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www.lomax-deckard.de

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Heavy Metal Filmfestival

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 31. Oktober 2011, 10:20am

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Zugegeben, auch wir müssen zusehen, wo wir bleiben! Aufmerksame Leser werden beobachtet haben, dass unsere Überschriften immer reißerischere Ausmaße annehmen.

 

Natürlich muss man sich fragen, wer am Ende des Tages übrig bleibt? Da es sich hin und wieder um persönliche Einträge handelt und nicht um direkte kulturelle Besprechungen, muss man sich natürlich fragen, was das alles bedeuten soll?

 

Also, Freunde des harten Gitarrenriffs, hier geht es jetzt ums Kino und nicht um die Zusammenstellung der besten Heavy Metal Filme!

 

Das vergangene herbstliche und verregnete Wochenende brachte mir eine ungewohnte Freiheit. Ich war für ein paar Tage alleine und der Plan stand schnell fest! Streifen am laufenden Band!

 

Hier meine Gedanken dazu:

 

Goldfinger – Guy Hamilton

 

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Der dritte Teil der James Bond Reihe gehört noch immer zu meinen liebsten Bond-Filmen. Und zwar weil es der klassischste und ureigenste Film der Reihe ist. Aus meiner Sicht so was wie die Basis der Bondmanie inkl. allen Kernelementen und Funktionen,, die diese wohl erfolgreichste Filmreihe der Kinogeschichte ausmacht!

 

Pussy Galore, Auric Goldfinger, Oddjob; …alles Figuren die in den Jahren danach zig’ mal in anderen Filmen kopiert wurden und nie wieder so gut geworden sind, wie in diesem Film aus dem Jahre 1964.

 

Auch Sean Connerys Bondinterpretation war nie wieder so pauschal, arrogant und anzüglich wie hier. Toll natürlich die Ausstattung allem voran der Aston Martin DB5, den man wohl als schönstes Auto der Filmgeschichte bezeichnen kann.

 

Der Film hat nach all’ den Jahren nichts von seiner (Un-)glaubwürdigkeit, seiner unterhaltsamen Fiktion und dem Treatment Entertainment eingebüsst. Ein ewiger Klassiker!

 

Fegefeuer der Eitelkeiten – Brian De Palmer

 

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Auf dem Buchrücken des gleichnamigen Buches von Tom Wolfe steht „…eine pyrotechnische Satire, auf das New York der achtziger Jahre…eine auf wunderbare Weise realistische Studie einer unglaublich Status versessenen Gesellschaft, von den hitzigen Kombattanten der Süd-Bronx bis zum brodelnden Abschaum an der Spitze der Wall Street.“

 

Tom Hanks spielt Sherman McCoy, der sich selbst „Master of the Universe“ nennt, ein arroganter Wallstreetbanker, der direkt in einen Albtraum schlittert. Mit seinem Wagen fährt er in der Bronx einen farbigen Mitbürger an und flüchtet. Ehefrauen, Liebhaberinnen, Politiker, Boulevardjournalisten, machen ihn fortan fertig.

 

Brian De Palmer, dessen Werk Rick Deckard und ich sehr bewundern, hat sich nahe an die Vorlage gehalten und liefert mit der Verfilmung eine Art Sittengemälde der Achtziger Jahre ab und damit auch einen der wichtigsten Filme dieses ansonsten ehr mauen Filmjahrzehnts.

 

Leider ist der Film etwas in Vergessenheit geraten und wird oftmals schlecht besprochen! Kaum Nachvollziehbar, weil wir es hier mit tatsächlichem großem Erzählkino zu tun haben. Wir wollen die tolle Kameraarbeit, die unfassbaren Schwenks und Cuts mal Ruhen lassen und die cineastische Seite mit der grandiosen langen Kamerafahrt zu Beginn des Filmes subsumieren.

 

Willis, Hanks, Freemann und Frau Griffith spielen grandios auf und vielleicht haben ungeübte Augen Schwierigkeiten mit dem Neoncharme der amerikanischen Metropole, den man auch in den Gesichtern der Schauspieler sieht. Könnte sein, dass dieser Streifen auch in Zukunft noch mehr in Vergessenheit gerät, weil er nun mal sehr zeitverliebt ist.

