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Popkulturelles Wissen - 30 Rock

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 8. Dezember 2009, 09:36am

Kategorien: #Fernsehen



Das Rockefeller Center ist ein Gebäudekomplex in New York City. Es besteht aus 21 Hochhäusern. Im General Electric Building (ursprünglich RCA Victor Building) befindet sich das Hauptquartier der Medienmacht NBC. Neben den Büros befinden sich auch Studios des Senders. Unter anderem werden dort alle wichtigen Late-Night-Shows produziert. Nach der Adresse des Gebäudes ist auch die wunderbar lustige NBC-Sitcom „30 Rock“ benannt.

 

Die Serie ist eine klassische amerikanische Primetime Sitcom. Jeder Dialog, jede gesprochene Zeile und jeder Plot ist komödiantisch bis auf das letzte Wort ausgefeilt. Hauptfigur ist die Drehbuchautorin Liz Lemon, die die NBC Comedy-Sendung „The Girlie Show“ leitet. Ihr vorgesetzter ist Jack Donaghy, gespielt von Alec Baldwin. Sein Tatendrang als Chef ist unaufhaltbar. So ändert er einfach das Konzept der Show und macht den völlig durchgedrehten Filmschauspieler Tracy Jordan zum neuen Star der Show.

 

Vorerst hört sich das alles recht unspektakulär an. Aber „30 Rock“ ist die derzeit witzigste amerikanische Serie. Die Figuren sind völlig überdreht, es gibt Cameoauftritte am laufenden Band und die Autoren scheuen sich nicht davor, irgendein Klischee der amerikanischen Gesellschaft und Kultur auszulassen.

 

So gelingt es der Serie den ersten offiziellen guten und wenig bösen Gag zu 0911 zu machen. In der Folge „Fireworks“ wird Donaghy’s Führungsqualität von einen jungen schwulen Nachwuchsmanager in Frage gestellt. Dem Erfinder der 10 Sekunden Internet-Sitcom! Kurzer Hand entschließt sich Donaghy der NBC-Chefetage ein neues Fernsehkonzept zu präsentieren: Die Rockefeller Feuerwerk-Show. Nach dem Donaghy Oberwasser gewinnt und scheinbar seinen Rivalen schlägt, sieht man in einer fantastischen Schlusssequenz, zu erst das Rockefellercenter, dann die einleitenden Worte des Moderators und dann den Beginn des Feuerwerks. In den ersten Sekunden sieht alles harmlos und feuerwerksgemäß schön aus, nach weiteren Sekunden manifestiert sich der Schock. Mitten in New York eines der größten Feuerwerke um ein Hochhaus aufzuzeichnen, kann nur scheitern, da es wie ein Terroranschlag aussieht. Baldwin’s/Donaghy’s Gesicht ist eines der lustigen der amerikansichen Sitcom-Geschichte.

 

Baldwin startete seine Karriere ebenfalls in einer Fernsehserie (The Doctors). Seine Beziehung mit Kim Basinger, gemeinsame Saufgelage und Scheidungskriege sind legendär. Legendär sind auch sein recht mittelmäßigen Auftritte in zweitklassigen Actionfilmen (Jagd auf Roter Oktober, Pearl Harbor, Miami Blues). Bei „30 Rock“ hat er seinen Hafen gefunden. Oder mit meinen Worten: Baldwin als Jack Donaghy ist einfach furios. Er sieht fantastisch aus, spielt eine seltsame Melange aus Arroganz und Verständnis.

 

„30 Rock“ ist aufwendig hergestellt. Es gibt zahlreiche und unterschiedliche Bühnenbilder und Außenaufnahmen. Die einzelnen Folgen sind unglaublich schnell und vollgestopft mit inhaltlichen und optischen Details. In die Haupthandlung werden permanent Teilhandlungen eingebaut.

 

Im Enddefekt ist „30 Rock“ auf mehr als eine Sitcom. Die Serie ist eine Real-Satire, da eigentlich nur tatsächliche Firmen- und Personennamen genannt werden. Außerdem setzt die Serie zwei Dinge bei ihren Zuschauern voraus: Popkulturelles Wissen und einen gewissen Sinn für Humor!

 

„30 Rock“ läuft derzeit bei TNT Serie. Die Free-TV Premiere was am 1. November 2009 auf dem ZDF-Digitalkanal ZDFneo.

 

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