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Musik, Kino, Kultur, Radio


Codename U.N.C.L.E. - Guy Ritchie

Veröffentlicht von Rick Deckard auf 20. Dezember 2015, 20:43pm

Kategorien: #Filme

Codename U.N.C.L.E. - Guy Ritchie

Komplett misslungener Edeltrash von Guy Ritchie.

Dabei fängt der Film vielversprechend mit einer lustigen Verfolgungsjagd durch Ostberlin in der Ära des Kalten Krieges an. Was danach folgt ist ein wilder, verschwurbelter und langweiliger Genremix mit Anleihen an Komödien, Agenten-Thriller und Actionfilmen.

Die Serie, die der Verfilmung zugrunde liegt, dürfte kaum einer kennen, ich selbst habe auch nie je eine Folge von Solo für O.N.C.E.L gesehen. Man "kennt" sie höchstens vom Hörensagen.

Bei diesem Film passt gar nichts zusammen, weder die Schauspieler, noch die Handlung, die Bilder, der furchtbar gekünstelte Retrostyle, die plumpen Studiobauten und der vollkommen missratene Soundtrack.

Henry Cavill als Agent Napoleon Solo macht dabei von allen noch die beste Figur, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Supermann-Darsteller schafft es gerade eben die Kurve zu kriegen, er ist der einzige, dem man Ironie, Heldentum und Witz abnimmt, wobei Cavill den ganzen Film hindurch 1 bis 3 verschiedene Gesichtszüge bietet.

Die hingegen entgleiten Armie Hammer völlig. Wusste er noch in Lone Ranger zu überzeugen, so ist er hier eine Fehlbesetzung: Viel zu athletisch und zu sehr "All American Guy", als dass man ihm einen russischen Spion abnehmen würde. Der russische Akzent tut zudem sein übriges.

Die Chemie zwischen Cavill und Hammer funktioniert überhaupt nicht.

Nicht, dass das genügen würde an Missverständnissen: Wer in dem Studiosystem hat eigentlich Alicia Vikander besetzt?

Das war eine der schlechtesten schauspielerischen Leistungen, die ich je gesehen habe, von Talent zu sprechen, wäre eine Beleidigung des Wortes an sich. Was Vikander in dem Film macht, ist sich von Szene zu Szene in Sixties-Klamotten zu mogeln, mehr nicht. Was denken sich Casting-Agenturen gelegentlich, wenn sie solche Mimen vorschlagen und casten?

Die "Handlung" lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Irre entführen einen Wissenschaftler und wollen die Welt mit einer Atombombe bedrohen. Wow! Das ist wahnsinnig originell.

Der Retrostyle vermag nicht zu gefallen, weil er ohne Charme und vollkommen gekünstelt daher kommt, das gleiche gilt für die Studiobauten.

Eine einzige Katastrophe ist der Soundtrack. Ich habe selten Musik in einem Film gehört, die so geschmacklos ausgewählt und vollkommen fehl am Platz eingesetzt wurde, wie bei diesem Film. Die Ohren schmerzen noch immer!

Alle diese einzelnen Punkte sind für sich genommen so schlecht, dass sie, nein, nicht "dass sie schon wieder gut sind!", unfassbarer Schund sind.

Das Wort Trash muss in heutiger Zeit, historisch gesehen, in einem anderen Zusammenhang benutzt werden, denn dieses "Subgenre" des Kinos beinhaltet streng genommen einige "Perlen" und Codename: U.N.C.L.E. in den gleichen Topf zu werfen, wäre eine echte Beleidigung für die Trash-Klassiker.

Von Guy Ritchie hätte ich ein wenig mehr erwartet, der Regisseur war auch der Grund den Film zu sehen, aber so bleiben der grossartige 'Bube, Dame, König, grAS' und der geniale 'Snatch' Ausnahmen.

Leider.

Von nirgendwo.

Rick Deckard

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