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Fahrstile auf der Autobahn - Rückschluss auf die Persönlichkeit?

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 14. Januar 2012, 13:46pm

Kategorien: #Kommunikation

Autobahn.png

Ich komme nicht umhin jeden Morgen und jeden Abend meine "Mitstreiter" auf den Autobahnen zu beobachten. Dabei kristallisieren sich zunehmend verschiedene Fahrstile heraus:

Der Akkurate: macht der Strassenverkehrsordnung alle Ehre. Sauberer, exakt an die Begrenzungen und Auflagen angepasster Fahrstil. Erkennt in seinem Automobil sitzend die Notwendigkeit der Reglementierungen menschlichen Zusammenlebens und hält sich sklavisch daran. Der Akkurate kann, wenn er vor einem fährt, nerven, aber auch beruhigen. Harmlos. Wehe aber, wenn dieser Typ anfängt mit seinem Stil andere missionieren zu wollen ... .

Der Schleicher: Ein Grauen, v.a. morgens. Innerstädtisch mit 40 km/h unterwegs, auf der Autobahn mit Tempo 60. Ein gefährlicher Fahrer zudem, da unberechenbar. Folgt stur seinem Stil ohne auch nur einen Deut abzuweichen. Ist extrem resistent gegenüber Kritik, Gestik und Mimik. 

Der Unsichere: man erkennt diesen Typus bereits beim einfädeln oder überholen von LKW's. Extrem verunsichert, ängstlich und dadurch ebenfalls unberechenbar. Bis zum letzten Moment fährt dieser Typ z.B. hinter einem LKW hinterher um im letzten Moment ungeachtet der Tatsache, dass auch noch andere unterwegs sein könnten, plötzlich zu überholen. Kann z.B. auch schlecht mit plötzlichen Wetterumschwüngen umgehen und bremst abrupt. Fürchterlich, wenn man so einen vor sich hat.

Der Anarcho: auch besser bekannt als Drängler und Raser. Der schlimmste aller Fahrstile überhaupt. Sein Lebensmotto lautet 'Auge um Auge', 'Zahn um Zahn'. Ihm gehört die Strasse und auch die Welt. Er kümmert und sorgt sich nicht um Menschenleben. Leben und Tod sind ihm eins. Hauptsache er kommt mit Lichtgeschwindigkeit von A nach B. Klebt einem millimeternah an der Stoßstange, lässt die Lichthupe aufblitzen, gestikuliert wild und kennt keine Gnade. Rücksicht ist ein Fremdwort und Sicherheit auch. Man erkennt ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit auf der Autobahn im Rückspiegel, wenn er mit Überschall angerast kommt, egal ob von rechts jemand einfädeln will, ob Stau ist oder erhöhtes Verkehrsaufkommen. Lediglich an Baustellen, da reduziert er etwas sein Tempo.

Der Entspannte: geniesst die Fahrt, hört Musik, ist defensiv, fährt früh los um pünktlich zu sein, beobachtet den Verkehr nach vorne und im Rückspiegel, behält gerne die Kontrolle, kann sich stets allen Veränderungen anpassen, ist geduldig und beschäftigt sich beim Fahren in Gedanken mit Gott und der Welt. Kann aber auch zum Choleriker und Raser werden, wenn die Sicherungen durchbrennen.

Warum ich das hier schreibe?

Ich frage mich jeden Morgen und jeden Abend, ob ich von diesen Fahrstilen Rückschlüsse auf die Menschen ziehen könnte, die da im Auto sitzen und ob ich jeden Morgen und jeden Abend so etwas wie einen repräsentativen Durchschnitt der Bevölkerung um mich herum sehe? Kann man Rückschlüsse von diesen Fahrstilen auf  die Menschen und deren Verhalten im Alltag ziehen?

Ich hätte Soziologe werden sollen!

Kurz vor der Ausfahrt,

Rick Deckard


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