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NOS PRIMAVERA SOUND Porto 2017 – Ausblick: O Retorno Dos Sambas

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 1. Juni 2017, 09:39am

NOS PRIMAVERA SOUND Porto 2017 – Ausblick: O Retorno Dos Sambas

Dieses Jahr muss ich eine Woche länger warten! Porto soll es also sein. Nach den schönen Jahren in Barcelona beim großen Schwester-Festival, freue ich mich nun auf die kleinere Variante im Süden der iberischen Halbinsel vom 08.-10.06.2017.

Meine erfahrene Reisegruppe  „musikabend ft. girl and boy friends“ schwärmt von der Unbeschwertheit, Leichtigkeit und Entspannt in Porto, da alles weniger als in Barcelona ist, es aber ebenso toll sein soll.

Im wesentlichen muss man einige Abstriche bei den Bands machen. Was aber bei der Vielfalt und Qualität des Line-Ups kaum etwas ausmacht. Und so gibt es für jeden Musikinteressierten auch in Porto die ungewohnten Musikacts zu sehen, die nicht immer dauerhaft im normalen Konzertalltag angeboten werden.

Sieht man sich alleine den Donnerstag mit insgesamt acht Bands an, von denen tatsächlich alle für mich interessant sind, reicht das von der Aufnahme des Möglichen eigentlich schon wieder für Wochen.

Auch die Folgetage lassen kaum ein Genre der modernen Musik vermissen. Unnötig alles aufzuzählen, ich werde berichten…

In der Vorbereitung auf das Festival hat sich nun aber für mich persönlich ein besonderes Highlight herauskristallisiert.

Musikabend-Mitbegründer ELHOMBRO legte vor ein paar Tagen die Lunte, die aber im Prinzip schon lange brannte.  Denn auch bereits JOHN ROSS EWING verfiel vor einiger Zeit dem Bossa Nova und dem SAMBA. Und ich verlor ihn und ihn immer wieder aus den Augen.

Eine unglaubliche persönliche Renaissance feierte ich vor einigen Jahren mit: http://www.lomax-deckard.de/article-marc-fischer-hobalala-auf-der-suche-nach-jo-o-gilberto-75587838.html

…einem der besten Bücher über Musik die jemals geschrieben wurde. Freute mich dann über einige Songs auf einem Musikabend von João Gilberto, die EWING rausschmiss.

Nun also ein erneuter Versuch uns alle in diesem Kosmos zusammenzubringen: mit Brasiliens Königin des Sambas ELZA SOARES am Samstag um 18:30 Uhr auf der SUPER BOCK Bühne zur besten Sendezeit.

Sehr passend wie ich finde, nicht zuletzt weil wir uns in Portugal befinden und die Sehnsucht nach Brasilien und der Musik und der vermutlichen Schönheit des Landes quasi am hinter der Bühne liegenden Meer angesp(ü)ielt wird.

Copyright/Quelle: SPEX

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ELZA SOARES zu entdecken hat sehr viel Spaß gemacht. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei den beiden Herren ELHOMBRO und EWING bedanken, dass sie den alten Songhunter in mir geweckt haben.

Ein über sechzig Jahre altes Werk zu entdecken ist keine Herausforderung, sondern eine Spaßfaktor der höchsten Güte. Insbesondere wenn es so vielfältig, facetten- und gründerhaft und epochal ist, wie das von ELZA SOARES. Die natürlich nun im hohen Alter anders klingt, als in den süßen 50ziger und 60ziger Jahren als quasi der Bossa Nova von Gilberto erfunden wurde und in die Welt hinausgetragen wurden und zu häufig mit der Spielart Samba verwechselt wurde, zu dem holistisch in den Schlager und Easy Listing verkantet und missverstanden wurde.

Zuerst war ich etwas traurig, dass ich den GRACE JONES Auftritt in Barcelona nicht sehen kann und die JONES auch nicht für Porto gebucht wurde. Nun aber und ganz insbesondere nach dem Sehen des Dokumentarfilmes MY NAME IS NOW, ELZA SOARES, sehe ich dem Konzert am Samstag mit großer Vorfreude entgegen.

Es ist kein Geheimnis, dass mich ganz besonders die Geschichte des Menschen hinter den Künstler interessiert. Hört man die aktuelleren Platten der SOARES, obwohl man der portugiesischen Sprache  nicht mächtig ist, besteht kein Zweifel, was diese Frau in ihrem Leben erlebt hat. Bringt man ein paar frühere Platten der naiven Anfangszeit ihrer Kunst und ein paar Scheiben aus den 1970zigern und 1980zigern zusammen, addiert alles, versteht man schnell was man erwarten darf und warum die BBC ELZA SOARES im Jahre 2000 zur BESTEN SÄNGERIN DES MILLENIUMS kürte.

ELZA SOARES ist vielfältig unterwegs. Als Referenz empfehle ich A MULHER DO FIM DO MUNDO. Ein Spätwerk der Künstlerin, welches sich zwischen vielen Spielarten tummelt und sich zudem kritisch mit Problemen wie Rassismus und urbanen Elend auseinander setzt.

Die alte Dame, die durch die Hölle des Lebens gegangen ist, wird ein denkwürdiges Konzert geben auf das ich sehr gespannt bin. Häufig ist es natürlich so, dass die Erwartungen nicht erfüllt werden; aber…

MAS QUE NADA

Alan Lomax

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