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Star Trek IV - Leonard Rosenman

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 28. Januar 2012, 12:22pm

Kategorien: #Orchestrale Musik

Star-Trek-IV-II.jpg

Eine höchst vergnügliche Filmmusik!

Sowohl der Film als auch die musikalische Untermalung der Handlung durch Rosenman nehmen eine Sonderstellung im Star Trek Kosmos ein.

Im Vergleich zu den Vorgängerfilmen präsentiert sich der IV. Teil der Reihe als Mischung aus Science-Fiction und Komödie gepaart mit einer ökologischen Botschaft. Der Film hat nicht nur fantastische Momente und Schauwerte zu bieten, sondern unterhält mit seinen kritischen Anmerkungen und Kommentaren, sowie augenzwinkernder Kritik auf den Lebensstil der 80'er Jahre.

Losgelöst hiervon besticht auch die Handlung, die auf imaginäre Weise verdeutlicht, welche Konsequenzen die Ausrottung der Wale mit sich bringen würde!

Hört sich ungewöhnlich, kurios und verschroben an, funktioniert aber sehr gut. Ein wirklich sehenswerter Teil des Franchise.

Ebenso hörenswert ist die Musik von Leonard Rosenman. Intrada hat die Musik neu veröffentlicht und mit vielen Bonus-Tracks versehen. Die Präsentation ist wie gewohnt ausgezeichnet: ein sehr guter Begleittext und klangtechnisch überzeugend. Da dürfte das Herz eines jeden Sammlers höher schlagen!

Was auffällt ist, dass sich Rosenman durch seine Komposition von den Stilismen der Vorgänger (Goldsmith und Horner) entfernt. Das bekannte Thema von Alexander Courage wird sehr sparsam und auch nur selten eingesetzt. Statt dessen komponierte er ein federleichtes, beschwingtes und feierliches Hauptthema, dessen Melodie sofort eingängig ist. Würde man das Courage Thema entfernen und nicht wissen, dass dies der Score zu einem Star Trek Film ist, so käme man durchaus auf die Idee sich historisch betrachtet in einem anderen, vergangenen Jahrhundert aufzuhalten.

Es gibt Anleihen an die Spätromantik, an russisch-slawische Idiome, Verweise auf den Slapstick und Bach. Das hört sich wie ein wildes Sammelsurium musikalischer Epochen und Stile an, stört aber keineswegs den Hörgenuss. Im Gegenteil: man ist geneigt hier und dort zu schmunzeln, gerade auch deswegen, weil es einen Titel mit klassisch 80'er Jahre Synthesizer Musik gibt, der so gar nicht in das Gesamtkonzept passen will, aber auch von Rosenman komponiert und den Yellowjackets (!) eingespielt wurde. Das hat durchaus amüsanten Charakter.

Der Höhepunkt ist sicherlich Titel Nr. 12 'Crash/ Whale Fugue' mit seinen über 8 Minuten Musik, die sich nicht sofort beim ersten Hören erschliessen, aber kompositorisch interessant sind. Mehrmaliges Hören lohnt!

'Star Trek IV - The Voyage Home' bietet (ohne die Extras) mit 40 min eine sehr unterhaltsame, kurzweilige, eigenwillige, komische und auch bizarre Musik, die auf erfrischende Weise so gar nicht in die musikalische Tradition der Star Trek Reihe passen will und gerade deswegen hervorsticht.

Sie brachte Rosenman eine Oscar Nominierung ein.

Mit Walgesängen in den Ohren,

Rick Deckard

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