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A Man, a Plan, a Score: Michael Giacchino's Ghost Protocol

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 7. Januar 2012, 22:16pm

Kategorien: #Orchestrale Musik

Ghost-Protocol.jpg

Liebe Geister und Protokollanten!

Ich hielt es in der Vergangenheit für eine unmögliche Mission und einen Widerspruch: zeitgenössische, qualitativ gute, auch abseits des Films hörenswerte orchestrale Filmmusik.

Das Beispiel Ghost Protocol beweist, dass dies doch der Fall ist. Michael Giacchino hat zu dem neuesten Agenten-Spektakel eine formidable, abseits des Films sehr hörenswerte und äußerst unterhaltsame Filmmusik geschrieben. Ich stehe aktuellen Scores sehr skeptisch gegenüber, erst Recht, nachdem einst ein Herr Zimmer und seine Spießgesellen das Zepter übernahmen.

Ethan Hunt scheint sich langsam aber sicher zum Pendant des Agenten Ihrer Majestät zu entwickeln, dessen neues Abenteuer nach einer langen Durstpause ja auch bald bevorsteht. So wie Bond jagt Hunt (!) um den halben Erdball um Schurken dingfest zu machen und Aufträge anzunehmen, die sonst jeder ablehnt. Giacchino ist kein filmmusikalischer Ausputzer, kann sich seine Aufträge mit Bedacht auswählen.

Ob die Mission Impossible-Reihe ähnlichen Erfolg haben wird, wird die Zukunft zeigen. Die bisherigen Abenteuer empfand ich als allesamt sehenswert und unterhaltend. Barry drückte Bond seinen musikalischen Stempel auf, will man objektiv sein, so ist es im Falle der unmöglichen Missionen in allererster Linie Lalo Schifrin. Und dieser Bürde scheint sich Giacchino bewusst zu sein, so oft wie er das berühmte Thema in seinen Score eingebaut hat. Das schafft einen hohen Wiedererkennungswert und darum geht es doch in der Filmmusik (unter anderem) oder?

Die Musik zu Ghost Protocol bietet sehr abwechslungsreiche, spannende, z.T auch "innovative" und hörenswerte 22 Titel. Der Komponist zollt in seiner Partitur den wechselnden Schauplätzen Tribut, in dem er typische musikalische Idiome und sicherlich auch Klischees mit seiner orchestralen Musik verwebt. So hört man eindeutige Assoziationen zu slawischer (Russland) und nah- (Dubai) sowie fernöstlicher Musik (Indien) heraus, die befremdlich klingen mögen, aber im Kontext mit den Bildern sicherlich Sinn ergeben. Zumindest machen diese Kompositionen die Musik interessanter.

Das schöne an der Musik ist, dass sie wenn auch überwiegend, aber nicht sklavisch Action-lastig ist. So tritt beim Hörer keine Müdigkeit auf, sondern die Spannung bleibt erhalten. Zum anderen arbeitet Giacchino viel mit Streichern, was mir persönlich bei Filmmusik immer sehr gefällt und setzt diese auch elegant und temporeich in Szene. Unterstützt werden diese von Blechbläsern und Gott lob nur von wenigen und darüber hinaus sinnvollen Ergänzungen aus dem Rechner.

Wem 1:16:32 min orchestraler Filmmusik zu viel sind, dem empfehle ich eine Suite aus den Titeln 2,10,22.

Ein Mann, eine Mission: Mr. Giacchino, bitte schreiben Sie weiterhin so interessante und hörenswerte Scores, insbesondere Highlights wie 'A Man, A Plan, A Code, Dubai', die zeigen zu welchen Qualitäten sie fähig sind. Wenn Sie dann auch noch die Eleganz eines John Barry hinzufügen könnten, gepaart mit einer Prise Action-Goldsmith, ergänzt um die Finesse eines Williams ... .

Von der Spitze des filmmusikalischen Burj Khalifa,

Rick Deckard

http://www.michaelgiacchinomusic.com/

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