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Musik, Kino, Kultur, Radio


The Dukes Of September - Live At Lincoln Center

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 27. April 2014, 14:22pm

Kategorien: #Jazz

 

Donald Fagen ist derzeit sehr aktiv. 2012 veröffentliche er mit „Sunken Condons“ sein letztes Soloalbum. Mit Steely Dan war er 2013 häufig live unterwegs und vor einigen Monaten erschien sein neues Buch „Eminent Hipsters“. http://www.lomax-deckard.de/article-donald-fagen-sunken-condos-112133809.html

 

Bereits im Intro des neusten Album „The Dukes Of September Live“ wird klar wo die Reise dieser Liveshow hingeht: People Get Up And Drive Your Funky Soul! Fagen ist ja normaler Weise schlecht gelaunt, aber bereits während Michael McDonald, Box Scaggs und eben Donald Fagen, die Bühne betreten, hat man den Eindruck, dass dem Musiker diese Zusammenkunft seiner Freunde eine Herzenssache ist. „Sweet Soul Music“ (Otis Redding) könnte dann auch direkt als Untermauerung dieser Idee stehen.

 

Jazzrock ist ein böses, negativ belegtes Wort! Aber es fasst die Setlist und natürlich auch die musikalische Intention am besten zusammen. Und schliesslich treffen hier ehrenwerte Gentleman aus Bands wie Steely Dan, den Doobie Brothers und der Steve Miller Band zusammen. 

 

Ich selbst bin leidenschaftlicher Steely Dan Hörer und zähle diese Band zu den mir persönlich am wichtigsten. Ambrosia, Blood, Sweet and Tears und Toto muss man in diesem Zusammenhang wohl noch nennen, bedeuten mir aber weniger und langweilen mich doch einfach nur: …manch einer mag das Yachtmusik nennen, manch einer unerträglich. 

Und für wahr! Auch auf diesem handwerklich famosen Album (DVD) sind unglaubliche Nummern drauf. Und so bleiben, neben dem tollen Klassiker „What A Fool Believes“ von den Doobie Brothers, für mich auch „nur“ die Steely Dan Klassiker „Kid Charlemagne“, „Hey Nineteen“, „Peg“, „Reelin’ In The Years“ und „Pretzel Logic“ übrig.

 

Aber trotzdem wäre es ungerecht dieses Live-Konzert auf Steely Dan, aus Sicht eines Steely Fans, zu reduzieren. Natürlich treffen hier die großen Stimmen des weißen Souls auf fantastische Musiker. Eine ähnliche Fusion gab bereits Ende der 1980er Jahre mit der New York Rock and Soul Revue. Falls Sie auf dem Flohmarkt einmal ein Live-Album dieses All-Star-Projektes finden, kaufen Sie es und bieten Sie es mir an. Ansonsten machen Sie sich eine Weißweinschorle auf und tippen mit den Füssen im Takt.

 

Die Show an sich ist geschmackvoll, cool, vielleicht umspektakulär. Der Sound ist brillant und insbesondere die langjährigen Steely Dan Weggefährten Jon Herington (Guitar) und Carolyn Leonhard (Background Vocals) setzen tolle Akzenten.

 

„Live At Lincoln Center“ ist an der Grenzen der musikalischen Perfektion! Dieser Satz im Zusammenhag mit einer ordentlichen musikalischen Diskussionsrunde würde brennen wie Zunder. Denn natürlich ist das Gegenargument, dass es genau diese Sterilität ist, die dieses Genre, diese Perfektion unendlich langweilig und glattgeschliffen macht. Ich finde beide Positionen sind zu verstehen und sollten vertreten werden!

 

Ich persönlich empfehle die vorliegende DVD! Sie erhalten beste musikalische Unterhaltung von absoluten Musiklegenden und handwerklichen Könnern. Fans von Steely Dan, den D.B. oder eben dem etwas Blues verliebteren Box Scaggs müssen sowieso zugreifen. Lady’s and Gentleman „The Dukes Of September“….

 

 

Alan Lomax

 

P.S.: Donald Fagen im Interview (FAZ): http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pop/donald-fagen-im-interview-keine-frau-schaut-mir-noch-hinterher-11932525.html



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