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www.lomax-deckard.de

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Musik, Kino, Kultur und Radiosendung musikabend 674.fm


The Lemonheads – Köln, 12. Mai 2012 – Luxor

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 14. Mai 2012, 09:37am

Kategorien: #Konzerte

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Foto: Alan Lomax Fundation

Evan Dando ist ein alter Held, der aber immer ein Anti-Held war! Alle Drogengeschichten sind bekannt. Die fürchterliche Fehlinterpretation seiner Person in der Öffentlichkeit auch. Profitieren konnte er stets von seinem Aussehen, wahrgenommen wurde er nie als Rebell und schon gar nicht als Genie, wie z. B. J. Mascis oder Frank Black als zeitgleich lebende und strebende Ikonen. Mit dem stilbildenden Slacker ist somit immer auch die ständige Frage nach der Relevanz verbunden!

Die ewige leidige Frage nach der Droge im Rock’n’Roll auch!  Das Phantom „Heroin“, zwischen Legendenbildung, , Mythos, trauriger Wahrheit und Genie. Dandos Kapriolen bei Konzerten sind legendär, gefürchtet und traurig behaftet mit Glanz und Würdelosigkeit.

Es ist Samstagabend. Wir treffen uns bereits lange vor dem Konzert. Wir genießen den Sommerabend mit ein paar Flaschen Bier im Zülpicher Viertel. Eine schöne Atmosphäre! Irgendwo zwischen Dreck, alten Geschichten und Urbanität. Dann gehen wir ins Luxor, unsere Vorfreude ist groß. Evan Dando trägt den alternativen Meilenstein „It’s A Shame About Ray“ vor. Angeschlossen werden einige Cover Songs und alte Hits wie „The Outdoor Type“, „Into Your Arms“ oder „Pittsbourgh“. Evan Dando gibt sich Mühe, ist konzentriert, spielt ein solides Set ohne Neuigkeiten, mit zwei Mi(e)tmusikern.  Bei „Big Red Sun Blues“ (Lucinda Williams)  gehe ich vor die Bühne. Versuche sein Gesicht zu erkennen. Sehe aber nur Haare, finde es gut, denn ich will die gerade aufgeladenen Euphorie, nicht sofort wieder verlieren. „Fabelhaft“ sagt mein Herz. Was für schöne Musik!

...das Jahr 2032! Dando ist alter Mann geworden. Mit viel Würde, langem Bart und unendlicher Traurigkeit trägt er seine besten Songs aus den neunziger Jahren vor und versucht es auch noch mal mit Cole Porter‘s „I love Paris“ (das Intro am Samstag haute ja nicht ganz hin). Ganz alleine steht er vor einem großen, aufgeklärten  Publikum.  Auch junge Menschen wollen die Legende sehen. Habe lange verstanden, dass Evan Dandos Songs, Konten für die Ewigkeit sind. Wir alten Leute sitzen im Auditorium weinen und freuen uns über den Biographen und Helden unserer Zeit. Ebenso wie es Elvis, Cash oder Ray Charles für andere Generationen vor uns getan haben.

Wie wahr sind die Worte von Martin Weber (ksta). „Nostalgie ist das Opium des Älterwerdens!“

Alan Lomax

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