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Musik, Kino, Kultur, Radio


The Long Goodbye - John Williams

Veröffentlicht von Rick Deckard auf 3. Oktober 2012, 10:58am

Kategorien: #Orchestrale Musik

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Bereits die Veröffentlichung von Varese Sarabande vor Jahren war schnell ausverkauft und ebenso erging es der aktuell auf 1000 Exemplare limitierten Edition von Quartet Records (was diese Begrenzungen sollen kann ich bei einem so bekannten und berühmten Komponisten wie Williams nicht verstehen). Die Musik ist sehr begehrt, da John Williams neben seinen berühmten sinfonischen Partituren einige Filmmusiken schrieb, die so gar nicht in das "Spielberg-Schema" passten. Zu nennen wäre da die Komposition zu einem weiteren Film von Altman: 'Images' ein Psychothriller aus dem Jahr 1972. Williams komponierte mit Stomu Yamashta einen seiner ungewöhnlichsten Scores, der aus einer Kombination von einem Streicherensemble mit atonalen Percussions bestach. Dass Williams neben Spielberg auch mit Altman eine künstlerische Liason einging, ist wenig bekannt. So schrieb er auch die Musik zu einer TV Produktion, bei der Robert Altman Regie führte. In den Liner Notes ist vermerkt, dass John Williams die Einstellung von Altman sehr schätzte, über die Musik nach den Dreharbeiten ausgiebig zu diskutieren, durchaus kein Regelfall in Hollywood. 

Williams komponierte zusammen mit Johnny Mercer (der den Text schrieb) den Titelsong zum Film, eine melancholische, gänzlich die Essenz und Absicht der Handlung aufgreifende Melodie, gespielt im Jazz Modus. Diese eine Melodie ist im Film und auch auf der CD in vielfachen Variationen und in allen erdenklichen Situationen zu hören. Es war Altmans Idee, sie überall im Film erklingen zu lassen und die Tatsache zu unterstützen, dass der Charakter des Marlowe in einer Welt lebt, in die er nicht gehört oder gar nicht passt. Deutlich wird dies in den Lyrics von Mercer, die keinen direkten Bezug zur Handlung haben, und dem Blues. Die Entscheidung Jazz als Grundlage zu nehmen zollt dem urbanen Setting und der Modernität der Handlung Tribut.

Im ersten Track ist der Maestro selbst auf dem Klavier zu hören. Wer jedoch glaubt, dass einem schnell langweilig werden könnte, ob der vielen Variationen und Wiederholungen, der sollte sich nicht täuschen. Zum einen gibt es zwei Vocal Versionen, dargeboten von Clyde King und Jack Sheldon, zum anderen zwei grossartige Interpretationen vom Dave Grusin Trio. Daneben hören wir eine Mariachi- und eine Tangoversion der Melodie. Die ersten 8 Titel sind verschiedene Interpretationen des Songs, Track 10-17 stellen den Score dar, wenn man so will. Absolut hörenswert ist dabei die 'Main Titel Montage' von fast 11 Minuten Länge, bei der die Musik, so wie sie zu den Bildern geschnitten wurde, zu hören ist. Ferner sind zu hören ein Liebesthema und die Melodie auf Sitar und Gitarre.

Die aktuelle Edition von Quartet Records ist ein begehrenswertes Sammlerstück mit schönem Artwork aussen und innen und einem sehr informativen, 23 Seiten langen Booklet. Filmmusikalisch und aus Sicht der Karriere von John Williams gerade auch daher interessant, da der Komponist kurz vor seinem Durchbruch im Jahr 1975 mit der genialen Musik zu 'Jaws' stand und 1977 mit 'Star Wars' Weltruhm erlangte.

Die Musik zu 'The Long Goodbye' von Williams ist ein Muß für Fans des Komponisten und eine Bereicherung der eigenen Sammlung.

Großes Kino, subtile Musik.

Rick Deckard

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