 

Interessant in diesem Zusammenhang ist es die Filmkritik von Hellmuth Karasek von 1991 (Der Spiegel) zu lesen! Falls es jemanden interessiert! …viel Spaß bei der Zeitreise! …und nicht vergessen, dass Wolfe hier doch ein ziemlich visionäres Werk geschrieben hat, wenn man sich tages- und politisch prominente Beispiele ansieht und vielleicht auch den Vergleich zu den „Wall Street Filmen“ von Oliver Stone bemüht.

 

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13491120.html

 

Das Rettungsboot – Alfred Hitchcock

 

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Ein langer Traum ist in Erfüllung gegangen! Endlich habe ich „Lifeboat“ (1943) gesehen. Abgesehen von einigen verschollenen Kurzfilmen, habe ich nun alle Filme des Größten aller Filmemacher in meinem Kopf und in meinem Herzen.

 

Hitchcock war im Verlauf seiner Karriere immer wieder von der Herausforderung fasziniert, einen ganzen Film an einem einzigen, möglichst eng umgrenzten Schauplatz zu drehen.

 

Der Film ist eine allegorische Darstellung der schier selbstmörderischen Demokratien gegenüber den Einschüchterungsmanövern Hitlers in den dreißiger und frühen vierziger Jahren. Eine schwierige Situation, wenn man nicht genau weiß, wer gut oder böse ist.

 

Trotzdem hat der Streifen interessanter Weise eine kommunistische Aussage, obwohl Hitch ihn ehr als Patriotenstück verstanden haben wollte.

 

Der Film wurde ausschließlich im Studio gedreht und ist natürlich ein Geniestreich. Es gibt nur wenige Regisseure die es verstanden haben, die menschliche Psyche so zu sezieren. Die Rückprojektionen wirken übrigens überhaupt nicht altertümlich im Vergleich zur modernen Studiotechnik. Ein Beweis auch dafür, dass Regisseure wie Spielberg oder Jackson falsch liegen und eben wegen dem fehlenden Realismus, der fehlenden Tragödie, der Betrachtung Mensch niemals das folgende Prädikat erreichen werden: Dieser 60 Jahre alte Film ist heute noch genauso überzeugend wie zur Zeit seiner Premiere!

 

Die Lincoln Verschwörung – Robert Redford

 

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Das grundsätzliche Problem bei so einem persönlichen Filmfestival ist ja nun mal die Auswahl. So kann man methodisch Vorgehen, thematisch oder strukturiert. Keine Regeln, keine Gefangenen habe ich mir gedacht. Und somit ging es von den Wirren des Weltkrieges auf dem Ozean, direkt zum Attentat auf den ersten US-Präsidenten.

 

Der Film ist ein klassischer, historischer Film, der seinen Bezug zur Gegenwart sucht. Dabei zieht er seine Faszination aus dem Drama im Gerichtssaal. Redford wechselt den historischen Film, in ein klassisches amerikanisches Filmgenre, gekonnt, aber sachlich, somit wenig emotional, aber sehr eindrucksvoll als Geschichtsstunde.

 

Und das macht den Film dann auch sehenswert, zumindest wenn man sich für die amerikanische Geschichte interessiert. Die Lücken des Justizsystems, der fragwürdige Prozess, dass ist schon faszinierend, wenn auch es auch kein großer Film geworden ist, leider!

 

Ohne Limit – Neil Burger

 

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Schöne Vorstellung! Eine synthetische Droge namens NZT-48 steigert die Intelligenz, das Erinnerungsvermögen und die Konzentrationsfähigkeit. Mit anderen Worten ich wäre in der Lage, mit den folgenden Worten, tatsächlich das Zusammenzufassen, was wir hier seit über 3 Jahren versuchen zu beschreiben und würde jetzt die endgültige Wahrheit über das Kino verfassen können. Mittelmäßige Trashbeurteilungen wären vorbei, ich könnte mittels der Droge „Master of the Universe“ werden. Zumindest temporär, allerdings mit Folgeerscheinungen!

