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Der Coup - Henri Verneuil

Veröffentlicht von Alan Lomax Rick Deckard Blog auf 1. Mai 2011, 08:51am

Kategorien: #Filme

Der-Coup.jpgAuf der Suche nach "Perlen" aus den 70'er Jahren stiess ich auf diesen Film. Die Ernüchterung war hinterher gross, die Freude aber auch. 'Der Coup' zählt sicherlich zu den Filmen, die in die Kategorie 'unfreiwillig komisch' gehören. Dabei fängt er absolut grossartig an. In klassischer 70'er Manier beginnt die Titelsequenz, in der einige Charaktere eingeführt werden, das Bild ist farblich verfremdet mit einem runden Spot, der die Farbe ausklammert und auf die Darsteller fokussiert ist. Sehr 70's, etwas psychedelic und schön einstimmend. Dazu noch die sofort eingängige Titelmelodie von Ennio Morricone. Alles passt. Es folgt eine Diebstahl- und Einbruchssequenz mit (nunmehr) antiquierten technischen Geräten und klassischem Spannungsaufbau. Bis..., ja bis Omar Sharif 'mir nichts dir nichts' plötzlich auftaucht. Allein diese Szene ist zum lachen. Man nimmt Sharif einen griechischen Polizisten (der Film spielt in Athen) nicht ab. Noch dazu mit weissem Hut und Trench ala Bogart wirkt er eher wie eine Witzfigur.

In den darauf folgenden Szenen sollte man das Gehirn ausschalten und Spaß haben. Es folgt beispielsweise eine, zugegeben spektakuläre Verfolgungsjagd, am Steuer sass Stuntman-Legende Remy Julienne, der auch für die Auto-Stunts und Verfolgungsjagden aus vielen James Bond Filmen verantwortlich war, die inhaltlich vollkommen sinnentleert ist. Es gibt Szenen, bei denen man auch unter bewusster Ausschaltung der Logik noch immer den Kopf schütteln muss. Die scheinen in den 70'er aber gewirkt zu haben, denn der Film war erfolgreich.

Je weiter der Film voranschreitet, desto grösser die unfreiwillige Komik und desto höher der Trash Faktor, ich muss es leider so sagen. Es gibt aberwitzig-groteske Szenen, v.a. mit Sharif, dass man sich das lachen nicht verkneifen kann. V.a. wirkt der Schauspieler absolut fehlbesetzt.

Belmondo macht seinem Namen alle Ehre und springt, hüpft und jongliert über Dächer, Autos und Strassenbahnen. Er trägt den Film vom Anfang bis zum Ende. 70's Aktrice Dyan Cannon steht ihm zur Seite mit unfassbar schlechten (und als Folge lustigen) Dialogen.

Und das alles von Henri Verneuil, einem der wirklich versiertesten Thriller-Regisseure!

Trotz allem ist der Streifen für Retro-Fans ein Muss und garantiert gute Laune bei einem Six Pack Bier. Als Entschädigung erhält man wunderschöne Bilder aus Athen, ein kleines Stück Lebensgefühl der beginnenden 70'er Jahre und schöne Melodien aus der Feder von Morricone.

Man achte mal auf die Ausstattung des Zimmers von Dyan Cannon, als Belmondo sie abends besucht! Zum schreien!

Auf der Rückseite der DVD steht: "Vollgas-Action, Spannung der Extraklasse und ein Jean-Paul Belmondo in Top Form."

Dem kann man nichts entgegen setzen.

Rick Deckard

 


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