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Tom Meighan ist Sänger der britischen Band Kasabian aus Leicester

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 29. Oktober 2009, 10:47am

Kategorien: #Konzerte



1997 gründete Tom Meighan die Band Kasabian. Kasabian kommt aus dem armenischen und bedeutet „Schlachter“. Linda Kasabian war eine Freundin von Charles Manson. Fans können sich ihre Lieblingsversion aussuchen. Eines bleibt, der Name der Band klingt geheimnisvoll und ist prägnant.
Ähnlich ist es mit der Musik von Kasabian. Eine gelungene Mischung und weitreichende Einflüsse der Rock- und Popmusik erlauben fast alle Vergleiche. Einzigartig macht sie ihr Kick nach Hinten. Viele der guten Kasabian Songs , werden zum Ende episch und bestechen durch langen Synthie-Passagen..

 

Genügend Zeit auch mal genauer hinzusehen, wer dieser Tom Meighan eigentlich ist. Bei dem gestrigen Konzert in Köln, fällt zu allererst sein miserabeler Kleidungsstil auf. Langer Ledermantel, Jeanshose und weiße Arena Turnschuhe. Später, ohne Ledermantel, ein Bette Davis T-Shirt von D&G. Auf alten Fotos trägt der Sänger lange Haare, heute einen modischen Laurence Harvy Cut. Was seinem jugendlichem Gesicht besser steht. Meighan hat diese natürliche charmante britische Arroganz. Er ist ohne Zweifel ein guter Frontmann, der alle Gesten glaubwürdig vertritt und in der Lage ist das Publikum anzufeuern, bis er loslässt. Zwischendurch hat Meighan merkwürdige Momente. Er ruht sich aus. Zieht merkwürdige Grimassen und wirkt erschöpft. Ich muss an Robbie Williams denken.  

 

Meighan ist aber bestimmt noch  mehr als ein Working Class Hero. Laut eigener Aussage mag er „Köperentspannung“ in Richtung Morphin. Andere Drogen sind bestimmt auch im Spiel. Textlich bewegen sich Meighan/Pizzorno Texte im Scherzbereich. Oder ist eine Gesangseinlage wie „Willy Willy Wonka“ wirklich ernst zunehmen?

 

Aber auch egal, denn Kasabian haben etwas besonderes: Eine ungebrochene Kreativität. Insbesondere beim nächtlichen After-Show-Hören der Platte „The West Ryder Pauper Lunatic Asylum“ fällt mir die Flut an Bildern auf, die ich sehe, wenn ich die Musik höre. Sprechen tut Meighan offensichtlich ungern über seine Musik. Ich habe einige Interviews gelesen, auf musikalische und stilistische Fragen reagiert der offensichtlich ewig „breite“ Sänger allergisch. Auch hier fällt mir die Selbstverständlich wieder ein die der Brite gestern auf der Bühne der Live Music Hall ausstrahlt.

 

Zu letzt denke ich noch, dass alle neuen Eindrücke über diese Band und im speziellen über Tom Meighan etwas mit Filmsprache zu tun hat. Einige der Songs haben eine verdichtete atomsphärische Kraft eines klassischen Scores. Bröckchenweise hört man auch die ein oder andere Morricone Partitur. Nun versuchen sich viele Bands an diesem Archiv und einen Filmmusiksample zu verwenden ist nicht originell. Im Kontext und der kompositorischen Breite, aber höchst effizient. Wir hören und sehen ein kraftvolles und selbsterklärendes Konzert.

 

Meighan wird mir am längsten im Kopf bleiben. Laut britischer Zeitung „The Sun“ soll der Sänger sich das Fahhrad aus dem Film „E.T. – Der Außerirdische“ gekauft haben. Die Szene mit dem Fahrrad ist wohl die bekannteste aus dem Film. Der kleine Hauptdarsteller Elliot entschwebt mit E.T. im Fahrradkorb gen Himmel – was natürlich nur durch die übernatürlichen Fähigkeiten des Außerirdischen möglich wurde. Meighan scheint seine Mitte gefunden zu haben.

 

Alan Lomax

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