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www.lomax-deckard.de

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Rudi Kleinschmidt

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 16. Dezember 2011, 11:30am

Kategorien: #Kommunikation

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In diesen Tagen machen sich Deckard und ich sehr viele Gedanken über unseren blog. Unterschiedliche Themen der "Ausrichtung" und der "Inhalte" werden diskutiert. Das ist richtig und wichtig nach so einer langer Zeit. Es sind zufällig aber auch die Tage der Besinnung. Und Deckard, hat einen massgeblichen Satz geschrieben: Wir sollten uns auf die ursprünglichen Ideen des blogs konzentrieren.

 

Das übliche Probleme bei einem Lebenszyklus, der einigermassen erfolgreich und interessant verläuft. Anspruch und Wirklich. Ursache und Wirkung. Verbindung von Alltag, Kunst, Kultur, Genuß und Leidenschaft zwischen persönlicher Archivierung und Veröffentlichung. Das ist das Problem!

 

Der Gedanke an den großen deutschen Theater-,Film- und Fernsehschauspieler Walter Giller kommt da gerade recht.

 

Giller war in den 50er, 60er und 70er wahrscheinlich so etwas, wie der große deutsche Volksschauspieler. Verheiratet mit der ebenso beliebten Nadja Tiller, waren die beiden das Glitzertraumpaar des deutschen Films.

 

Viele jüngere Generationen werden die Nase rümpfen und sagten Tiller, Giller ist das ein Scherz? Natürlich war es das nicht! Sondern genau das Gegenteil. "Nadja ist für mich noch immer die schönste Frau der Welt", sagte Giller kürzlich in einem Interview. Die beiden lebten noch immer zusammen in einem Hamburger Altersheim, allerdings in getrennten Appartements. 

 

Wirklich ein Zeichen von Beständigkeit, auch wenn es ein Boulevardthema ist! Dann aber auch wieder nicht. Wiedermal muss ich an einen dieser Thees Uhlmann Songs denken...

 

Beständigkeit, Auseinander leben, trotzdem für einander da sein, dass ist das eine was mich an Giller erinnert. Dann die Kunst! Auch wieder schwer, bei vielen der unterirdischen Filme der Wirtschaftswunderzeit, an Kunst zu denken. Den Namen Wolfgang Staudte werden die wenigsten Zeitgenossen mit einem überdurchschnittlich guten Regisseur verbinden. 

 

Giller hat gemeinsam mit ihm einen der besten deutschen Satieren überhaupt gedreht: Rosen für den Staatsanwalt. Dieser Film lungerte lange in meiner TOP20-Liste. Leider wird er kaum noch gezeigt heutzutage. Dabei ist er aktuell wie eh' und jeh und deckt die deutsche Gesellschaft, das Kleinbürgertum und die unsagbare braune Vergangenheit intelligent, wahnwitzig, kopfschüttelnd und gesellschaftlich wahr auf.

 

Walter Giller spielt in diesem Film die Rolle seines Lebens, die des Rudi Kleinschmidt's der im Krieg zwei Dosen Schokolade gestohlen hat und nachträglich zum Tode verurteilt werden soll. 

 

Giller spielt in dieser Rolle rafiniert Millionen von Deutschen Männern gleichzeitig. Er gibt einer Zeit, einem schwierigen Thema und dem durchschnittlichen sympathischen Deutschen (die muss es gegeben haben!) ein Gesicht. 

 

Walter Giller war für mich immer soetwas wie der deutsche Jack Lemmon, der sympathische Mr. Jedermann! Eine Leistung so ein Bezeichung zu verkörpern und darzustellen!

 

Zurück zu diesem blog! Auch wir sind Rudi Kleinschmidt! Leben in einer Welt die wir kaum noch verstehen, versuchen aber das beste daraus zu machen. Das hört sich nun leider fast depressiv an und für wahr, dass ist es nicht.

 

Aber es zeigt auch, wie schwer es ist alles miteinander zuvereinbaren, insbesondere wenn man sich selbst auf dem schmalen Grad zwischen Kultur & Unterhaltung befindet und ein riesen Interessensspektrum hat. Unterhaltung & Filmkunst ist ebenso schwierig. Genauso wie echte Befindlichkeit zur Musik & einfach nur Musik geniessen. Gedankentheater für wahr, wiedereinmal. Vielleicht ein Grund warum ich die Idee des Boulevards (bitte googlen wenn der Begriff nicht im Kopf vorhanden ist) derzeit so schätze.

 

Wie auch immer, jeder ist sich seines Rudi Kleinschmied! Vielleicht der passenste Satz, wenn auch der blödeste des Tages! Zumindest für die, die Zusammenhänge nicht suchen! 

 

Auf Wiedersehen Walter Giller, ich habe Sie sehr geschätzt...

 

Alan Lomax

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