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HIATUS KAIYOTE – CHOOSE YOUR WEAPON

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 1. Oktober 2018, 13:21pm

HIATUS KAIYOTE – CHOOSE YOUR WEAPON

Da ziehen sie alle vorbei! Die ganzen wunderbaren temporär erlebten und vergangen geglaubten Schallplatten, die ich wieder höre und neugefunden haben, seitdem mir Kamasi Washington die Freude an der Jazzmusik zurückgebracht hat.

Als THE EPIC 2015 erschien, war ich ja noch etwas zögerlich. Etwas später nach dem Konzert des aus Kalifornien stammenden Musikers im Kölner CBE, wurde ich aufmerksamer. Mit dem gleichzeitigen entdecken der epochal Alben THE GOLDEN AGE OF APOCALPSE und THUNDERCAT von THUNDERCAT und KENDRICK LAMARS Jahrhundert Hip Hop Album TO PIMP A BUTTERFLY und dem Rediscover der Werke von JOHN COLTRANE, MILES DAVIS und CHICK COREA, sowie einigen PlusPlus HipHop Alben, wie z. B. AWAKEN MY LOVE von CHILDISH GAMBINO über einigen Flohmarktkäufen von längst vergessen Helden wie THE CRUSADERS, WEATHER REPORT und FELA KUTI & AFRICA 70, bis hin zu seinem Sohn SEUN und dem neuen Masterpiece HEAVEN AND EARTH (KAMASI WASHINGTON), hatte ich nun schon lange den Jazz, den ich bereits zuvor als meine Prostituierte im eigenen Musikuniversum bezeichnete, wieder entdeckt.

Kalkulierte Ekstase nennt man das wohl in meinem hohen Alter, mit all‘ dem Wissen, dass solche Flammen auch wieder schnell gelöscht werden und mit jedem Tag der Suche nach neuen, spektakulären Songs, wieder neue Gefahren für einen Songhunter lauern, dass die ehemalige Hure, vielleicht doch wieder von der wiederentdeckten Liebe, zu einer von vielen wird usw.

Doch dem ist nicht so. Die Energie, Vielfalt und Hoffnung des neuen musikalischen Materials ist einfach noch immer zu deutlich und inzwischen ist auch klar geworden, dass Kamasi diese ganze Wucht nicht ständig alleine tragen kann.

Klar, geworden ist mir auch, dass bei aller neuer Euphorie, nicht alles so Gold ist, wie es am Anfang scheint. So ist Heaven & Earth zwar ein MASTERPIECE im Sinne von Haltung & Kulmination, aber es fehlen eben doch häufig diese ganz großen Momente, die Genies wie MILES DAVIS und die anderen hatten. Es gibt dennoch nichts auszusetzen und worauf ich hin aus will, ist ja eben auch die Musik des australischen Neo-Soul-Quartetts HIATUS KAIYOTE.

Aber eben ohne nicht erklären zu wollen, weshalb ich auf einmal auf diese Band komme, die es schon seit einigen Jahren gibt und die an mir trotz aller Jäger & Sammler Mentalität an mir vorbeigeschlichen hat. Wie bereits im Intro zu diesem Artikel erwähnt, könnte ich nun KAMASI die Schuld dafür geben. Vielleicht hatmmich diese Indie Funk Band bereits früher gefunden, wenn ich mir nicht immer so viel Gedanken machen würde!? Lesen Sie mal nach: http://www.lomax-deckard.de/2018/06/kamasi-washington-heaven-earth.html

Man, Lomax! …komm‘ auf den Punkt! ….ja ja schon gut! Was wollte ich…, genau und diese Frage an den eigenen Gedanken, muss ja wohl erlaubt sein: „Wieso überhaupt kann eine Band, einen Zuhörer finden?“ Wenn ich darf? …ich erkläre es so: Jeder der Schallplatten sammelt wird dieses Phänomen bestätigen können. Es gibt diese Ausnahmemomente im Leben eines Musiknerds, in denen man sich ganz klar, darüber ist, dass die Musik zu einem gekommen ist. Es musste sich entwickeln bis es soweit war. Aus unterschiedlichen Gründen, war man vielleicht selbst noch nicht soweit. Denn der Rest der Zeit ist es ja ehr so, dass man auf die Bands und Musiker zukommt. Es ist ein großer gefühlter, eingebildeter, dennoch ge- und erlebter Unterschied.

