Gilles Peterson presents: Melanie De Biasio - No Deal Remixed

Kollege Rick Deckard (Wo Steckt der eigentlich?) sprach ja oft von der Symbiose Cover und Musik. Und in der Tat manchmal kann man sich darauf verlassen. Allerdings! Insbesondere im Jazzbereich sind ausgefuchste Marketingleute unterwegs, die uns über das Coverlayout oftmals eine Welt verkaufen möchten die es längst nicht mehr gibt.

Bei der vorliegenden Platte beeindruckt vorerst das Bild von Melanie De Biasio, welches wie ein tiefgründiges Coverfoto einer alten Verveplatte aussieht auf der Astrud Gilberto abgebildet ist.

Schöner ist das Coverfoto noch auf der Originalscheibe NO DEAL von 2014. Musikalisch verführte uns die belgische Sängerin in das imaginäre Jahr 1960 in irgendeinen Jazzkeller der gleichsam in Mailand, Köln, New York oder Paris gewesen sein könnte. Das Problem: Diese minimalistische, zerbrochenen Musikstücke die zwar die Aura der gleichnamigen Keller besitzen, haben mit Jazz nichts zu tun.

Dem DJ Gilles Peterson könnte man vorwerfen, dass er mittlerweile zu viele von diesen Produktionen gemacht hat und mit seiner Art und Weise sich originaler Musik zu nähern, quantitativ nervt. Schliesslich ist sein Name so etwas wie die führende Acid-Jazz-Marke der Welt geworden. Ob wir das nun gut finden oder nicht.

Aber glauben wir mal der BBC, wo Peterson inzwischen soviel Freiheiten hat, wie John Peel damals und in diesem Segment wohl kaum mehr angreifbar ist. Gelingt ihm aber eine stimmige und tiefe Umsetzung des erstklassigen Songwritings der Melanie De Biasio?

Ja, selbstverständlich! Denn das Album NO DEAL schreit förmlich nach einem Remix. Viele Songs sind scheinbar für die Lounge geschrieben worden und irgendwie verstärken die leichten Break-Beats die mysteriöse Stimmung der Scheibe. Das ist einfach, aber effektiv. 

Aber Peterson ist nur ein Teil des Remix an sich! Den Hauptteil teilen sich die EELS, The Cinematic Orchestra, HEX, Seven Davis Jr. und Jon Wayne der mit seiner Version WITH ALL MY LOVE eine für immer bleibende Version eines neuen Welthits geschaffen hat.

Ich weiß es genau, es geht Ihnen wie mir. Das hier ist eine Platte die man gerne mal Geschäft stehen lässt und anderen den Vorzug gibt. Man steigt dann ins Auto, in die Bahn und freut sich über seine Einkäufe, diese zu hören und hat trotzdem dieses miese Gefühl etwas vergessen zu haben. Das Gefühl legt sich schnell, bis man die Scheibe das nächste Mal sieht und sich dann doch wieder für eine andere entscheidet. Bis man irgendwann in 5 - 10 Jahre diese Scheibe auf einem Schallmarkt sieht. Sie wird ein Klassiker in diesem kleinen Segment geworden sein. Garantiert! Zumindest der Mix von WITH ALL MY LOVE….

Alan Lomax

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