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Musik, Kino, Kultur, Radio


Universal France: Écoutez le Cinéma - Topaz von Maurice Jarre

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 20. Juni 2012, 19:57pm

Kategorien: #Orchestrale Musik

Topaz

Für Maurice Jarre sei es eine große Ehre gewesen mit Alfred Hitchcock für dessen Thriller aus dem Jahr 1969 zusammen zu arbeiten. Liest man in den Liner Notes nach, so soll diese anfängliche Euphorie jedoch sehr schnell verflogen sein, da sich Hitchcock nicht sonderlich für dessen Musik zu interessieren schien. Voraus gegangen war der Bruch mit seinem langjährigen Kollaborateur Bernard Herrmann, auch konnte die Partitur von John Addison den Meister nicht überzeugen, so dass die Wahl auf den Franzosen fiel.

Die Instrumentierung von Topaz erfolgte mit Orchester, dem Ondes Martenot, der Zither, dem Synthesizer und einem Akkordion. Er schuf ein Hauptthema (Main Title), welches sehr melodisch und unmittelbar eingängig ist und das von seinem Rhythmus lebt. Das Thema taucht in den verschiedenen Tracks in kleineren Variationen immer wieder auf. Die Musik hat in vielen Bereichen einen beschreibenden und unterstützenden Charakter mit vielen spannungsvollen Momenten. Da der Film sehr häufig seine Schauplätze wechselt und auf verschiedenen Kontinenten spielt, kommt der Hörer auch in den Genuss von z.B. lateinamerikanischen Rhythmen (Welcome to Cuba).

Das 'Love Theme' ragt mit dem Main Title aus der Musik heraus, da Jarre hier kein klassisches, sofort Identifikation stiftendes Thema schreibt, sondern das Hauptthema variiert und im zweiten Teil eine weitere melancholische Variation nachliefert. Das schafft eine sonderbar mysteriöse Stimmung, die man nicht unbedingt mit Liebe assoziieren würde.

Interessant und hörenswert ist auch der Track 'Suspicion', in dem Jarre vorrangig elektronische Instrumente und den Bass benutzt um mit Ihnen bestimmte, wiederkehrende Rhythmusfiguren zu erzeugen, die auf diese Weise Spannung erzeugen. Ein Stück, welches dissonant, melodisch und sehr Rhythmus betont zugleich ist.

Jarre's Musik ist gute, klassische Filmmusik, in der viele kompositorische Eigenheiten und Stilismen des Franzosen zu hören sind, ohne dass sie vergleichbar mit anderen seiner Kompositionen wären. Topaz hat durchaus einen eigenen Charakter und eigene Konturen, die die Musik hörenswert machen. Insgesamt erschafft der Score eine wehmütig-bedrückende und melancholische Stimmung, die, im neuen Jahrtausend gehört, Nostalgie verströmt.

Das Booklet enthält (auf Französisch und Deutsch) viele interessante Informationen zur Begegnung des Regiegenies mit dem Franzosen als auch zum Film, sowie einige schöne schwarz-weiss Bilder, u.a. ein sehr sehenswertes vom Regisseur und Komponisten.

Universal France bringt immer wieder viele interessante und hörenswerte Filmmusiken auf den Markt, die einer Anschaffung lohnen. Ich kann in diesem Zusammenhang u.a. folgende empfehlen:

Michel Legrand - Le Mans/ The Hunter

Antoine Duhamel - Pierrot  le Fou

Philippe Sarde - Flic ou Voyou (mit Chet Baker, Toots Thielemans, Ron Carter, Hubert Laws, Billy Cobham u.a.).

Lesen Sie auch Lomax' Artikel zu dem Film auf diesem Blog: http://www.lomax-deckard.de/article-27461199.html

Rick Deckard

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Alan Lomax 06/21/2012 11:53


Das Cover ist ja wohl Granate!!!!!!

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