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Motorpsycho & Stale Storlokken - The Death Defying Unicorn: Köln, Bürgerhaus Stollwerck, 17.04.2012

Veröffentlicht von John Ross Ewing auf 23. April 2012, 07:57am

Kategorien: #Konzerte

Motorpsycho.jpg

 

Motorpsycho & Stale Storlokken

 

----------------perform----------------------

 

----The Death Defying Unicorn-----

 

a fanciful and fairly far out musical fable

 

Köln, Bürgerhaus Stollwerck, 17.04.2012

 

 

Die neue Platte und das mittlerweile opulente Oeuvre der Trondheimer wurden auf diesem Blog bereits hinlänglich vertieft. An diesem Live-Abend ging es darum herauszufinden, wie Motorpsycho das neue Werk, welches als Konzept-Epos im Ganzen aufgeführt werden sollte, auf die Bühne bringt. Im kleinen, heißen und sehr vollen Stollwerck war nun nicht mit einem Orchester zu rechnen und bei Ankunft war auch der Reisebus des Trondheim Jazz Orchestra nicht zu sehen.

 

Die Band erweitert sich offenbar wieder sukzessive. Im eigens erstellten Programmheft zu diesem Konzertabend stellen sich die Mitglieder vor und zu Stale Storlokken heißt es „right now, however, his only concern is Motorpsycho, turtleneck, sweaters, bananas and the fairer sex.“ Er ist also wohl in der Band.

 

Stale ist live nun auch der Unterschied zu den vielen davor besuchten Motorpsycho-Konzerten. Er ist das Orchester. Im weißen Gewand bedient er Wände von Synthies und Tasteninstrumenten. Bereits seine Mutter war Organistin in der Kirche. Seine Erscheinung mutet schräg an, von der Ballustrade hinter den Tasten stehend, könnte man einen Norman Bates erahnen, wenn man wollte.

 

Motor = symbolic of something ‚energetic‘, as in sound

Psycho = heavy, weird and versatile… a propulsion device that can be used in the imagination

So definiert sich die Band im Programmheft neu, adieu Russ als Referenz und Namensgeber. Das passt natürlich auch viel besser, vermutlich sind Motorpsycho auf dem Zenit ihres Schaffens und die Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit mit der sie diese aufwendigen Werke schaffen, erfordert nun mal auch eine neue Positionierung.

 

„The Death Defying Unicorn“ wird komplett gespielt und trägt die Zuhörer in ganz persönliche andere Sphären, wie es in der Art vielleicht nur Spacemen 3 oder Spiritualized schaffen. Die langen Stücke erscheinen live noch länger, es gibt kaum Pausen. Im Publikum ist jeder, der sich darauf einlässt mit sich selbst beschäftigt. Kein Konzert für Gangs, small talk passt nicht.

 

http://www.youtube.com/watch?v=324ud0TbxHw 

 

Die Entwicklung der Band ist ja ganz erstaunlich. Das bewusste Verlassen gängiger Songstrukturen führt dazu, dass sich Zuhörer sehr viel intensiver mit der Musik auseinander setzen müssen. Das ist kein Fast food und nichts für den iPod in der Straßenbahn. Das ist zum Auflegen und konzentrierten Zuhören konzipiert. Es gibt ein Publikum, das diesen Aufwand annimmt. Übrigens Herr Lomax, ich habe es ausprobiert und das Album nackt auf einem flauschigen Schafsfell vor dem Kamin gehört, meine wärmst Empfehlung dafür. Während des Konzertes habe ich daran gedacht, dass möglicherweise Jimi Hendrix heute solche Musik machen würde, wenn er vorher einmal ein paar Tage mit The Red Crayola ins Studio gehen würde. Vielleicht würde aber auch die skandinavische Trübheit fehlen.

 

Dieser unrealistische Beschreibungsversuch zeigt deutlich, dass diese Band das Label unique verdient hat. Wenn man Hans Magnus Ryan an der 12-String lächeln sieht, ist klar, dass hier alles richtig läuft. Das neue Album beseelt, es fehlen die orchestralen Einschläge und die Jazz-Elemente. Es leibt guitarrig, aber Stale hat seinen Beitrag und trägt die Stücke in eine vorher nicht dagewesene Breite. Wunderschön. Kenneth' Schlagwerkdominanz und Brillianz möchte ich nicht unerwähnt lassen.

 

Im Encore wurde noch ein wenig älteres Material nachgelegt und die Euphorie befeuert. Das superbe „Starhammer“ von „Heavy Metal Fruit“ entlässt die Jünger, um darüber zu reden. Deshalb die wärmsten Worte auf diesem Blog und zusammenfassend sage ich es mit Bent und Snah:

 

AN EPIC FOR THE OPEN  MIND AND THE WIDE OF HEARING!

 

Stay tuned for motorpychedelic tunes!

 

John Ross Ewing

 

Bildquelle/ Copyright: motorpsycho.fix.no 

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