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Musik, Kino, Kultur, Radio


Mogwai - A Wrenched Virile Lore

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 3. Dezember 2012, 17:19pm

Kategorien: #Populäre Musik

Ich hoffe ich kann mit folgenden Beitrag Unentschlossenen weiterhelfen:

Mogwai haben noch kurz vor Torschluss 2012 ein neues Album auf den Markt gebracht. Allerdings handelt es sich bei A WRENCHED VIRILE LOVE um ein Remix-Album. Befreundete Bands und Musiker durften das letzte Meisterwerk HARDCORE WILL NEVER DIE BUT YOU WILL (MUSIC FOR A FORGOTTEN FUTURE) remixen.

Und um es vorweg zunehmen: Es ist so, wie es immer ist bei Mogwai. Die Frage nach einem Warum? erübrigt sich. Mogwai sind und bleiben Mogwai. Auch die streckenweise Gitarrenlosen elektronischen Neuverwertungen (Letters to the Metro / Zombi Remix) behalten den Mogwai-Touch. Denn -und das ist die interessante Erkenntnis- Mogwai Song's bleiben Mogwai Songs, auch wenn man ihnen ihre genialischen Gitarrensounds nimmt. 

Mogwai Jünger wie ich, fragen sich dann auch immer wieder, ob es eben nur die Sounds oder das laut-/-leise, Wall-Of-Sound-Phänomen ist, was die Schotten die vielen Jahre so einzigartig macht oder ob auch tatsächlich die Songstrukturen und Kompositionen einen Anteil an der Gesamtkunst haben. Die Remixe geben akustische Antworten.

Wer dennoch zweifelt: Den verweise ich gerne auf den Key-Track des Ursprung-Albums: SAN PEDRO! Im Original von 2011 und vom Gesamtwerk der Band gesehen, eine der feinsten, traumatischsten, finstersten und brutalsten Nummern. Die kurzen Riffs, das alles zerstörende Schlagzeug, der in der letzten Minute einsetzende Gitarrenteppich. Die Hardcore-Anleihen, der ungespielte Hang zum Jazz. Famos!

Nun also die ebenso finstere San Francisco Band THE SOFT MOON. Die klassischer Weise mehr mit analogen Synthesizern arbeitet. Keine wirkliche Erweiterung für das Stück SAN PEDRO, aber eine mit den etwas 1980er Jahre lastigen Gitarrensounds so was wie eine Neo-Post-Punk-Coverversion eines nie geschriebenen Joy Division Songs von Mogwai. Wer sich das im Vergleich entgehen lässt ist selbst schuld.

Aber auch eigenständig können einige Nummern sich durchsetzen. Als Key-Track möchte ich hier TOO RAGING TO CHEERS (UMBERTO REMIX) ansprechen. Einer wunderbaren atmosphärischen Deep-House-Version mit dem gewollten Verzicht auf trockene Beats.

Es macht wirklich Spass, die Remixe mit den Originalen zu vergleichen. Häufig ist das bei anderen Remix-Alben nicht zu empfehlen, weil man meist (unbewusst) auf eine Maximierung wartet. Allen Akteuren ist eine Minimalisierung als Experiment gelungen. Tim Hecker (RANO PANO) unterstelle ich sogar ein Laborieren. Und vielleicht ist das ja auch genau die Kernaufgabe eines Remix.

Zusammengefasst: Hier liegt ein interessantes, hörbares und gelungenes Experiment meiner absoluten TOP5 Lieblingsband der Neuzeit vor! Keine Hommage!!

Alan Lomax  


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