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Hauptsache kostengünstig

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 12. Januar 2010, 15:06pm

Kategorien: #Filme

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Eric Rohmer galt als der Gründungsvater der Nouvelle Vague. Gemeinsam mit Francois Truffaut, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol und Jacques Rivette, versuchte Rohmer eine neue Sprache für das Kino zu finden.

 

Nun ist es schwer einen Widerspruch zu finden, dass dies nicht gelungen ist. Man verzichtete auf große Namen, arbeitete auf der Straße ohne große Vorbereitung und setzte die Musik als wesentlich dominierende Stilmittel ein.

 

Darüber hinaus besteht eigentlich kein Konsens darüber, wie Nouvelle Vague zu klassifizieren ist. Die Ästhetik der meisten dieser Film überfordert den „normalen“ Zuschauer, den Cineasten und wahren Kinoliebhaber noch mehr. Klar, die Strömungen sind eng mit den zeitgenössischen gesellschaftlichen Leitmilieus verbunden und auch mit anderen Kunstformen wie Theater, Fotografie, Malerei und Bildhauerei.

 

Ob die streckenweise unschlüssigen Handlungen, die oftmals langen Dialogen und nicht nachvollziehbaren Charaktere tatsächlich ein Publikum begeistert haben bleibt offen. Heute haben die meisten dieser Filme im besten Fall noch kunsthistorische Bedeutung. Kino für die Massen wurde dort selten produziert.

 

Für mich stellt diese Kinorevolution daher auch ehr den Schritt zum Konzept des Filmautors dar und eröffnet somit dem mir sehr viel näher liegenden anderen Marketingstempel des „New Hollywood (1967 - 1979)“ die Türen.

 

Der französische Filmhistoriker Michel Marie erläuterte es sehr interessant, in dem er den Begriff Nouvelle Vague erst einmal ein journalistisches Etikett aufdrückte! Wie in allen Genres ist es dann allerdings so, dass für mich persönlich nur eine herausragende Figur des zeitgenössischen Französischen Kinos übrig bleibt. Und zwar ist das Francois Truffaut.

 

Das der ästhetische Effekt, der pragmatischen Sparmassnahmen, (nichts anderes war die N.V. in Wirklichkeit) einen Zugewinn an Authentizität und Natürlichkeit darstellte, kann ich nicht abrede stellen. Dies beschreibe ich bewusst, damit die Dogmaten mich morgen nicht an die imaginäre Leinwand nageln.

 

Der Cinephile Truffaut hat allerdings schnell entdeckt, dass er mehr vom amerikanischen Kino beeinflusst ist, als er es selbst wahrhaben wollte. Den Leitsatz „Kill Your Idol“ hat er dann auch schnell wieder aus seinem Klo verband.

 

Anders hingegen der Filmemacher Eric Rohmer, der sich primär auf erzählte Geschichte konzentrierte. Den ästethischen Wert des Filmes der sich aus meiner Sicht im Visuellen liegt, hat er gänzlich missachtet.

 

Zugegebener Weise bin ich hier konservativer Purist. Ich glaube auch nicht an das nicht-vorkonzipierte Drehbuch. Der Sinn der Inszenierung erschließt sich mir nicht, kurz um ich kann mit diesem Stilmittel nichts anfangen.

 

Für die sogenannte „Präsens der Erzählung“ wähle ich doch lieber das Buch oder einen anderen Kanal.

 

Nun habe ich einige Nachrufe zu dem Filmkünstler gelesen und verstehe seine Popularität nicht. Ich habe in der Vergangenheit auch einige seiner Film gesehen und die Zuschauer im Kino beobachtet, die sich weites gehend gelangweilt haben. In den Texten und Gespräch werden dann auch gerne positive belegte Worte, wie hintergründig, klug, Gefühlsverwirrung, Übervater etc. verwendet.

 

An diesem Punkt verstehe ich den deutschen Kulturjournalismus nicht, der sich dem Mainstream oftmals verwehrt, der sog. Hochkultur aber den Vorzug gibt. Letztendlich geht es doch darum, was den Leser bzw. Zuschauer interessiert, nicht, wie viel großartiges Wissen ein halbwissender cineastischer Kulturjournalist hat.

 

Ich habe Respekt vor dem Leben und vor der Kunst! Daher vermeide ich es auch gerne mich negativ über Rohmer-Filme zu äußern. Die Kritik geht an die Leute und was sie daraus machen.

 

„Filmedrehen ist für mich keine Arbeit“, hat Rohmer einmal gesagt. Seine Filme sehen, dagegen sehr…

 

Alan Lomax   

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