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The Walking Dead - Frank Darabont / Ein diffuse Betrachtung von Alan Lomax

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 6. Februar 2012, 11:30am

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http://www.lomax-deckard.de/article-leicht-am-durchdrehen-don-t-worrie-only-people-with-brains-will-die-you-are-ok-70667498.html

Die Comicbuchreihe "The Walking Dead" von Robert Kirkman handelt von einer Gruppe von Menschen, die nach einer weltweiten Zombie- Apokalypse in den zerstörten USA um ihr Überleben kämpfen.

Die dazugehörige Fernsehserie läuft derzeit im deutschen Pay-TV. Die erste Hälfte der ersten Staffel ist auf DVD erschienen. Für die Produktion, Idee, Drehbuch und die Regie zeichnet sich Ausnahmetalent Frank Darabont verantwortlich, der mit seinem Filmmeisterwerk "The Shawshank Redemption" den wahrscheinlich besten Film der neunziger Jahre gedreht hat.

Über die Serie gibt es verdammt viel zu schreiben. Der Subtext ist episch, wenn man sich damit befassen möchte und die stilistische Umsetzung ist faszinierend gruselig, böse, tiefgründig und künstlerisch extrem nahe an der Vorlage.

Das Genrethema "Zombie" ist speziell, weil die Frage nach der Faszination zu einem apokalyptischen Thema, Zuschauer weltweit schon immer in zwei Lager geteilt hat:

Lager 1: Die Zombiehasser

Dieses Lager wird sich niemals überzeugen lassen, einen Zombiefilm anzusehen, auch wenn es zahlreiche künstlerische, unterhaltsame, aber auch gesellschaftliche Gründe dafür gibt. 

Vielleicht ist das Grauen zu groß, vielleicht die Angst, vielleicht sind es ästhetische und moralische Gründe. Ich finde es nachvollziehbar!

Lager 2: Die Zombieliebhaber

Für wahr und bestimmt eine kleinere Gruppe, die wahrscheinlich ähnlich wie das Genre selbst, eine Basis für Probleme, Randgruppen oder Minderheiten stellt, mit denen sich die Gesellschaft nicht auseinandersetzen will.

Menschen aus Lager eins, die sich gerade angesprochen fühlen und über ihren Schatten springen wollen sei gesagt, dass die Filmgeschichte ein Dickicht von Zombiefilmen hervorgebracht hat, die wirklich, wirklich gut sind. Es muss "Die Nacht der lebenden Toten" von George A. Romero genannt werden, dieser Streifen stellt das Gate zu diesem Sub-Genre des Horrorfilms dar.

Menschen aus Lager 2 empfehle ich die Serie "The Walking Dead" als Einstieg für den Lebenspartner aus Lager 1. Verkaufen Sie ihren Lieben die Serie einfach als "Westernserie"! Erzählen sie, dass die Zombies die Indianer sind. Oh, diese Aussage ist Ihnen politisch zu unkorrekt? ...richtig! Sie haben tatsächlich recht! Führen Sie also "Lost" ins Feld. Denn so sieht es auch Erfinder Kirkman!

"Ja, aber Herr Lomax", zeigt eine Studentin aus den hinteren Reihen auf, die nervös auf ihrem Bleistift kaut, "...wie sehen Sie das denn?  Sie wirken heute so seltsam distanziert, liegt es daran, dass sie zu Lager 1 gehören sich und uns was vor machen".

"Nein, nein, so ist das nicht, meine Liebe", kurz ziehe ich mein Taschentuch aus der Hose, schnäufe rein, um etwas Zeit zu gewinnen...

Dann gehe ich langsam zu meiner Aktentasche, hole ein Buch hervor und zitiere:

"Er kommt aus dem Grabe, sein Leib ein Heim für Würmer und Unrat. Seine Augen leblos, kalt seine Haut, ohne Atem seine Brust. Seine Seele verlassen und leer wie der nächtliche Himmel. Die Klinge verlacht er, Pfeilen gilt sein Hohn, denn seinem Fleische vermögen sie kein Leid zuzufügen. Ewigkeiten wird er auf Erden wandeln, das süße Blut der Lebenden wittern, sich an den Gebeinen der Verdammten gütlich tun. Wehe, er ist der lebende Tote. Obskurer Hindu-Text, cirka 1000 v. Chr.

...gelangweilt, aber konzentriert lege ich das  Buch zurück, lege meine Brille ab und drehe mich mit einem fast zum Wahnsinn verzerrten Gesicht zum Auditorium zurück. Fixiere die Studentin in der letzten Reihe und formuliere folgenden Satz:

"Wir müssen Dichtung und Wahrheit trennen!" -kurze Pause- "Die wandelnden Toten sind weder das Werk -schwarzer Magie- noch einer anderen übernatürlichen Macht. Ihr Ursprung ist ein Virus, das Solanum genannt wird, ein lateinisches Wort, das Jan Vanderhaven benutzte, der die Krankheit als Erster entdeckte.

Stil ist wichtiger als Substanz, zumindest bei Zombiefilmen!  Diese Kinoweisheit ist hier so richtig wie bei keinem anderen Genre.

Zombiefilme und -serien sollen in erster Linie unterhalten! Die Metapher des passiven Konsums und das Desinteresse hinter dem Dahinvegetieren der Zombies hat mir immer am besten gefallen.

In der heutigen Zeit, wo Desinteresse und Eigennutzen im Vordergrund des gesellschaftlichen Lebens stehen, passt die Serie "The Walking Dead" hervorragend rein und bildet für Menschen wie mich, die das Leben fordern und Leidenschaft in Dingen suchen, die vielen Menschen fremd sind, einen guten Subtext und das Verhaltensmuster der Zombies eine tolle, nicht ganz erstgemeinte, Befriedigung.

„The Walking Dead“ – erstklassige, wagemutige und extrem spannende Unterhaltung!

"In meinem Verständnis sollten Filme immer die Zeit reflektieren in der sie gedreht werden. Das gilt besonders für die sozialpolitischen und gesellschaftlichen Aspekte" Georg Romero

"Don't blame the movies! Movies don't make psychos! Movies make psychos more creative" Scream

"Ich glaube, dass besondere am Zombiefilm ist auch, dass man es mit einem Gegenüber zu tun hat, von dem es erst mal keine Unterschiede zu einem selbst gibt." Florian Krautkrämer

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