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Kings Of Leon - O2 Arena, London 2009 Konzert DVD

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 29. November 2009, 18:27pm

Kategorien: #Populäre Musik




Die O2 Arena in London ist beeindruckend. Ein Monument von einer Halle, auch wenn die Aufnahmen z.T. im Weitwinkel gefilmt wurden. Eine riesige Menschenmenge jubelt den 3 Followill Brüdern und Ihrem Cousin Matthew zu. Das Bühnenbild ist im Vergleich zu vielen anderen Konzerten eher zurückhaltend, keine Gimmicks, eine nüchterne aber effektive Lightshow. Das ganze Konzert ist gut fotografiert und mit diversen Kameras festgehalten. Der Sound formidabel, aber das darf man beim heutigen Stand auch erwarten. Specials gibt es keine. Gutes und klares Konzept.

Als ich vor Jahren die erste Platte von den 'Kings of Leon' hörte nahmen sie mich sofort gefangen, zu dem damaligen Zeitpunkt hätte ich es nie für möglich gehalten, dass sie Jahre später so viele Menschen in ein Stadion locken könnten. Wobei sich der Erfolg der Band merkwürdigerweise erst in England und später in den Staaten manifestierte. Warum ist das wohl so?

Anscheinend habe ich eine Affinität zu den Bands von der anderen Seite des Teiches, liegt vielleicht daran, dass der Sound dieser Bands in der Wirkung nicht so pathetisch ist, die 'Killers' vielleicht ausgenommen. Bei 'Wilco' verhält es sich ähnlich.

Mir gefiel die Art und Weise wie Jared Followill seinen Bass spielt. Interessant, dass dieses Instrument nebst seinem eigentlichen Nutzen als Rhythmusinstrument auch eigenständig Melodien wunderbar einleiten kann und auch in diesem Sinne, also melodisch, gespielt wird. Nathan Followill an den Drums liefert das perfekte Gerüst für alle Songs des Konzerts. Keine Ahnung was für eine Gitarre Matthew Followill spielt, aber ich war erstaunt zu sehen, dass man mit diesem Typ auch solche Riffs spielen kann. Matthew Followill scheint in seinem ganzen Gestus von seinem Spiel selbst sehr eingenommen zu sein, anders kann man seine Mimik nicht erklären. 

Caleb Followill macht einen sympathischen Eindruck, abgesehen von seinen merkwürdigen Klamotten. Versehen mit einem Bart, der übrigens ja seit Jahren wieder hipp scheint, hält er sich insgesamt zurück und lässt den Songs eindeutig den Vortritt. Das ganze sieht dann auf der Bühne sehr nüchtern aus. Insgesamt hat man den Eindruck, dass ein solch riesiger Erfolg der Band fast schon peinlich ist, was in der Aussage von C.F. kumuliert, der sagt, dass er es "bedauere, dass so viele Menschen Geld für dieses Konzert bezahlen mussten" und "solche Konzerte eigentlich umsonst gespielt werden sollten". Das sagt er in einer glaubwürdigen Bescheidenheit. Ansonsten versteht er es trotz seiner zurückhaltenden Art das Publikum für sich zu gewinnen und hat eine markante, ja fast dreckige Stimme.

Ein stimmiges, atmosphärisch dichtes und unterhaltsames Konzert mit für mich vielen neuen Entdeckungen auf dem Gebiet der PoP-Musik. Eine gute Band.

For Good,

Rick Deckard

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