Wie durch Zauberhand lag also in der letzten Woche das Album CHOOSE YOUR WEAPON von HIATUS KAIYOTE auf meinem Tisch. Erst als ich das Doppelalbum doppelt aufgelegt hatte, konnte ich mir auch den Namen der Band merken. Denn auf dem mehrfach überprüften Cover inkl. den guten Linernotes auf dem Backcover konnte ich nicht lesen wie die Band heißt.

Während dessen dröhnte mich merkwürdige Musik zu, die an alles erinnert, was ich oben notiert habe, aber auch insbesondere an die Musik meiner derzeitigen Supermusikhelden THE DIRTY PROJECTORS. Nur in einer brüchigeren, experimentell improvisierter Version, die ein wenig weniger poppiger und strukturell ehr an Mulatu Astatke, Flying Lotus oder vielleicht sogar Stevie Wonder erinnert.

Ich habe wirklich schon lange nicht mehr einen Plattenkritikblogeintrag geschrieben, in dem Namedropping das vorherrschende Motiv ist. Vielleicht ist es Stammlesern aufgefallen. Denn in den letzten Jahren habe ich diese ewigen Vergleiche vermieden, auch weil ich finde, dass man den Künstlern mehr Respekt, für ihre eigene Inspiration lassen muss, als immer auf die Fremdeinwirkungen zu gehen.

Aber so ist es eben mit dem Improvisations-/Groove-/Polyrhytmic Musikkram, es ist im Prinzip eine ewige Gilles Peterson Session und ein BBS-Session-Sampler Hörabruf!

Nur damit Sie mich verstehen, verwende ich mal die Brigitte-Schallplatten-Besprechungs-Phrase: Ein Cocktail aus Soul, Hip Hop, Jazz und Elektronik. Gewürzt mit etwas Funk und afrikanischer Musik (gerne auch als Afro bezeichnet!).

Wäre diese Platte in den frühen 1970ziger Jahren rausgekommen, so wäre sie heute ein Klassiker und das Vinyl unbezahlbar. Erinnert man sich aber an die Grundpfeiler des Funk und des Groovejazz, bleibt die Band vorerst ein aktuelles, großartiges, hoffentlich bleibendes und zu tief beeindruckendes Klischee für eine Band die vieles zurückbringt, was vergessen wurde, aber auch viel von der Exzentrik einer wichtigen, zumindest doch hochinteressanten band hat, die vermeidlich alles richtig macht.

Es fällt schwer, diese Band nicht zu erwähnen in diesem gesamten Kontext und würde ich diesen Artikel für die nächste kommende Band in dieser Kategorie schreiben, würde CHOOSE YOUR WEAPON in der Aufzählung auftauchen, mit dem gleichen Bewusstsein, hier etwas zu hören, was mich gefunden hat, aber eben auch weil es ein logisches Miteinander gibt. Futur Funk ist ein schöner Ausdruck, den ich auch auf spiritueller Ebene teile.

Lange Rede, kurzer Sinn! Diese Platte überwältigt mich hinsichtlich einer länger nicht wahrgenommen Lässigkeit, Leichtigkeit und einer angenehmen Verkörperung von musikalischer Verpeiltheit, die nicht ins Muckertum abrutscht, sondern erstmal sehr relevant ist und sich tatsächlich in die TOP 5 der nicht erschienen Alben in 2018 im Jahre 2018 reingemogelt hat. Ich will mehr davon…

Mal sehen

Aus Australien

Alan Lomax

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