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JAZZnights 2011 - Landgren & Tolstoy

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 17. August 2011, 17:56pm

Kategorien: #Jazz

Jazz-Nights.jpg

Wow! Der Sommer neigt sich dem Ende zu und fast hätte ich die gute alte Tante Jazz vergessen. Nicht, dass ich das Interesse verloren hätte, aber es ist mal wieder an der Zeit diese so einzigartige Musik LIVE zu erleben. Ich habe in der Vergangenheit immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Unmittelbarkeit, das Visuelle in Verbindung mit der Musik unvergleichlich ist:

link (http://lomax.over-blog.de/article-herbie-hancock-24-06-2010-52967908.html)

Warum? Gerade beim Jazz ist die Interaktion der Musiker von wesentlicher Bedeutung und wer das auch nur einmal auf der Bühne hat beobachten können, wird diese Erfahrung immer wieder machen wollen.

Ich erinnere mich an ein grandioses Konzert, welches ich vor Jahren einmal in der Kölner Philharmonie mit Alan Lomax erleben durfte: Branford Marsalis und seine Band spielten 2h lang wie entfesselt. Der Saxophonist und seine Rhythmus Abteilung verstanden sich perfekt über Blicke und kleine Gesten (und natürlich über die Musik). Nach einem ausufernden Solo überliess Marsalis seiner Band die Bühne und stellte sich entspannt auf der Empore sitzend hinter sie. Als die Band merkte, dass sie nach einer gewissen Zeit ans Limit ihrer Möglichkeiten gekommen war, reichte ein flüchtiger Blick von Jeff Tain Watts nach hinten und Marsalis übernahm das Ruder. Die Entspanntheit mit der er das tat und das Team Play waren dabei atemberaubend!

Das als kleines Beispiel, warum Jazz LIVE ein Hochgenuss sein kann. Zum anderen ist er aber immer auch eine Musik des Augenblicks und wenn die Atmosphäre und Stimmung passen, können sich sensationelle Momente daraus entwickeln.

Nun gibt es die Möglichkeit im Rahmen der JAZZnights-Sessions die Stars der Szene und v.a. exzellente Musiker 'on stage' zu erleben, als da wären Viktoria Tolstoy und Nils Landgren. 

 

 

Ich weiss, dass es von Puristen manchmal Vorbehalte gegenüber dem Vocal Jazz gibt, gerade mit der Argumentation, dass sich hier PoP und Jazz Elemente vermischen. Dem kann ich dann nur entgegnen, dass er den Jazz, bzw. seine Grundidee nicht verstanden hat. Diese Musik hat sich im Laufe der Jahrzehnte immer weiter entwickelt und sich stets mit anderen Gattungen und Stilen vermischt, ja sie selbst entstand aus verschiedenen Kulturen und deren (volksnaher) Musik. Insofern kann man diesem Vorurteil schnell den Boden unter den Füssen wegziehen.

Wer wissen will, um wen es sich bei Viktoria Tolstoy (und Ihrer Group) handelt, hier ein direkter link zu ihrer Homepage und einigen Videos. Lohnt sich! Bei den Jazz-Sängern ist übrigens das Live Erlebnis deswegen so faszinierend, weil man direkt und hautnah erleben kann, wie die oder der Sänger mit der Bang agiert und ganz aufmerksame Zuhörer werden darüber hinaus noch mehr entdecken ... .

Um zu erleben und v.a. zu hören wie Jazz aus Europa klingen kann, dem seien die bevorstehenden Konzerte im Rahmen der JAZZnights wärmstens ans Herz gelegt. Denn was den meisten nicht bewusst ist: auch auf unserem Kontinent wird exzellenter Jazz gespielt, da muss man nicht unbedingt über den grossen Teich segeln.

Das neue Album von Viktoria Tolstoy trägt übrigens den Titel 'Letters To Herbie'. Was da wohl drin stehen mag?

Ladies first, daher kommt der Herr mit der Posaune erst jetzt an die Reihe:

Nils Landgren.

Im Rahmen meiner eigenen Reise durch den Jazz bin ich vor Jahren bei seinem Album aus dem Jahr 2001 'Fonk Da World' hängen geblieben, auf dem er selbst Hits wie 'Rock It' und 'Riders On The Storm' nicht scheute auf seine Weise zu interpretieren. Wem klassischer Jazz zu "schwer" klingen mag, dem seien die Alben dieses Herren empfohlen, der mir seiner Funk Unit ein ums andere Mal die Klassiker zu entstauben wusste. Auf dem hier genannten Album spielte übrigens Esbjörn Svensson das Fender Rhodes.

Ein link zu der Homepage von Landgren.

Das kommende Album trägt den Titel 'The Moon, The Stars And You'. 

Landgren geht mit einem Quartet auf Tour und wer die Namen hinter den Instrumenten liest, der freut sich bereits jetzt:

Rasmus Kihlberg am Schlagzeug

Lars Danielsson am Bass

Michael Wollny am Klavier.

Das verspricht Qualität und v.a. grossartige Musik.

Tolstoy & Landgren gehen gegen Ende des Jahres auf Tournee und sind mit Ihrem Programm in fast allen grossen Städten vertreten:

Hier die Daten zur bevorstehenden Tour:

link (http://www.karsten-jahnke.de/event.php?id=32)

Zum Abschluss noch ein Wort der schwedischen Dame, die wie ein jeder Jazz Musiker ein Stück weit auch immer ein Provokateur ist:

"... ich glaube allerdings eher, dass uns der große Abstand zum Mainstream davor bewahrt hat, alle Freude an der Musik zu verlieren."

Ob sie dem auch musikalisch Stand halten kann? Überzeugen Sie sich selbst!

Ich freue mich auf die kommenden Konzerte und wenn ich ganz ehrlich bin, dann noch mehr auf folgende zwei Herren, die im Rahmen der JAZZnights im November auftreten werden:

Joshua Redman & Brad Mehldau (Duo)

Fortsetzung folgt.

Stay tuned,

Rick Deckard

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