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Kettcar – Es ist noch nie ein Popsong in den Kampf gegangen, der „Vorsicht“ heißt

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 10. Februar 2012, 17:31pm

Kategorien: #Populäre Musik

KT2012-5.jpg

copright Andreas Hornhoff www.ghvc.de

Ich finde „Hoffnungsvoll“ ist die richtige Einwortbeschreibung für das neue Album „Zwischen den Runden“...

Auch für den gesamten Zustand, der im Jahr 2001 in Hamburg gegründeten Band, habe ich ein Wort: „Glücksmomente“. 

Zwei Sehnsucht treibende Worte also die eine Band umschreiben, für die schon viele Wörter gesucht wurden. Vielleicht wurden nicht immer die richtigen verwendet, oftmals sicherlich die falschen, die besten werden noch immer gesucht. 

Viele schreibende Musikjournalisten versuchen es wieder diese Tage. Beim Lesen deute ich immer wieder Verzweifelung zwischen den Zeilen. Getroffen hat noch niemand. Obwohl ich Eric Pfeils Verwendung des Wortes „anrührend“ vielleicht am passgenausten finde. 

Pfeil ist ohnehin der interessanteste deutsche Popjournalist geworden. Somit klaue ich auch gerne seine Beschreibung der ewigen Kettcar-Themen „das Monster Alltag“ und „der Zermürbungskrieg namens Leben“. Außerdem findet er, dass Kettcar mit den schnellen Songs näher an Superpunk als an Tomte sind. Eine gute Aussage! 

Eine traurige Idee übrigens aber auch, weil heute bekannt wurde, dass die famose Band Superpunk sich auflösen wird. Schade, schade, scheiße. 

Und in dieser Gereimtheit geht auch Markus Wiebusch vor. Wiebusch ist ein Mann der sich nicht vergleichen lässt mit anderen Interpreten und Songschreibern aus Deutschland. Vielleicht oder natürlich liegt das auch an seinem etwas schwerfälligen Aussehen, dass sogar nicht, dem eines intellektuellen deutschen Rockstars mit alternativen Anleihen entspricht. Aber was zählt schon wie man aussieht? Dass denkt man in dem Zusammenhang doch sofort! Dummerweise ist das aber doch wichtiger als man denkt. Man muss sich damit auseinandersetzen! Will man es nicht, nun gut! Also reduzieren wir den Frontmann auf seinen Intellekt! Und der ist zweifelsohne mehr vom Gefühl getrieben, als von Logik oder Anbiederung im geistigen Sinne. 

Letztendlich sind es Lebensrealitäten in Form von kurzen beschriebenen Filmsequenzen, die seine Texte schön machen. 

Überhaupt fällt mir in den letzten Minuten immer wieder das Wort „schön“ ein. Ein viel zu wenig verwendeter Begriff für die Beschreibung einer musikalischen Idee, eines Albums, einer Band. 

Klar, man kann jetzt anfangen darüber zu sinnieren, wie sich Kettcar weiterentwickelt haben, wie sie musikalisch komplexer und ideenreicher geworden sind und wie sie gelernt haben Arrangements für (Gefühls-)Momente einzusetzen. Was bleibt ist aber die einfache musikalische Sicht: Es ist schön, was man auf der neuen Platte hört. 

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Kettcar die Ambition haben etwas Bleibendes zu schaffen.  Ich zitiere mich mal selbst aus einem blog-Eintrag vor einigen Tagen: „Dann aber gibt es Momente der Band die sie groß und für immer unvergesslich machen. Die beiden Songs „Am Tisch“ und „48 Stunden“ gehören zu den intelligentesten, haltbarsten und authentischen deutsch getexteten Lieder überhaupt“.http://www.lomax-deckard.de/article-agnostik-fur-anfanger-98502073.html

Solche Aussagen sind natürlich verpflichtend für eine Band. Aber keine Sorge, Leute, Ihr habt es geschafft. Es ist sogar mehr als -einer von so einem bleibenden Song- auf dem Album! 

Zum Schluss und in den aufgerufenen Zusammenhängen bleibt die Verwunderung über eine Textzeile aus dem eben geforderten intelligenten, haltbaren und authentischen Popuniversum, dann gefundenen und mit diesen Attributen ausgezeichneten Song „In Deinen Armen“. 

Dort heißt es: „Du sagst, nach allem, was du weißt / Ist noch nie ein Boxer in den Kampf gegangen / Der „Vorsicht“ heißt. 

Ich hätte es anrührend und schöner gefunden, wenn es dann in dem Song heißen würde: „Du sagst, nach allem, was  du weißt / Ist noch nie ein POPSONG in den Kampf gegangen /Der „Vorsicht“ heißt. 

Schön trifft es und ich mag schöne Musik! 

Alan Lomax

 

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