 

Darum geht es in dem Film „Ohne Limit – Die Droge für Reichtum und Macht!“ Im englischen Original heißt der Streifen übrigens zum Glück „Limitless“.

 

Was fällt zuerst auf? Der Film fesselt von der ersten Sekunde. Nach ein paar Minuten stellt man einen visionären visuellen Stil fest, ein wenig später, kann man sich mit dem wirklich großartigen Schauspieler Bradley Cooper identifizieren. Die Story gewinnt an Fahrt, die Spannung steigt! Der Gestus Suspense macht einfach immer wieder Spaß.

Vielleicht ist es auch ein wenig mehr. Neil Burger ist offensichtlich ein talentierter Regisseur. Zum zweiten Mal fällt er nach „Der Illusionist“ positiv auf! Siehe auch http://www.lomax-deckard.de/article-d-41982692.html.

 

Neben dem guten visuellen Stil und dem guten Cast –natürlich muss man auch Robert de Niro erwähnen, der endlich mal wieder gut besetzt ist- ist unbedingt das Rätsel zu erwähnen, warum man den Protagonisten Eddie Morra sympathisch findet, obwohl er egoistisch handelt?

 

Endlich mal wieder ein sehenswerter, aktueller Film! Empfehlenswert

X-Men: Erste Entscheidung - Matthew Vaughn

 

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http://www.lomax-deckard.de/article-x-men-erste-entscheidung-87119327-comments.html#comment91028041

 

Kollege und (Film-)Freund (nicht nur das!) hat es ja bereits geschrieben: „So muss Popcornkino sein!“ Ich gehe noch ein wenig weiter und sage: „So muss Kino sein!“

 

Früher war es nur das 20th Century Fox Logo, jetzt mit dem Marvel-Logo gemeinsam am Anfang eines Filmes haben wir eine neue Kinoliga erreicht. Ein nicht ganz neues Genre, das noch so viel Luft nach oben hat, dass auch ich als Kinozweifler der Gegenwart wieder Hoffnung habe!

 

Die „X-Men-Reihe“ und die kommende „Avengers-Reihe“ (ab 2012) werden und noch viel Freude bereiten und darum geht es ja schließlich. Dieser Film hier hat mir auf jeden Fall sehr viel Freude bereitet. Das liegt auch daran, dass hier eine Verschmelzung stattfindet, eine Fusion. Da hier so viele Aspekte der Filmgeschichte zusammentreffen, die Menschen immer fasziniert haben und der Film eben nicht nur auf ein Comickennerpublikum zielt, kann man vielleicht von einem Meilenstein sprechen. Zumindest was die Öffnung eines Filmes für die Kernzielgruppe angeht.

 

X-Men – Erste Entscheidung ist der erste Mainstream Comicfilm des Kinos. Das hat nun fast 15 Jahre gedauert und ich finde es gut so! Denn der Beweise, dass intelligente Geschichten, mit Unterhaltung, intensiven Charaktere und deren Problemen funktioniert, ist erfolgt. Das ist Kino für die ganze Familie, mit Haltung und der Würde für die Comicvorlage!

 

Stellvertretend für die Idee eines Stan Lee’s oder eines Hergés die immer nur eins wollten: Gute Geschichten erzählen und die Anerkennung dafür haben, die die Kollegen der schreibenden Zunft schon lange erhalten hatten.

 

Die Eastwood Trilogie

 

Absolute Power

Gran Torino

Im Auftrag des Drachen

 

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Clint Eastwood hat es im Laufe der letzten Jahre geschafft mein neues Regieidol zu werden. Nach Alfred Hitchcock würde ich es nicht wagen, einen anderen Regisseur so zu nennen. Insbesondere weil das Wort Idol so groß ist, dass wir es kaum verwenden und ja nur dann eine eigentliche Funktion hat, wenn man selbst, die gleiche Tätigkeit ausübt. Nun bin ich kein Regisseur, aber ein Kinoliebhaber. Und in diesem Kontext ist diese Bezeichnung auch zu verstehen.

