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Ein gutes Argument

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 11. Juli 2011, 17:56pm

Kategorien: #Kommunikation

Friedrich.jpg

Ende Juni 2011 war ich im Museum, um mir die Zeichenkunst der Romantik anzusehen. Zum 200jährigen Gedenken an das Geburtsjahr von Caspar David Friedrich schuf Horst Janssen im Jahr 1974 einige Radierungen, die ausgestellt wurden unter dem Thema 'Janssen und die Romantiker'.

Was mich aber viel mehr als diese Bilder faszinierte, waren u.a. zwei grossformatige Zitate, die an der Wand zu sehen waren. Nachdem ich mittels des klassischen Audio Guide ('Wie funktionierst Du?' !) die interessanten Informationen zu den Bildern vernommen hatte, fiel mir Zitat Nr. 1 ins Auge:

"Ein Bild muss empfunden, nicht erfunden sein".

Darüber habe ich lange nachgedacht und in der Summe werde ich es als Argument anbringen, wenn mal wieder irgendwelche sinnlosen Diskussionen über Kunst gestartet werden, denn Friedrich drückt meines Erachtens genau das aus, was grosse Kunst ausmacht: das Innerste nach aussen kehren und so dem Betrachter nicht nur ein Abbild von etwas liefern, sondern ein Gefühl, eine Empfindung eben. Vor meinem geistigen Auge liess ich die mir bekannten Epochen und Stile der Malerei vorbeilaufen und diese Aussage wurde zum Massstab. Ein einfacher Satz mit so viel Wahrheit. Egal ob es die Impressionisten, die Expressionisten, die Romantiker, die Renaissance oder den Barock betrifft: viele der Gemälde dieser Zeit haben deswegen die Jahrhunderte überdauert und strahlen noch immer so viel Schönheit aus, weil der Maler eben stets das tat was Friedrich sagt. Und jetzt mögen mir bitte die kommen die sagen, dass z.B. Jasper Johns ein bedeutender Künstler sei ... .

Das zweite grandiose Zitat war folgendes:

"Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht. Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht".

Im modernen Slang gesprochen: Weltklasse! Nicht nur der Inhalt dieses Zitates ist gross, sondern auch das Absolute, das Imperative. 

Vielleicht sollten sich einige an diesem alten Meister ein Beispiel nehmen.

Wenn ich es noch schaffe, dann sehe ich mir demnächst in der Kunsthalle in Emden 'Zwischen Film und Kunst: Storyboards von Hitchcock bis Spielberg' an.

Mit der Staffelei in der Hand,

Rick Deckard

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