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Fader Beigeschmack – Estevez Film Bobby (2006)

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 14. Oktober 2009, 15:00pm

Kategorien: #Filme



Harry Belafonte, Joy Bryant, Emilio Estevez, Laurence Fishburne, Heather Graham, Anthony Hopkins, Helen Hunt, Shie LaBeouf, Ashton Kutcher, Lindsay Lohan, William H. Macy, Demi Moore, Martin Sheen, Christian Slater, Sharon Stone, Joshua Jackson und Elijah Wood alle in einem Film! Wow!!

 

Ein Esemblefilm der alten Schule, so wie ich es liebe. Der Film spielt fast ausschliesslich im Ambassador Hotel und kann somit als Kammerspiel bezeichnet werden.

 

Als historischen Hintergrund funktioniert das Kennedy-Attentant eigentlich perfekt. Erzählt werden die letzten Stunden vor dem Mord an Senator Robert F. Kennedy, aus Sicht von ca. 20 Personen die in dem Hotel leben oder dort arbeiten. Aus verschiedenen Blickwinkel werden die Themen Rassimus, sozialer Wandel, Liebe und Politik kongenial verwoben.

 

Produziert wurde der Film im Jahre 2006. Man könnte ihn als nostalgisch bezeichnen. Die handwerklich Seite Kamera, Musik, Schnitt, Beleuchtung und Ausstattung sind toll. Kai Mihm schreibt in epd Film 3/2007 sehr treffend: „Der Film erzählt –unaufgeregt, ohne plakative Effekte und große Gesten … Estevez geht es dabei weniger um die Analyse der politischen Hintergründe als vielmehr um ein Stimmungsbild der Gesellschaft.“

 

Auch der junge Emilio Estevez beeindruckt also auch mit einer stimmigen Regieleistung. Sympathisch ist der jüngste Sohn aus dem Sheen-Clan sowieso. Anders als sein Bruder, Charlie Sheen, benutzt er nicht den berühmten Familiennamen seines Vaters Martin.

 

In den neunziger Jahren galt Estevez als hoffnungsvollstes Talent des Brat Packs zu denen auch Rob Lowe, Andrew Mc Carthy, Demi Moore und Molly Ringwald gehörten. Später kamen noch Charlie Sheen, Kiefer Sutherland, Robert Downy Jr., Sean Penn, Kevin Bacon, Matt Dillon und Matthew Broderick hinzu.

 

Ein verloren gegangener Haufen von Schauspielern die durch schöne, aber teilweise nicht gute Filme, wie Breakfast Club, St. Elmos’s Fire, Rumble Fish und Pretty in Pink bekannt geworden sind.

 

Einige der Schauspieler haben extreme Drogenprobleme gehabt, einige tauchen immer wieder auf, einige haben es geschafft. Wie z. B. Sean Penn, der zu den zeitgenössisch wichtigsten Hollywood Größen gehört.

 

Wenn man sich Estevez Laufbahn ansieht, stellt man schnell fest, dass auch er seine „Probleme“ gehabt hat. Unfassbar, fast schokierend  wirkt die Filmographie unter wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Emilio_Estevez

 

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde Mr. Estevez wirklich sympathisch und hänge auch einer sentimentalen Erinnerung, an den früheren Filmen, nach. Letztendlich frage ich mich aber, warum Bobby überhaupt nicht funktioniert, inhaltslos bleibt und gar nicht beim Zuschauer ankommt.

 

Der Film ist geschichtsträchtig, die Inszenierung ist gut, aber im Vergleich zu Filmen wie J.F.K oder Nixon ist dieser Film einfach nicht gelungen. Wenn man dann noch historisch größere Filme dieser Gattung als Beispiel nutzt, wird es langsam transparenter:

 

Stanley Kramer’s Narrenschiff aus dem Jahre 1965, mit einem zeitgenössisch gleich beeindruckenden Cast, zeigt in welcher Liga ein Gesellschaftsdrama spielen kann. Naheliegend ist natürlich auch der Vergleich mit dem MGM Film Grand Hotel aus dem Jahre 1932. Greta Garbo strahlt Glamour aus und überzeugt auf ihre Art den heutigen Zuschauer immer noch. Die Architektur des Filmes ist allerdings ähnlich sperrig wie bei Bobby.

 

Vielleicht ist das Sujet Hotel nicht geeignet für den Film. Vielleicht ist es auch die Art und Weise wie Estevez die Schauspieler führt. Streckenweise erinnern Auftreten und Abtreten der Darsteller an die Muppet-Show bzw. an ein Varieté.

 

Nicht der Rede wert. Der Film ist gut. Allerdings ist es aus meiner Sicht ärgerlich das mit solch guten Zutaten eine so durchschnittliche Suppe gekocht wird. Im Hotel bzw. in einem Restaurant würde man das Verschwendung nenne. Und das ist auch das negative Geheimnis des Films. Er schmeckt nicht!

 

Alan Lomax

 

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