 

Wenn ich Filme machen würde, dann würde ich den gleichen persönlichen Ansatz wählen wie Eastwood. Im Gegensatz zu Hitch, der ehr seine eigene Psyche in Filmen ausgelebt hat, sind es bei Eastwood die persönlichen Interesse an Politik, Kunst, Jazz, Film, Ehre, Mensch,  Familie und Patriotismus!

 

All’ seine Filme haben persönliche Noten, sind eng verwoben mit seinem Lebenslauf.

 

Bemerkenswert an Clint Eastwood finde ich immer seinen Lebenslauf. Dieser liest sich fast, wie auch dem Reißbrett entworfen. Alles macht Sinn, insbesondere in der direkten Analogie zu seinem Schaffenswerk.

Insofern ist es nun umso interessanter das Universum Eastwood neu zu entdecken.

 

Gran Torino wurde bereits ausführlich beschrieben, abgefeiert und als Meisterwerk bezeichnet. http://www.lomax-deckard.de/article-34255801.html

 

Normaler Weise habe ich dann Angst vorm zweiten oder dritten sehen des Filmes. Bestätigt sich der Eindruck des Erstsehens oder hat er seinen Reiz (schon wieder) verloren!? Aber keine Sorge! Es war mir aber auch beim ersten Sehen klar. Dieser Film ist ein Manifest an die Menschlichkeit und einer der besten Filme aller Zeiten. Das ist nicht inflationär, sonder sehr, sehr ernst gemeint. Die Kraft und die Ehrlichkeit dieses Filmes sind ein Fundament des Kinos, ein Geschenk an die Menschheit.

 

Etwas weniger groß, weil trivialer, ist „Absolut Power“ von 1997. Trivialer? …von wegen!

 

Wenn man sich mal in Ruhe ansieht, wie der Regisseur und sein Team, die enorm komplexe Geschichte, nachvollziehbar, unterhaltsam, spannend und mit Tiefe montiert, ist es im Prinzip genau das, was einen genialen Regisseur von einem durchschnittlichen unterscheidet.

 

Wenn wir uns hier manchmal die Arroganz rausnehmen, Filme und deren Regisseure zu verurteilen, dann liegt es daran, dass wir (Deckard? …ich spreche mal für Dich mit!) solche Vorbilder haben und die Ansprüche natürlich entsprechend hoch sind. Wer mit reden will, muss diese Filme, immer und immer wieder sehen, um zu verstehen! Das war ein wirkliches Geschenk an mich, eine Neuentdeckung bzw. Wiederentdeckung die mir mal kurz die Augen geöffnet hat.

 

Tja, und nach acht Filmen endet mein Wochenende mit dem Film „Im Auftrag des Drachen“ von Clint Eastwood aus dem Jahr 1975. Premiere!

 

„Bevor Eastwood ein Meisterregisseur wurde dreht er eine Reihe kruder Filme, zu denen der hier genannte gehören, als auch Streifen wie 'Mit Vollgas nach San Fernando' oder 'Firefox' (mit einem sensationellen Finale im Stile Star Wars!). Diese Filme sind alle sehr amüsant und passen so gar nicht in das Bild, welches man sich von Eastwood macht. Zudem sollte man sie gesehen haben, wenn man sich für seine Karriere interessiert. 'The Eiger Sanction' ist eine Mischung aus allen Genres: Spionagefilm, James Bond, Thriller und Bergsteiger-Drama, zudem politisch herrlich unkorrekt und furchtbar reaktionär.“

 

…schrieb Rick Deckard im Oktober 2010 http://www.lomax-deckard.de/article-the-eiger-sanction-im-auftrag-des-drachen-59210928.html

 

…und ich will nicht faul sein, aber der Artikel zeigt, dass Deckard und ich –zumindest was die Liebe zum Kino angeht- zu 99,9% gleich denken! Er hat die Worte perfekt zusammengefasst und jedes weitere Wort wäre nur eine Fortschreibung!

 

Bevor nun der herbstliche Serienmarathon los geht, war es schön noch mal ein paar Filme zu sehen! Ich bin und bleibe Cineast, liebe das Kino und den Film. Das ist mir eine Herzensangelegenheit und ich würde diese Leidenschaft, niemals gegen irgendwas anderes auf dieser Welt eintauschen!

 

Alan Lomax

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