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Musik, Kino, Kultur, Radio


Simon Reynolds: Retromania - Warum PoP nicht von seiner Vergangenheit lassen kann

Veröffentlicht von Rick Deckard auf 10. Dezember 2012, 19:20pm

Kategorien: #Kommunikation

Retromania.jpgSimon Reynolds spricht mir aus der Seele. Der Untertitel des Buches beschreibt im Grunde, worum es in seinem Buch geht. Ich habe über dieses Thema endlose und sehr gute Diskussionen mit Mitstreiter Alan Lomax geführt. Für mich zeigt sich in der populären Musik schon seit langem keine Innovation mehr, geschuldet dem gleichgültigen und hedonistischen Zeitgeist. Man beruft sich aktuell auf die Vergangenheit und präsentiert alte Stile im neuen Gewand. Dem jungen Publikum gefällt das, warum auch nicht, sie kennen ja nichts anderes.

Reynolds ist Brite, Kulturjournalist und Buchautor, er wurde 1963 in London geboren. Er schrieb u.a. Beiträge für die New York Times, The Guardian oder für das Rolling Stone Magazine.

Sein Buch ist im Ventil Verlag erschienen und ist ein ideales Weihnachtsgeschenk für Menschen, die sich für Popmusik interessieren und hinter die Fassade blicken wollen. Einen sehr guten Beitrag über das Buch finden Sie hier: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1945162/. Bitte lesen Sie sich den Artikel in Ruhe durch oder hören Sie den Beitrag.

Was halten Sie von seiner Theorie?

Hinter einem Buchdeckel lugend,

Rick Deckard

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Christian Simon 12/14/2012 08:57


Puhdys, Snowball (1978), Chris De Burgh, Georges Moustaki, Georg Danzer
(1981), Meat Loaf, Saga (1981), Heart, Saxon, Status Quo (1981/2), Chris De Burgh, Sally Oldfield, Wolfgang Ambros, Bots (1982),  REO Soeedwagon,
Loverboy (1982/2), Iron Maiden, Scorpions, Krokus, Michael Schenker Group (1984)…


Das ist ein Auszug von Bands die in der damaligen einzigen deutschen Musiksendung RockPop auftraten. Zwar sah man auch mal
“Undergroundausrutscher“ wie die Specials oder Elvis Costello, sogar „Gruppen“ (Christian Simon der Moderator sagte immer Gruppen) aus der „anrollenden New-Wave-Welle“ (Christian Simon sagte
immer so was), aber im Prinzip stellte die Pop- und Rockmusik dieser Zeit eine ebensolche inhaltliche Retromania dar, wie sie Simon Reynolds versucht uns für heute aufzutischen.


Denn die Mehrzahl der Bands der End1970er, Anfang 1980er Jahre spielte nichts anderes als Bluesrock und bezog sich weites gehend
auf die 1960er Jahre.


Meine Antwort auf Ihre Frage, was man von der Theorie hält, wäre daher ehr was treibt Reynolds an? Und wäre es nicht
interessanter darüber nachzudenken, warum es keine Bands mehr wie Rolling Stones, Beatles, Ramones, Talking Heads, Sonic Youth, Nirvana, Public Enemy etc. gibt, die eben die Popmusik neu erfunden
haben. Nun die Antwort ist ganz einfach und begründet sich vereinfacht gesagt in der Band The XX, über die ich bereits geschrieben habe und über die Reynolds in seinem Buch auch berichtet! Die
Zuhörer, die Gesellschaft, die Konsumenten möchten das der Zeit nicht. Wir leben in Zeiten in denen Strukturen aufbrechen, sich Dinge neuordnen, vieles Ungewiss ist und viel Unsicherheit besteht.
Da brauchen die Menschen nicht noch aufgeregte oder aufregende Musik. Klare Strukturen, klare Beats, Minimalismus und Ordnung in den Kompositionen sind angesagt. Von Aufbruch, Innovation und
Weitblick kann daher nicht Rede sein. Insbesondere wenn der sogenannte Underground größtenteils auch nur Bands und Musiker hervorbringt die sich auf Folkmusik und Lo-Fi-Musik
beziehen.


Irgendwann, irgendwann wird es soweit sein. Da kommt irgendeine Band aus einem miesen, kleinen Industrienest aus England oder
aus einem bürgerlichen Vorort des mittleren US-Westens und produziert die Platte die uns alle, inklusive der Retromaniacs den Atem rauben wird. Vielleicht erst in 10, 20 Jahren! Aber ich finde
bis dahin, sollte man ebensolche Diskussion führen und darüber nachdenken warum es gegenwärtlich zwar hervorragende Musik gibt, aber eben keine Bands dabei sind, die die Welt erschüttern! Alles
wird irgendwann gut und im Prinzip wartet Simon Reynolds ja auch genau darauf! Alan Lomax   

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